Update: Kuchen her oder ich schieße!

On 18. Juni 2012, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei

+++ Update: Der Text dieses Artikels musste geändert werden, da die GEZ der „Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ auf die Verwendung bestimmter Begriffe mit einer Abmahnung reagiert. Nähere Informationen dazu hier bei akademie.de. Wir mussten im Rahmen dieses Updates den Text des Artikels noch einmal anpassen, da uns ansonsten analog zu akademie.de eine „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ droht, durch die wir für jede weitere öffentliche Verwendung eines Verbotsworts 5.100 Euro an die GEZ bezahlen müssen. +++

Heute haben wir ein interessantes und lustiges Video der Youtuber YTITTY entdeckt. In „Reich durch Gebühren – Die Anstalt“ parodieren sie unsere „öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten“ „öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ und kritisieren unter anderem den verschwenderischen Umgang mit den GEZ-Gebühren „gesetzlichen Rundfunkgebühren“ und die schlechte Programmqualität. Die GEZ-Gebühren „gesetzlichen Rundfunkgebühren“ werden ab 2013 zur sogenannten „Haushaltsabgabe“ zum sogenannten „neuen Rundfunkbeitrag“, für den auch Menschen zur Kasse gebeten werden, die gar kein Radio und Fernsehen wollen und beides auch nicht in Anspruch nehmen. Aber seht euch zunächst mal das Video an:

Die Messlatte, die Voluntaristen an alles anlegen ist: Passiert es unter Zwang und Gewalt oder aus freier Entscheidung? Aus unserer Sicht lässt sich der Inhalt des Videos deshalb so zusammenfassen: „Kuchen her oder ich schieße!“ Das klingt auf den ersten Blick lustig, aber auf den zweiten Blick ist es das ganz und gar nicht.

Denn was passiert, wenn man die GEZ-Zwangsabgabe „gesetzliche Rundfunkgebühr“ – immerhin über 200 Euro im Jahr –, mit der der viele Kuchen eingekauft wird, einfach nicht bezahlt wird?

Zuerst werden ein paar nette Briefe eintreffen, dann ein paar weniger nette Briefe, dann ein paar Briefe mit ganz wichtigen lustigen Stempeln und Siegeln drauf, bei denen man unterschreiben muss, dass man sie auch bekommen hat und dann werden irgendwann ein paar Leute mit einem lustigen blauen Kostümen und Mützen auf dem Kopf klingeln und einen freundlich darum bitten, in ihr lustig blinkendes Auto einzusteigen. Sagt man freundlich „Nein Danke, ich bleibe lieber zu Hause“, dann bekommt man zwar lustige, aber unbequeme Armreifen verpasst und wird ins lustig blinkende Auto gezerrt.

Spätestens ab dann ist der Spaß vorbei und es ist Schluss mit lustig. Wehrt man sich gegen das Anlegen der lustigen Armreifen, dann werden die Leute böse und drücken einen mit dem Gesicht gegen die Wand oder auf den Boden. Wird man daraufhin auch böse, gibt es ein paar fiese Griffe und Hebel aus dem Kampfsport, die richtig weh tun. Schafft man es, sich aus diesen Griffen zu befreien, gibt es Schläge. Wehrt man sich gegen die Schläge, blickt man in den Lauf einer oder mehrerer Pistolen. Lässt man sich auch davon nicht beeindrucken, folgen ganz „alternativlos“ Schussverletzungen, die durchaus auch mal zum Tod führen können.

Kurz zusammengefasst: Wer den Kuchen nicht bezahlen will, wird erschossen.

Das alleine ist noch nicht das Tragische an der Sache. Das eigentliche Problem ist, dass die Menschen solche einfachen aber unbestreitbaren Zusammenhänge nicht erkennen, sie stillschweigend dulden oder auch noch befürworten. Sie persönlich würden niemals zu anderen Menschen nach Hause kommen und sie unter Gewaltandrohung oder unter Anwendung von Gewalt einsperren oder bei Gegenwehr sogar verletzen und töten, weil diese etwas, was sie weder wollen, noch in Anspruch nehmen, auch nicht bezahlen wollen. Die meisten würden es nicht einmal wagen, so etwas auszusprechen.

Voluntaristen haben so etwas wie einen eingebauten, hochsensiblen Gewalt-Detektor. Sie lassen sich auch nicht von noch so schönen Verschleierungsmethoden blenden, sondern stellen sich am Ende immer die Frage: Werde ich letzter Konsequenz mit Gewalt zu etwas gezwungen, auch wenn ich es nicht will, oder nicht? Lautet die Antwort „ja“, dann lehnen sie es ab – egal was es ist. Bei der GEZ Beim „Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ schlägt dieser Gewalt-Detektor sofort in den tiefroten Bereich aus.

Was aber können Voluntaristen tun? Sie können aufklären. Denn wer wie in diesem Beispiel darüber aufgeklärt ist, das so etwas wie die neue „Haushaltsabgabe“ der „neue Rundfunkbeitrag“ zur Finanzierung der „öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten“ „öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ bedeutet, für ein paar Stück Kuchen andere Menschen gewaltsam zu bestehlen und bei Gegenwehr sogar Schmerzen zuzufügen, zu verletzen oder zu töten, kann sich selbst nicht mehr als Unwissender hinstellen.

Derjenige, der darüber aufgeklärt ist, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, untätig bei einer Tat zuzusehen, die er persönlich niemals begehen würde. Wenn er beispielsweise für eine Einrichtung wie die GEZ den „Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ arbeitet, muss er sich sogar fragen, ob er es ethisch und moralisch verantworten kann, aktiv als Komplize oder Mittäter an dieser Tat mitzuwirken.

Und er muss sich die Frage gefallen lassen, ob er auch persönlich bei einem zahlungsunwilligen GEZ-Opfer „Rundfunkteilnehmer aufgrund der gesetzlichen Rundfunkgebührenpflicht“, der weder Radio und TV besitzt, noch das Programm dieser „Sendeanstalten“ „öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ in irgendeiner Form konsumiert, vorbeikommen würde, ihm in die Augen schauen würde, ihn anschließend mit Gewalt zur Zahlung zwingen, einsperren und ihn bei Gegenwehr sogar erschießen würde.

Es wäre hochinteressant, wie er dann der Frau und den Kindern des Opfers erklären will, dass er Papa erschossen hat, weil er den Staats-TV-Mitarbeitern „Mitarbeitern der durch die gesetzliche Rundfunkgebühr finanzierten öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten“ keinen Kuchen kaufen wollte.

+++ Anmerkung der Redaktion: Wir bitten bei weiteren Kommentaren zu diesem Artikel die unter http://www.akademie.de/wissen/gez-abmahnung veröffentlichte Liste der verbotenen Begriffe zu beachten und die Begriffe die FreiwilligFrei.de dem Risiko einer kostenpflichtigen Abmahnung aussetzen, nicht zu verwenden. Da wir als Betreiber der Seite auch verantwortlich für die veröffentlichten Kommentare sind, können wir Kommentare, die verbotene Begriffe enthalten, nicht veröffentlichen. Wir bitten um Verständnis. +++

 

7 Responses to Update: Kuchen her oder ich schieße!

  1. depublished sagt:

    Habe bei Focus Online noch ein altes Interview zum Thema GEZ gefunden:
    http://www.focus.de/kultur/medien/tid-17116/gez-forum-wir-haben-mit-kritik-gerechnet_aid_476675.html

    „Geschäftsführer Hans Buchholz erklärt, warum die GEZ so offensiv den Dialog mit den Gebührenzahlern sucht.“
    – Kann man ein Gespräch zwischen einem Erpresser und seinem Opfer als „Dialog“ bezeichnen?

    „Eine sachliche Diskussion suchen Gebührenzahler hier bislang allerdings vergeblich.“
    – Können Opfer einer Erpressung mit dem Täter überhaupt eine „sachliche Diskussion“ führen?

    „Mit dem neuen Logo möchte sich das Unternehmen GEZ zukünftig als ein kundenfreundliches, modernes Dienstleistungsunternehmen positionieren und als solches am Markt operieren.“
    – Was hat ein Erpresser-Opfer-Verhältnis mit einem Anbieter-Kunde-Verhältnis zu tun?
    – Welches „Unternehmen“ zwingt seine „Kunden“ mit Gewalt dazu, eine Leistung in Anspruch zu nehmen, die dieser nicht will und dessen Preis und „Leistungs“umfang es selbst festlegt? Was hat das mit „Kundenfreundlichkeit“ zu tun?
    – An welchem „Markt“ operiert denn ein Erpresser? Am Markt für die besten Verbrechen?

    „Wir haben mit Kritik gerechnet und stellen uns dieser auch gerne. Wir freuen uns, dass das Forum so gut angenommen wird.“
    – Warum gibt es das Forum heute nicht mehr, wenn es doch „so gut angenommen“ wurde?

    „Die Organisation, die sich dann um die Rundfunkgebühren – halt: die Rundfunkbeiträge! – kümmern wird, wird „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ heißen.“
    http://www.sueddeutsche.de/medien/gez-heisst-jetzt-beitragsservice-heute-schon-azdbsahlt-1.1371769
    – So mutiert der Begriff „Service“ nun wohl endgültig zur Beleidigung.

    • markus_eserver sagt:

      Wenn man mal davon ausgeht, dass es einen „Dialog“ geben kann: Im Falle der GEZ funktioniert er nicht! Zumindest hab ich keine Antwort erhalten, als ich denen mal meine Meinung gesagt hab 🙂

    • Manja sagt:

      Im Finanzamt gibt es auch ein „Kundencenter“. So werden die Begriffe verwischt, um Tatsachen zu verschleiern.

  2. heikophilo sagt:

    Super geschrieben!

  3. Taylor sagt:

    Der Staat Sagt „Du sollst nicht stehlen“ – Erhebt aber selber Steuern.

    Der Staat Sagt „Du sollst nicht Nötigen“ – Nötigt aber Kinder seine Schulen zu besuchen und in den Krieg zu gehen.

    Der Staat Sagt „alle Menschen sind gleich“ – Selber aber bevorzugt er bestimmte Menschen mit Subventionen und Privilegien.

    Der Staat Sagt „Es herrscht Redefreiheit“ – Verurteilt aber bestimmte Aussagen und verbietet deren Verbreitung.

    Der Staat Sagt „Du sollst nicht Drohen mit Zwang“ – Droht aber selber jederzeit mit Zwang.

    Der Staat Sagt „Du sollst nicht falsche Aussagen machen“ – Selber aber trifft er regelmäßig falsch Aussagen.

    Unter Staat kann man eigentlich alle „In sich Widersprüchlichen Gruppierungen“ einordnen.

  4. Helmut Enz sagt:

    Da ich den neuen Rundfunkbeitrag als einen Anschlag auf meine ungestörte Religionsausübung betrachte, die im Grundgesetz Artikel 4 garantiert wird, habe ich beim Beitragsservice einen Antrag auf Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht aus religiösen Gründen gestellt und auf einer Webseite dokumentiert.

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