Manipulation beginnt bei der Sprache. Das wusste schon George Orwell, als er seinen Roman „1984″ geschrieben hat. Was hat es eigentlich mit den Bezeichnungen derjenigen Personen auf sich, die einen Staat ausmachen? Was steckt hinter Begriffen wie „Politiker“, „Regierung“, „Beamte“, „Angestellte des Öffentlichen Dienstes“ und dergleichen? Diese Menschen werden uns immer wieder als diejenigen verkauft, die uns in unserem Auftrag „dienen“ — schließlich werden sie von uns als „Diener des Volkes“ auch dafür bezahlt. Aber was tun diese Menschen eigentlich tatsächlich mit uns? Larken Rose ist ihnen auf der Spur und kommt zu einfachen, aber für die meisten von uns immer noch völlig überraschenden Ergebnissen.

 

 

Original von:
Larken Rose
www.larkenrose.com

Übersetzung, Sprecher, Produktion:
Peter Müller

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11 Responses to „Diener des Volkes“ – Politiker, Beamte, öffentlicher Dienst

  1. Reinhardt sagt:

    Wenn man davon spricht, dass eine Weigerung, Steuern zu zahlen, letzten Endes immer mit Gewalt durchgesetzt wird, wobei dies in letzter Instanz sogar zur Tötung dieser Person führen kann, so kommt mir seit einiger Zeit immer wieder folgender Gedanke:

    Tatsächlich muss doch JEDE Strafe durch Gewaltandrohung vollstreckt werden, sodass auch jeder im schlimmsten Fall getötet werden kann, der sich weigert, diese Strafe zu akzeptieren. Sonst wäre die Strafe ja völlig ohne Relevanz und fast niemand würde ihr Folge leisten.
    Dies würde doch auch in einer voluntaristischen Gesellschaft so sein, bspw. wenn einem Ladendieb von seiner Sicherheitsagentur eine Geldstrafe/Wiedergutmachung verordnet wird und dieser sie nicht bezahlen will und sich auch weiterhin gegen alles zur Wehr setzt… Oder sobald jemand über eine rote Ampel fährt etc….

    Kann man es denn in einem solchen Fall als gerechtfertigt bezeichnen, wenn ein Ladendieb die „Todesstrafe“ bekommt? Versteht ihr was ich meine und könnt ihr mir sagen, ob ich dabei etwas übersehen habe?

    Danke, Gruß Reinhardt

    • FwF-sandman sagt:

      Hallo Reihardt,

      Du stellst eine großartige Frage.

      „Kann man es denn in einem solchen Fall als gerechtfertigt bezeichnen, wenn ein Ladendieb die “Todesstrafe” bekommt?“

      Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen der Strafe für Steuerhinterziehung und der für Diebstahl. Ich will Dir das an einem Beispiel verdeutlichen.

      Stelle Dir vor jemand stiehlt mein Fahrrad. Ich ärgere mich und fahre mit dem Auto durch die Gegend, um es zu finden. Siehe da, ich finde tatsächlich in einer Seitenstraße.
      Ich identifiziere es,lade es in meinen Kofferraum und fahre heim.

      Habe ich rechtmäßig gehandelt? Darf ich mein Fahrrad „zurück stehlen“, nachdem es mir geklaut wurde?
      Die Frage, die sich hier stellt, ist folgende: Warum ist mein „Diebstahl“ anders zu bewerten, als der Diebstahl des Fahrraddiebes? Warum ist meine Tat rechtmäßig und seine nicht?
      Hätte ich ihn bei der Tat erwischt, hätte ich ihn hindern dürfen, das Fahrrad zu stehlen?

      Wir berufen uns in unserer Philosophie auf das Nicht-Aggressions-Prinzip, das besagt, dass die INITIIERUNG von Gewalt IMMER unmoralisch ist.
      Die Betonung liegt auf Initiierung, womit „beginnen mit“ gemeint ist. Wenn ein Dieb Gewalt gegen mein Eigentum ausübt, initiiert er Gewalt, er beginnt mit mit Gewalt und legitimiert mich, mit Gewalt zu antworten. Es liegt hier an ihm, ob er in letzter Konsequenz Gewalt erntet.

      Beim Staat ist es anders. Er kommt zu mir und fordert von mir die Hälfte meines Eigentums und droht mir, mich einzusperren oder schlimmeres, wenn ich nicht zahle. Das erfüllt im Privatrecht den Tatbestand der räuberischen Erpressung und ist ein Akt der initiierten Gewalt. Wenn ich mein Fahrrad aus moralischer Sicht wiederholen oder mich gegen den Fahrraddieb verteidigen darf, wenn das rechtmäßig ist, dann ist es auch rechtmäßig, wenn ich mich gegen eine Besteuerung widersetze. Wenn ich mich der Besteuerung aus moralischer Sicht nicht widersetzen darf, dann muss ich den Fahrraddieb mit meinem Rad fahren lassen.

      Verstehst Du den Unterschied? Der Staat initiiert Gewalt, so ist das System. Er holt sich seine „Legitimation“ aus der Überzeugung, dass eine Mehrheit entscheiden kann, was moralisch gut ist und diese Entscheidung der Minderheit aufzwingen kann. Wir bestreiten das.

      Wenn mir jemand ein Fahrrad stiehlt, schuldet er mir ein Fahrrad. Nicht mehr und nicht weniger. Er schuldet mir nicht sein Leben. In einer voluntaristischen Gesellschaft gäbe es keine Rechtfertigung für eine letztendliche Todesstrafe für Diebstahl. Diese Gesellschaft wäre ausgelegt auf Restitution und nicht auf Bestrafung. Zu diesem Thema haben wir auch viele Inhalte, die Du auf unserer Seite findest.

      Empfehlen möchte ich folgendes Video:

      http://www.youtube.com/watch?v=P45t3wKtQUw

      Dort gehe ich auf Moral, Rechte usw. ein. Vielleicht ist es nützlich.

      • Reinhardt sagt:

        Hallo Sandman,
        Danke Dir für Deine Antwort! Den ersten Teil kann ich nachvollziehen.

        Du sagst:
        Wenn mir jemand ein Fahrrad stiehlt, schuldet er mir ein Fahrrad. Nicht mehr und nicht weniger. Er schuldet mir nicht sein Leben. In einer voluntaristischen Gesellschaft gäbe es keine Rechtfertigung für eine letztendliche Todesstrafe für Diebstahl.

        Aber diesem Fahraddieb droht ja genau die „Todesstrafe“ sobald er sich weigert, die ihm auferlegte (gerechte) „Strafe“ in Form einer Entschädigungsverpflichtung zu akzeptieren. Oder ist er dann selbst verantwortlich für seinen Tod, der dadurch legitim wird?

        Anders ausgedrückt: Mit dem Tod darf derjenige bestraft werden, der einer gerechten Strafe nicht nachkommt. Richtig?

        Dasselbe gilt heutzutage ja z.B. auch, wenn man über eine rote Ampel fährt.

        Danke, Gruß Reinhardt

        • FwF-sandman sagt:

          Nein, mit Sicherheit nicht. Wir halten ja ein System von Schlichtungsagenturen und Versicherungen für wahrscheinlich. Die Konsequenzen für Verfehlungen werden im vorraus vertraglich geregelt. Die Höchststrafe dafür dass amn seiner Wiedergutmachung nicht nachkommt, würde wahrscheinlich eine moderne Form des Ostrakismus sein. Man würde diesen Straftätern Dinge vorenthalten,mauf die sie keinen Anspruch haben. Strom, Wasser, usw. Es wird unter diesen Bedingungen nicht lange dauern, bis sie einer einvernehmlichen Regelung (die Bestandteil eines Vertrages ist), zustimmen. Wenn Dein Englisch gut ist kann ich Dir fantastische Hörbücher empfehlen, die die Funtionsweise so einer Gesellschaft exakt beschreiben. Sag bitte,mwenn Du Interesse hast.

        • Andi Fischer sagt:

          Anregen moechte ich hier mit der Errungenschaft, die urspruenglich mit ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ bezeichnet wurde. Heute versteht man darunter oft zunehmende Gewalt. Doch im Ursprung bedeutet es, dass die Rache fuer einen Uebergriff niemals hoeher ausfallen darf/soll, als der eigentliche Uebergriff. Toetete also beispielsweise ein Mann die Frau einer anderen Familie, so sollte nicht laenger die gasamte Familie des Mannes leiden/sterben, sondern die Rache/Genugnuung *angemessen* ausfallen. Wie das tatsaechlich verlief, ist freilich nicht hypotetisch zu sagen. Es war jedenfalls eine Zeit, in der Schlichter und Verbannung sich etablierten, um moeglicher Rache Einhalt zu gebieten und die Emotionen zu beruhigen — den Taeufelskreis/Schaden zu beenden/begrenzen.

  2. FwF-sandman sagt:

    Auf die Frage hab ich schon gewartet. Hierzu gibt es verschiedene Ansichten. Rothbard hält das Auge um Auge Prinzip für fair. Ich auch. Ich glaube aber nicht, dass es in diesem Fall zur Anwendung käme. Ich würde in so einer Gesellschaft mit einer Versicherung vereinbaren, wieviel meine Frau oder Kinder erhalten, wenn ich getötet werde. Die Versicherung würde natürlich Beiträge von mir verlangen. Sie würde auch von mir verlangen, niemand anderen zu töten und mit mir die Konsequenzen vereinbaren, falls ich das doch tue. Sie wird die Todesfallsumme auf den Schuldigen abwälzen wollen. Dieses Prinzip ist ja nicht neu, sondern schon heute im Prinzip geübte Praxis. Sollte ich also jemanden töten gäbe es einen berechtigten Anspruch gegen mich.

    Wie eine freie Gesellschft solche Fälle genau bewertet und welche Lösungen sich durchsetzen, lässt sich nicht genau vorhersagen. Sie werden mit Sicherheit effektiver sein als heute und eher an einer Wiedergutmachung orientiert sein. Im Übrigen sind das natürlich alles juristische Fragen und keine philosophischen. Die Philosophie kann begründen, warum initiierende Gewalt immer unmoralisch ist. Eine Gesellschaft, die ein moralisches Wertesystem als Grundlage hat, wird Lösungen finden, die diesem Wertesystem entsprechen.

    Auch hierzu kann ich hervorragendes Audiomaterial empfehlen.

    In neun von zehn Fällen, nachdem ich auf diese Frage eingegangen bin, kommt als nächstes die Frage, was wohl wäre, wenn jemand keine Versicherung hat oder haben will. Mal sehen ob das hier auch der Fall sein wird. 🙂

    Auf Dauer sind die Fragen, was wäre wenn, ermüdend, weil sie am Kern des Problems und der Notwendigkeit der Philosophie vorbeigehen. Man verliert die moralischen Prinzipien aus den Augen, weil man sich nur noch dafür interessiert, wer dem 70 jährigen Leuchturmwärter auf Rügen im Jahre 2171 das neue Üftgeleng bezahlt, wenn er sich keine Versicherung leisten konnte.

    • Reinhardt sagt:

      Tut mir leid, wenn ich den Eindruck gemacht habe, dass ich eher auf die mögliche Funktionsweise hinaus wollte. Danke trotzdem für Deine Geduld!

      Eigentlich wollte ich eher grundsätzlicher auf das Prinzip der Strafe (bzw. Entschädigung) hinaus, wobei mir wichtig war, wie diese überhaupt durchgesetzt werden kann, ohne gleich in letzter Instanz die Todesstrafe anzuwenden.

      Ein ähnlicher Einwand ist mir auch letztens in einer Diskussion entgegnet worden, wonach ja Strafe in JEDEM System nur durchsetzbar ist, wenn dahinter eine Gewaltandrohung stehe und dass dies folglich als Kritik am Status quo nicht geeignet sei.

      Aber ich verstehe schon, dass man bspw. bei einer Nichtzahlung der Mitgliedsbeiträge an das Sicherheitsunternehmen wahrscheinlich eher die Kooperatioin verweigert bekommen wird als ins Gefängnis (oder ein voluntaristisches Äquivalent) geworfen zu werden.

      An den Hörbüchern bin ich natürlich sehr interessiert, wobei ich vermute, dass es sich um „Practical Anarchy“ von Molyneux handelt. Sehr gerne würde ich auch das Buch „Räderwerk der Freiheit“ von D. Friedman lesen, leider ist dies nicht mehr erhältlich. Laut Lichtschlag soll es aber 2013 evtl. wieder neu aufgelegt werden. Das wäre toll 🙂

      Als kleine Anregung für einen Artikel/Videobeitrag empfehle ich Euch außerdem, etwas über das Thema zu machen, wie das Verhältnis von Kindern zu Moral bzw. deren moralische Rechte sind. Soweit ich weiß, unterscheiden sich da auch die Meinungen von Rothbard und Stefan Molyneux.

      Danke und Gruß!
      Reinhardt

  3. Molot sagt:

    Jeder hat das Recht, sein Eigentum zu schützen oder zu verteidigen. Mit allen Konsequenzen. Wenn mir jemand mein Fahrrad rauben will, darf ich ihn daran hindern.
    Wenn der Raub sich anders nicht verhindern lässt, dann darf den Räuber auch verletzen oder töten. Vorausgesetzt natürlich, dem (potentiellen)Räuber ist klar oder ihm wird klar gemacht welches Risiko er eingeht.

  4. […] Heute aus der Kategorie Neusprech: Bedienstete »Manipulation beginnt bei der Sprache. Das wusste schon George Orwell, als er seinen Roman „1984″…» […]

  5. Niemand sagt:

    Ich werde dazu gezwungen, eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu machen. Meinen moralischen Zwiespalt halte ich psychisch nicht mehr lange durch. Als Behörde herrscht mein Arbeitgeber über die Menschen. Und im Kleinen ist es genauso: Die Hierarchie innerhalb der Behörde, lässt meinen Status so weit schrumpfen, dass ich nichts mehr wert bin. Als Umschüler, der nur 900 Euro im Monat verdient, zwingt man mich dazu, Arbeit zu verrichten, die sonst jemand mit 3000 Euro im Monat Lohn ausübt. Was soll dieses System!?
    Es hat absolut keinen Sinn, außer den Menschen eine Sicherheit vorzugaukeln, die so gar nicht existiert. Denn eigentlich leben alle Bürger nur in Angst. So wie ich auch gerade. Wenn ich die Umschulung abbreche, weil ich es moralisch nicht vertretbar halte, werde ich für immer aus der Gesellschaft ausgeschlossen. (Die Repressalien möchte ich hier nicht aufschlüsseln)
    Apropos Moral: Laut deutschem Recht, darf man nicht nach Moral handeln. Es muss sich strikt an die Gesetze gehalten werden. Wenn sich ein Behördenmitarbeiter von seiner Moral leiten lässt, dann handelt er gesetzeswidrig.

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