Ideen für eine freie Gesellschaft: Rechtssysteme

On 17. Februar 2014, in Videos, Voluntarismus, by FreiwilligFrei

David D. Friedman ist ein Ökonom, politischer Philosoph und Autor vieler Bücher. Ein Beispiel ist „Räderwerk der Freiheit“ (Original: The Machinery of Freedom). In diesem Buch entwickelt er die Grundlagen für eine Gesellschaft, die ausschließlich auf freiwilligen Transaktionen beruht. In seinem Vortrag „Exploring Liberty“ erklärt er die Grundsätze von „Räderwerk der Freiheit“ und geht auf einige zusätzliche Ideen ein, die er in den Jahren nach 1973 entwickelt hat, als dieses Buch erstmals veröffentlicht wurde. In diesem Video erklärt er, wie sich Rechtssysteme aus freiwillig getroffenen Entscheidungen heraus entwickeln können:

Ein Rechtssystem, das auf diese Art und Weise entsteht, ist für alle ebenso verbindlich wie staatliche Rechtssysteme. Im Unterschied zu staatlichen Systemen entsteht es aber nicht in der Vorstellung einiger weniger, die es anschließend allen anderen mit Gewalt aufzwingen. Die Grundlage eines solchen Rechtssystems ist die freiwillige Entscheidung und die Selbstverpflichtung jedes Einzelnen. Und es ist voll von Anreizen, gewaltsame Lösungen zu vermeiden, während staatliche Rechtssysteme dazu neigen, Gewalt zu provozieren und zu verstärken.

Das was in diesem Video beschrieben ist, ist nur ein Beispiel dafür, wie ein Rechtssystem möglicherweise entstehen kann. Es ist nicht gesagt, dass zwangsläufig ein solches Rechtssystem in einer freien Gesellschaft entstehen muss. Bei wirklicher Freiheit kommt es zu einem Wettbewerb der Ideen, bei dem sich die besten Ideen durchsetzen werden, weil sie durch ihren höchsten Nutzwert auch am stärksten nachgefragt werden. Es steht keineswegs fest, dass David Friedmans Ideen, die er hier zu einem Rechtssystem beschreibt, auch die besten sind. Wenn ihr beispielsweise andere tolle Ideen für ein Rechtssystem habt, dann schreibt sie uns einfach im Kommentarbereich.

Dieses Video ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass der Voluntarismus nicht nur eine fixe Idee ist, die auf die Ablehnung von initiierender Gewalt beschränkt ist. Voluntaristen haben sich sehr wohl ausführliche Gedanken über die Folgen eines solchen Grundprinzips gemacht. Und diese sind das genaue Gegenteil von realitätsfern. Jeder Einzelne von uns lebt schon immer ein zutiefst voluntaristisches Leben – in allen Bereichen, die nicht vom Gewaltmonopol des Staates beeinflusst werden. Es wird Zeit, dass wir dieses voluntaristische Leben auch auf die Bereiche ausdehnen, in denen das Gewaltmonopol des Staates noch für selbstverständlich und unverzichtbar gehalten wird. Wenn man wirklich ernsthaft darüber nachdenkt, ist es zur Lösung gesellschaftlicher Probleme aber vollkommen ungeeignet und überflüssig.

 

 

 

 

Artwork:
Bitbutter

Übersetzung:
Manuel Barkhau
Peter Müller

Sprecher:
Manuel Barkhau

Produktion:
InfokriegerBerlin

Original:
http://www.youtube.com/watch?v=jTYkdEU_B4o
Original Präsentation: http://www.youtube.com/watch?v=2YfgKOnYx5A
David Friedman’s Webseite: http://daviddfriedman.com/

 

35 Responses to Ideen für eine freie Gesellschaft: Rechtssysteme

  1. Die Agentur die mir schnellsten hilft, ist meine eigene. Ich werde mich nicht vom Staat befreien wollen und dann meine Sicherheit Agenturen überlassen. No Way. Das Geld kann ich auch in Sicherheitstechnik investieren und vor einem Überfall schützt mich am besten eine Waffe. Was soll bitte eine Agentur machen wenn ich überfallen werde? Mit Blaulicht ausrücken und die Tat begutachten. Tolle Sache wenn ich tot am Boden liege. Auch Agenturen werden mich nicht vor Verbrechen schützen sondern maximal Verbrechen aufklären, genau wie die Polizei heute. Also ist das wichtigste für eine wirklich freie Gesellschaft nicht das Gewaltmonopol freiwillig an irgendwelche Agenturen abzutreten, denn darauf wird es hinauslaufen.
    Etwa so: Wir sorgen nur für Ruhe und Ordnung in Eurer Stadt ,wenn Ihr Bewohner Euch vertraglich verpflichtet, keine Waffen zu tragen.
    Sorry aber das ist alles theoretischer Quatsch für mich. Staat weg alles gut. So einfach ist das. Was sich dann wie entwickelt wird man sehen.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      das gute in einer freien gesellschaft ist ja, daß dich niemand dazu zwingt, dich zu versichern.
      es ist ja auch nur eine möglichkeit von vielen.
      blos es als quatsch zu betiteln, ist kein argument.

      • War von mir auch nicht als Argument gedacht. Im Film wird gesagt, dass irgendwann alle Menschen sich durch Sicherheitsfirmen vertreten lassen. Ich finde einfach ,dass Ihr Euch manchmal ein bißchen zu sehr auf die private Wirtschaft versteift in den Argumentationen. Auf vielen Gebieten stelle ich mir auch andere Lösungen vor. Ich weiß wie es gemeint ist, dass niemand gezwungen wird und so. Aber es kommt immer so rüber als wenn das die unbedingte Lösung ist. Die Menschen werden das schon machen.

        • FwF- infokriegerBerlin sagt:

          als unbedingte lösung könnte es dir nicht vorkommen, wenn du den beschreibungstext aufmerksam gelesen hättest.

          wir verrsteifen uns nicht auf private sondern wir versteifen uns auf gewaltfreie lösungen. das stimmt und dazu stehen wir konsequent.

          das du dir andere lösungen vorstellst ist völlig legitim und liegt in der natur der sache, daß für verschiedene menschen, verschiedene lösungsansätze in frage kommen. ich würde dabei hoffen, daß du dich da auch sehr auf gewaltfreie lösungen wie wir versteifst.

          den vergleich der sicherheitsagenturen mit der regierung, kommt mir auch wenig durchdacht und noch weniger durchargumentiert vor.
          ich würde auch sagen, daß die alternative im video, ganz klar besser und sinnvoller ist, als die jetzige situation.

          in diesem sinne, sind immer genre neue gute alternativen erwünscht und gefordert von uns; im sinne des wettbewerbs der ideen.

          • Chris sagt:

            Der Vorteil von Sicherheitsagenturen ist, dass sie keine staatliche, d.h. verpflichtende Lösung sind. Daher verstehe ich die Argumentation gegen die Möglichkeit der Wahl einer Sicherheitsagentur, um meine Sicherheit zu schützen nicht. Ich kann natürlich auch darauf verzichten, und mich wie von Jens dargelegt selbst schützen, wenn kein Gesetz dies mir verbietet. Das ist dann eben die Frage, was ich für effektiver halte. Solange ich die Freiheit habe, darüber zu entscheiden, sehe ich keinen Widerspruch. Wie friedlich es aber zugehen wird, wird von der Friedfertigkeit der Einzelnen abhängen.

    • Manuel Barkhau sagt:

      Ich glaube nicht, dass so eine Agentur sagen würde man soll keine Waffen tragen. Ich glaube es wäre sogar umgekehrt, dass man ein Rabatt bekommt wenn man zeigen kann, dass man auf 100m jemand in den Kopf schießen kann.

  2. libertärernovize sagt:

    Was macht man dann jetzt z. B. mit Verbrechern wie resozialisiert man Mörder und Vergewaltiger sinnvoll? Da mach ich mir grad so meine Gedanken wie man das es schaffen könnte Leute die trotz freier Wahl eben gegen die Regeln verstoßen. Inwiefern schränkt man deren Freiheit dann ein damit sie den anderen nicht schaden und wie könnte man ds organisieren?

    • Taylor sagt:

      @ libertärernovize, na durch Gesetze, Freiheit bedeutet nicht das es keine regeln und Gesetze gibt.
      Ein Mörder oder Vergewaltiger der in irgendeiner Form den Hinterbliebenen oder dem Opfer Wiedergutmachungsleistungen erbracht hat muss sich danach selbst resozialisieren. (Allerdings wird seine tat in den Datenbanken der Gerichte gespeichert sein, diese Datenbanken könnten für die Kunden dieses Gerichts oder eine anderen Gerichts gegen eine Gebühr einsehbar sein.)

      in diesen Datenbanken wären einschlägige Mörder und Vergewaltiger aufgelistet.
      Mieter und Anwohner-Genossenschaften könnten per Beschluss sicherstellen das in ihrer Nachbarschaft kein Vergewaltiger einzieht. Arbeitgeber, Vereine etc. könnten die Datenbanken prüfen um so Infos über den Bewerber zu bekommen.

      All dies würde freiwillig und privat geregelt werden, Mörder, Vergewaltiger, chronische Vertragsbrecher, Diebe und notorische Lügner hätten es schwer in einer freien Gesellschaft, da die Persönliche Reputation darüber Entscheiden ob man in dieser Gesellschaft Fuß fast oder nicht.
      Und ich behaupte jetzt einfach mal das (fast) jeder in einer solchen Gesellschaft gerne Fuß fassen möchte, da diese Wohlhabender und friedlicher wäre als alle bis jetzt bekannten Gesellschaften in der Geschichte.

      • libertärernovize sagt:

        Das mit dem Reputationssystem ist eine interessante Sache. D. h. im Endeffekt ist die Motivation ein Verbrechen zu begehn schon weit geringer wenn man weiß das man eben nicht so leicht von der Gesellschaft wieder aufgefangen wird. Wenn man dem Opfer nach eine Entschädigungszahlung zugesteht, dann müsste der Täter noch zusätzlich diese zahlen bzw. abbezahlen.

        • Taylor sagt:

          […]“D. h. im Endeffekt ist die Motivation ein Verbrechen zu begehn schon weit geringer wenn man weiß das man eben nicht so leicht von der Gesellschaft wieder aufgefangen wird.“

          Vollkommen richtig, neben dem ökonomischen Argument ist das Argument der Reputation das stärkste, bezüglich einer funktionierenden Rechtsordnung, in einem freien Rechtswesen.

          • depublished sagt:

            Ich stimme zu. Allerdings nur, wenn es sich um ein wirklich freies, d.h. nicht-staatliches Rechtswesen handelt, in dem verschiedene Rechtssysteme um die Gunst der Nutzer konkurrieren. Ein Reputationssystem mit einem staatlichen Rechtssystem – wie z.B. dem heutigen – zu kombinieren, wäre eine schiere Katastrophe. Das würde in reiner Willkür ausarten.

            Man stelle sich z.B. vor, 90% der Güter des täglichen Bedarfs würden über ein ebay-System gehandelt, bei dem der Staat einen Einfluss auf die Reputation der Nutzer hätte, indem er z.B. Negativbewertungen für Falschparken oder Nichtzustimmung zu Kriegseinsätzen der Bundeswehr erteilen kann.

          • Chris sagt:

            In einer privatrechtlich organisierten Gesellschaft wird das gesellschaftliche Fuß fassen vermutlich tatsächlich noch stärker als heute schon vom „guten Ruf“ einer Person abhängen. Wenn der Ruf zu Recht (oder zu Unrecht, es wird ja auch viel daher geredet…) beschädigt ist, wird dies nicht gut gelingen. Daher werden die meisten Menschen sicher auf ihren guten Ruf achten, wahrscheinlich mehr noch als heute. Dies wird einen noch stärkeren gesellschaftlichen Druck auf Wohlverhalten als heute schon erzeugen. Paradoxerweise wird eine privatrechtliche Gesellschaft auf diese Weise für eine höhere Gesetzeskonformität sorgen können als eine staatlich verfasste Gesellschaft. Paradoxerweise aber wird dies dadurch eben auch zu Lasten des Einzelnen gehen, der sich in seinem Verhalten nun stärker selbst reglementieren muss als zuvor, weil er ja ständig um seinen guten Ruf besorgt sein wird. Sozusagen zwei Seiten einer Medaille. Das freie Reputationssystem würde jedenfalls funktionieren.

  3. Ferdinand Lassalle sagt:

    Ich find es verwunderlich von gerichten argenturen und von gespeicherten daten zu reden wenn man deine geselschafft will die keine regirung hat?!
    Sobal argenturen oder andere organisazionen eingeschaltet werden hat man wieder eine regirung… nur ist diese leider nicht von einer mehrheit gewahlt sonder von personsn bezahlt die wollen das ein bestimmtes ergebniss erzielt wird!!!!
    nemmen wir also mal denn fall das ich oder du ein bestimmtes produkt besitzen wollen,
    nun habe ich natürlich die moglichkeit mir dieses produkt disen gegenstand zu erarbeiten ich habe aber auch die möglichkeit mir eine argentur rauszusuch die die ensprechenden gesetze vertritt mir das produkt einfach anzueignen.
    dieses wäre nartürlich nur möglich wenn genügend menschen meine ansichten teilen und sich auch ohne viel arbeit gegenstände anzueignen.
    gibt es dar nicht genügend von???
    es gib schon geselschaften in unserer die ohne regirung auskommen und die nur belästigt werden wenn sie zu weit gehen mit ihrem liberalismus…

    Die Katolische Kirche, GM, Die hells angels, euvonic und und und

    warum sollte jemand der viel geld damit verdient andere zu unterdrucken wenn er dafür sorgen kann das auch du mit dieser unterdrückung geld verdienst und du damit es auch gut findes.

    wenn iher alle also dann damit einverstanden seit die kleinere geselschaftsgruppe zu unterdrücken und damit geld zu verdienen wie kann sich dann die kleine gruppe währen???

    indem sie zu einer anderen argentur geht?

    wohl kaum sie waren ja schon wärend eures angriffes zu wenige um sich zu währen sprich ihr habt gesiegt!

    ist das fair… ? ist das anders als heute???

    es muss ein moralischerkompass für die geselschaft gelten der überdacht und und fest gemauert in der erde steht an dem die politiker, manager oder auch privat leute nicht rütteln können!!!

    moral muss überdacht und unzerstörbar sein und darf auch nicht anpassbar sein!!!

    die gesetze müssen überdacht werden und nicht das system!!!

    und wenn das system dann doch schon lieber sozialismus da hat jeder was von!!!

    • Ferdinand Lassalle sagt:

      ich habe leider eine lese- rechtschreibschwäche, wollte aber gerne trotzdem etwas darz sagen.
      !sorry! für die rechtschreibung

  4. Bastii sagt:

    Genau das wollen wir ja auch, deshalb basiert unsere Moral auf UPB (Unviversell zu bevorzugendes Handeln, siehe http://www.freiwilligfrei.info/archives/124 ). Wenn du interessiert bist an solchen Themen, dann empfehle ich dir die Artikel zu Moral und die Youtube-Reihe von heikophilo (http://www.freiwilligfrei.info/archives/2439).
    Nach diesen moralischen Grundsätzen ist der Staat nunmal böse, deshlab lehnen wir ihn ab.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      es kommt heute unser neur ausführlicher ethikartikel+video raus.

    • Ferdinand Lassalle sagt:

      das find ich auch gut.
      meistens aber sehe ich leider leute die keinen simmer von moral haben und sie mit füssen treten. (siehe „mitten im leben“)
      wie sollen solche leute für sich selbst und andere vernünftig endscheiden was gut auf lange sicht ist?
      ihe selbst habt ja ein ergeitziges vorhaben, das allerdings auf jeden fall durch dachte ist.
      das geht nur wenn mann wirklich denkt!
      und das tuhen die meisten leider nicht.
      ihr vergesst leider glaube ich die menschheid, die ist nicht intiligent genug dafür!

      • FwF-Manuel sagt:

        Hallo Ferdinand,

        ich kann deinen Unmut gut verstehen, zu viel eMenschen lassen sich nur blenden und denken kein stück selbst nach. aber das kann sich ändern, bei mir war es auch nur ein kleiner Impuls und schon war ich erwacht. Die Arbeit lohnt sich, da bin ich mir sicher.

        Ich möchte deinen Gedanken etwas aufgreifen, du sagst die Menschen sind nicht intelligent genug um selber entscheidungen zu treffen, ich schliesse daraus, du bist der Meinung so etwas kann nur eine REgierung machen, da wir zu dumm sind. Du viergisst aber einen wichtigen Punkt, auch die Regierung besteht nur aus Menschen und auch diese können sehr dumm sein.

        Oft höre ich, dass Menschen die Regierung als notwendig ansehen. Denn die Regierung soll uns ja vor den Psychopaten schützen. Das paradoxe daran ist, man will eine Regierung um die Menschheit vor schlechten Menschen zu schützen, aber genau diese schlechten Menschen findet man sehr oft in Regierungen wieder. Da kann man sich dann als Psychopat erst so richtig austoben. Wir schaffen eine Position wo stehlen, morden und was auch immer auf einmal erlaubt ist um uns genau vor Räubern und Mördern uz schützen…da kann doch etwas nicht funktionieren oder?

        Ich hoffe ich konnte Dir damit meine Meinung zum Thema etwas genauer darstellen.

        Wenn überhaupt jemand in der Lage ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen, dann ist das jeder für sich selber, ganz einfach. Es ist sehr gefährlich wenn Menschen Macht über andere Menschen bekommen, sei es durch ein Amt, eine Position oder einfach nur eine Uniform.

        lg Manuel

  5. F.iasko sagt:

    Hallo alle,

    zuerst wirst du vertrauenskriminell und gegen deine Natur in der Umerziehungs- und Deformationsanstalt (Schule) mit wissenschaftlichen Methoden geistig verblödet (Ich auch) und dann heisst es auf einmal alle Menschen seien zu dumm.

    NEIN!

    Dumm gemacht worden! Durch Nicht- und Falschinformation. Desinformation.

    Diese absichtlich hergestellte, antrainierte „Dummheit“ kannst du wegmachen.

    Einfach FwF lesen!

    lg

  6. Andi sagt:

    Ich finde das System recht gut. Nur ich frage mich wie so alltägliche Regeln bestimmt werden , wie z.B Verkehrsregeln. Außerdem übernimmt der Staat ja noch paar gute öffentliche Einrichtungen wie ne Bibliotheken , wer könnte sowas übernehmen? Reiche Gönner die der Stadt ein Schwimmbad bauen damit Kinder günstig drin baden ? Zurück zu den Straßen wer baut die denn?

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      der staat baut garnichts, es sind menschen die das machen.
      der staat bezahlt auch nichts, weil der staat kein geld verdient, auch das sind menschen die das bezahlen.

  7. Timo Ollech sagt:

    Meine erste Frage dazu: Was ist, wenn ich mir so eine Agentur nicht leisten kann? Das vorgestellte System riecht mir doch ein bißchen zu sehr nach Plutokratie (=Herrschaft der Reichen).

    • michael sagt:

      du meinst, daß was wir jetzt gerade haben…neee, daß wollen wir gerne ändern.

      • Timo Ollech sagt:

        Ja, aber wie? Und wie wollt ihr sicherstellen, dass sich jeder so eine Agentur leisten kann? Sonst wäre es kein Recht, wenn das nicht sichergestellt wäre.

        • FwF-sandman sagt:

          „Sonst wäre es kein Recht, wenn das nicht sichergestellt wäre.“

          Du denkst hier in der falschen Kategorie des positivistischen Rechts. So ein Recht müsste von irgendwem GESETZT werden (davon leitet sich dann das Wort Gesetz ab).
          Eine solche Instanz gibt es aber nicht. Wenn es heißt, Du hast, das Recht, dann bedeutet es nichts weiter, als dass es nicht zu RECHTFERTIGEN wäre, dich daran zu hindern.

          Beispiel: Stellen wir die These auf: Du hast das Recht zu leben!

          Siehst Du es positives gesetztes Recht an, bestünde jetzt die Pflicht seitens der Gesellschaft, Dein Leben zu sichern. Für uns bedeutet das nur, dass Dir niemand das Leben aktiv nehmen darf. Es gibt aber keine Verpflichtung, Dir dabei zu helfen, am Leben zu bleiben. Du brauchst nun nicht zu vermuten, dass alle Anarchisten die Leute verhungern lassen würden, im Gegenteil. Es geht aber um etwas ganz grundsätzliches. Ist die Freiheit und Selbstbestimmung eines Individuums unantastbar oder nicht. Wir sind Individualisten und bejahen das. Kollektivisten glauben, dass die Freiheit und die Selbstbestimmung des Individuums irgendwelchen Regeln ZWANGSWEISE untergeordnet werden dürfen. Wir verneinen das ganz prinzipiell.

          Kannst Du Dir also keine Agentur leisten (was aus ökonomischen Gründen sehr unwahrscheinlich wäre), hättest eben keine.

          • Chris sagt:

            So wird es vermutlich sein. Es wird auch Unterschiede im Service der Agenturen geben… So wie man sich heute nicht alles leisten kann, was man will, so wird es auch in einer privatrechtlichen Gesellschaft sein. Zumal da ja nichts umverteilt wird. Die Antwort dass du keine Agentur haben wirst, wenn du sie dir nicht leisten kannst, ist daher sehr realistisch. Aber – oben wurde es schon von Jens diskutiert – du brauchst ja auch gar keine Agentur. Du kannst dich selbst schützen oder dich mit anderen, die in ähnlicher Lage sind, zusammentun, dich selbst organisieren. Das ist dann eine sehr aktive, selbstbestimmte Haltung, statt dich auf irgendwen zu verlassen, der die Sache schon für dich regeln wird (oder auch nicht…).

        • michael sagt:

          „wir“ wollen garnichts sicherstellen, weil „wir“ nicht vor haben über andere menschen zu herrschen.
          wir trauen es den menschen zu, sich um dinge selber kümmern zu können und dinge selber organisieren zu können.

          • Timo Ollech sagt:

            In diesem Punkt sind wir uns einig: Ich will auch nicht über andere Menschen herrschen. Deshalb entsage ich allerdings konsequenterweise der Kategorie von Eigentum, weil ich auch anderen Menschen nicht vorschreiben will, was sie mit „meinem Eigentum“ zu tun oder zu lassen haben.
            In allen anderen Bereichen lehnt ihr positives Recht ab, Eigentum behandelt ihr dafür absolut als positives Recht, das ihr als solches setzt und auch bereit seid, es mit Klauen und Zähnen zu verteidigen.

            Da passt doch etwas nicht zusammen.

            When shall I be free?
            When I shall cease to be
            No more I but we
            In perfect harmony

            (Shpongle

          • Brian Cohen sagt:

            Interessante Frage ist Sichern von Eigentum Selbstverteidigung oder initiierende Gewalt, da ich jemanden aktiv davon abhalte etwas bestimmtes zu benutzen?

            Der Ansatz des Voluntarismus so wie ich es verstanden habe ist. Eigentum ist etwas das ich oder meine Vorfahren durch ihr Handeln erworben haben. Sofern kein anderer Anspruch darauf erhebt, dass ich es in der Vergangenheit unrechtmäßig erworben habe ist es daher mein Eigentum. Wenn jetzt jemand versucht mir mein Eigentum abzunehmen ist es, als würde er mir die Früchte meiner Arbeit und somit meine Entscheidungen die ich in der Vergangenheit getroffen habe bestimmen wollen. Da er sagt ich hatte nicht das Recht in der Vergangenheit diese Sachen zu erschaffen und für mich zu behalten. Daher würde die Gewalt von dem ausgehen der mir mein Eigentum wegnehmen will und ich hätte das Recht mich zu verteidigen.

            Ich möchte noch erwähnen. Ich bin der Meinung, der Mensch wird sich noch deutlich weiter entwickeln. Irgendwann wird ein Teil der Menschen möglicherweise erkennen, dass der Besitz von Eigentum häufig zu Streitereien und zu unnötigen Notleiden anderer Menschen führt. Daher wird dieser Teil, dann freiwillig auf den Besitz von Eigentum verzichten. Das sich solche Gemeinschaften, unter freiwilliger Teilnahme, in einer Voluntaristischen Gesellschaft bilden halten ich für sehr wahrscheinlich.

        • Hermann Messmer sagt:

          Interessanterweise hab ich privat noch nie einen Rechtsanwalt oder sonstige Rechtsunterstützung gebraucht. Auch bei der privaten Haftpflichtversicherung war ich bisher nur Einzahler. In Diskussionen ist das häufig auch so ein Erlebnis: Die gefühlte Notwendigkeit für Agenturen, Schiedsgerichten…. ist sehr viel höher als die tatsächlich erlebte Notwendigkeit.
          Möglicherweise würden viele (?) Mitmenschen wie oben Jens Martinek ohne Sicherheitsagenturen auskommen und sich selbst mit dem gesparten Geld ausreichend verteidigen können.

          • Chris sagt:

            klar, so funktionieren Versicherungen. Wenn alle ständig mehr rauskriegen als sie einzahlen, gibt es keine Versicherung mehr… Du zahlst vielleicht auch Jahr für Jahr in deine Hausversicherung und es passiert einfach nichts. Freu dich. Aber dann ist auf einmal ein Wasserschaden da… dann bist du froh, dass du versichert bist, weil du soviel Geld vielleicht nicht auf der hohen Kante liegen hast. Aber das sollte eben frei entscheidbar sein. Einziges Problem ist, dass diese freie Entscheidung natürlich schon vom Geldbeutel abhängt. Je nachdem wie viel Geld ich habe, kann ich mir entweder leisten, andere für mich arbeiten zu lassen (Agentur) oder nicht. Wenn ich viel Geld habe, kann ich die Höhe meines Sicherheitspaketes höher ansetzen als wenn ich weniger Geld habe. Das ist so in allen privaten Bereichen und wird in der Sicherheit dann auch so sein. Heute habe ich quasi eine staatliche Grundversorgung über das Geld der Steuerzahler (Polizei) und kann mir noch mehr Sicherheit dazu kaufen (Sicherheitsfirma). Oder eben nicht. Die Möglichkeiten meiner Freiheit hängen in einer privatrechtlichen Gesellschaft stärker von meinem Geldbeutel ab als dies heute der Fall ist. Dafür bin ich zu mehr Selbstverantwortung gezwungen. Problem: Was machen die, die kein Geld haben und auch keine Selbstverantwortung wollen? Das werden wahrscheinlich Fälle für caritative Organisationen sein, die versuchen können, diese Menschen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe zu aktivieren oder wenn nichts mehr geht einfach nur zu versorgen…

          • Hermann Messmer sagt:

            „Die Möglichkeiten meiner Freiheit hängen in einer privatrechtlichen Gesellschaft stärker von meinem Geldbeutel ab als dies heute der Fall ist. Dafür bin ich zu mehr Selbstverantwortung gezwungen.“

            Frei sein hat nichts mit dem Geldbeutel zu tun. Du bist zu nichts gezwungen. Du kannst selbst entscheiden. Entscheide Dich für Deine Handlungsmöglichkeiten oder beschränke selbst Deine Handlungsmöglichkeiten und Du bist frei. Entscheide bewußt und Du bist frei, zu jeder Sekunde.
            Bist Du der Sklave der Aussenwelt, wirst Du niemals frei. Kein Geldbeutel kann Dich befreien.

            Liebe Grüße
            Hermann

  8. Chris sagt:

    Das stimmt. Kein Geldbeutel kann mich befreien. Das muss ich schon selbst tun. Das wussten auch schon die alten Kommunisten: „Es rettet uns kein höh’res Wesen…“. Und natürlich auch kein Geldbeutel. Und zwingen kann mich auch niemand zu etwas. Ich kann mich immer verweigern.

    Nur: es ging mir um die Darstellung von Auswirkungen einer Gesellschaftsordung. Ansonsten könnten wir sagen: es ist vollkommen egal, in welcher Gesellschaftsordnung wir leben. Wir können doch überall frei sein. Es hat keine Auswirkung, ob ich im Sozialismus oder im Kapitalismus lebe.

    Was auf einer gewissen, spirituellen Betrachtungsebene ja auch stimmen mag. Ich denke aber schon, dass eine Gesellschaftsordnung Auswirkungen hat, dass sie Möglichkeiten eröffnen oder beschränken kann. Nicht in einem absoluten Sinne, aber in einem wirksamen Sinne.

    Und warum sollte mehr Selbstverantwortung nicht mit mehr Freiheit übereinstimmen?

    • Hermann Messmer sagt:

      Frei sein heißt verantwortlich sein für seine Entscheidungen.
      Es ist nicht spirituell, es ist real. Du kannst es fühlen.
      Weniger Freiheit wird oft verwechselt mit weniger Komfort.
      Der volle Geldbeutel mit Freiheit. Dann bist Du der Sklave des Geldbeutels. Ist er leer, ist Deine Freiheit weg.
      Du kannst hinter Gefängnissgittern frei sein.
      Du kannst am Strand mit dem grenzenlosen Horizont ein Gefangener Deiner Vorschriften, Ängste und Zwänge sein.

      Freie Menschen lassen anderen Menschen ihre Freiheit. Dass ist der Weg zu einer freien Gesellschaft.
      Mit den Worten von Zef: Wähle Dich selbst!

      Wir können doch überall frei sein. Bingo!

      Liebe Grüße
      Hemann

      • Chris sagt:

        Du hast mit allem Recht, Hermann! Nur lebe ich trotzdem lieber in einer freien Gesellschaft… und auch lieber nicht hinter Gefängnisgittern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



FreiwilligFrei.de
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de