Moral 4 – Selbstverteidigung ist in Ordnung

On 12. Februar 2014, in Philosophie, Videos, by FreiwilligFrei

Gewalt ist immer schlecht, das war ein Ergebnis der letzten Folge dieser
Serie. Was ist aber, wenn mich jemand angreift, also sich mir gegenüber
unmoralisch verhält? Ist es unmoralisch, wenn ich mich gegen Unrecht mit
Gewalt wehren will?

Ich wende die in den vorangegangen Videos entwickelte Methode an, um zu
zeigen, dass Gegengewalt tatsächlich ein anderer Fall als schlichte
Gewalt ist. Es stellt sich heraus, dass Gegengewalt nicht schlecht,
sondern aus moralischer Sicht einwandfrei ist. Wer sich also mit Gewalt
gegen Gewalt wehren will, macht aus moralischer Sicht nichts falsch.

Zum krönenden Abschluß behaupte ich noch, dass diese Analyse von Moral
die einzig vernünftige ist. Damit ist jeder herausgefordert, der meint,
eine bessere zu haben.

 

 

Moral 1 – Was ist das? Eine Begriffsdefinition

Moral 2 – Wahrheit ist objektiv und absolut besser als Falschheit

Moral 3 – Eine rationale Begründung libertärer moralischer Prinzipien

 

 

 
 

Videoempfehlung:

 

5 Responses to Moral 4 – Selbstverteidigung ist in Ordnung

  1. Hallo Heiko,

    aus dem Standpunkt formaler Logik und einfachen moralischen Verhaltens kann man nichts anderes Einwenden als das, was Du dargestellt hast.

    Moralische Deckung des eigenen Verhaltens kann jedoch auch varrieren.

    Beispiel: Jemand will einem Gewalt antun, weiß aber nicht, dass der andere ziemlich gut in Selbstverteidigung ist. Der Selbstverteidiger verteidigt sich und schlägt den Angreifer oder bringt ihn in eine Situiation, in die der Angreifer nichts mehr unternehmen kann.

    Beispiel zwei: Jemand will einem Gewalt antun, versucht dieses und der andere ist ein richtiger Selbstverteidigungsmeister. Er spielt mit dem Angreifer derart, dass der Angreifer nicht in die Lage kommt, egal was er versucht, den anderen zu treffen oder ihn zu fassen bekommt. Dabei gelingt es dem Selbstverteidigungsmeister dann sogar, die dort vom Angreifer produzierte Gewalt verpuffen zu lassen, ohne den Angreifer geschlagen zu haben oder ihn bewegungslos zu machen.

    Ich möchte mit den Beispielen nur sagen, dass Verhaltensangebote immer auch den Antwortenkatalog widerspiegelen, den ich oder ein anderer im Laufe seines bisherigen Lebens als mögliches moralisches Verhalten abspulen kann.

    Moralisches Verhalten liegt auch den Werten zugrunde, die ich oder ein anderer als Haltungen tradiert, anerzogen oder selbst irgendwie gebildet hat.

    Schweres gewalttätiges Verhalten kann subjektiv (leider) als moralisch richtig empfunden werden. Ebenso kann die hohe Meisterschaft des gewaltfreien Widerstands in einer gewalttätigen Situation als subjektiv moralischen Anspruch eigenen Verhaltens gelten.

    Aus dieser subjektiven Annahme folgt (für mich), dass subjektive Moral nicht den Anspruch ethisch gültigen Verhaltens widerspiegelt, weil subjektiv moralisches Verhalten immer den *subjektiven Weg aller möglichen ethisch relevanten Alternativangebote* aufzeigt. Platt gesagt ist die subjektive Moral immer auch der Bahnhofsplatz, auf das jeweilige Subjekt gerade steht.

    Für die Psycholgie ergibt sich (für mich) hier die Frage nach den möglichen Stellschrauben moralisch besseren Verhaltensangeboten. Anber das ist ein höchst schwierigen Thema, weil wir ja wissen, dass Moral auch kulturell oder gesellschaftlich tradiert wird. Ergo, auch subjektiv moralisches Verhalten spiegelt un hängt auch von den Konstrutionsplänen ab, wie die Gesellschaft geschmiedet ist, in der der jeweilige Mensch lebt und aufgewachsen ist.

    Beispiel: Es gibt Gesellschften in denen es durchaus als subjektiv moralisch richtig gilt, minderjährige Kinder zu verheiraten. Und ich erinnere mich an den Fall, als zwei Menschen sich in Deutschland via Internet zusammenfanden: Der Eine wollte vom anderen verspeist werden und der Andere wollte ihn verspeisen – beide sahen das als subjektiv moralisch völlig korrekt an, nicht aber unsere Gesellschaft. Gesellschaften haben manchmal andere ethische Imperative, die ihre Mitglieder zu einer moralischen Ordnung festigen, aus sie wiederum subjektiv moralisches Verhalten generieren.

    *Was du nicht willst was man dir antut, das füge auch keinem anderem zu*. Aus diesem Bibelspruch machte Kant seinen Imperativ.

    Das Problem der *guten Moral* oder des guten Verhaltens ist der Spielball an Möglichkeiten für eigenes Verhalten. Dieses entspringt leider nur zu selten der Kontrolle eines subjektiven Moralanspruchs, sondern dem Vorteilstreben. Die inneren Vernetzungen systemrelevanter Hirnareale, zur Steuerung des Subjekts haben leider fast gar nichts mit moralisch bewusster Kontrolle zu tun.

    Ich denke, dass es möglich und auch notwendig ist, eine Gesellschaft in der Art zu konstruieren, dass eine bewusste Ausübung moralischer Grundsätze gefördert werden.

    *Einen Gegner den du besiegst, bleibt dein Feind. Einen Gegner den du üpberzeugst, wird dein Freund*. chinesisches Sprichwort

    *Besiege nicht dein Gegner. Besiege nur die Gewalt.* Nichtkampf-Prinzip

    Du brauchst nur einen Menschen zu besiegen – dich selbst.* Allgemeine Weisheit

    *Es gibt keine äußeren Kämpfe, nur dich und deine Dämonen*. Nichtkampf-Prinzip

    Und dieses *sich selbst besiegen* bedeutet letztlich ja nichts anderes, als: sei deiner Moral gegenüber achtsam und erhöhe sie immer wieder, bleib nicht starr.

    Moral ist abgleichendes Verhalten ethischer Grundsätze. Ethische Grundsätze ergeben sich aus gesellschaftlich normativen Verhalten.

    Wenn eine Gesellschaft begriffe, dass sie zu dieser Überwindung immer und zu jeder Zeit schon bereit ist, dann würde sie sich über ihr derzeitiges Verständnis des *Abgleichens mit den Anderen* (als moralischer Imperativ und Rückversichrung guten Verhaltens) emporheben und den Hüter aller Moral besiegen: das Herrschafts-Prinzip.

    LG
    Rüdiger

  2. Ben sagt:

    Ich fasse mich kurz.
    http://www.liveleak.com/view?i=428_1342491285

    Viele Grüße, Ben

  3. Individuum sagt:

    Man sollte das Wesen der Gawalt erkennen..warum und zu welchem Zweck wird Gewalt nötig…Hypothese: wenn der Kreislauf des Lebens sich anders darstellen würde als soo wie er allgemein angenommen wird: Geburt-Leben -Tod, dann würde Gewalt, so behaupte ich, keine Rolle mehr spielen….vielleicht sollte der MENSCH seine ganze Kraft dazu aufwenden einen Beweis ( nicht Glauben) dafür zu finden, das es keinen Nutzen hat Gewalt anzuwenden, da zum Beispiel das geistige Wesen immer wieder inkarniert, oder wir UNS in einer Matrix befinden,oder, oder….Ich gehe davon aus, das nur in dieser AUSFÜHRUNG des Lebens, in der wir uns aufhalten, Gewalt eine mögliche Lösung darstellt aber auch hier noch eine Anmerkung: Es gibt mehr als nur zwei Wege der Gewalt zu begegnen: Selbst Gewalt ausführen-Gewalt selbst einstecken-der Gewalt ausweichen ( z.B. weglaufen), Gewalt umleiten ( auf andere projizieren)….bestimmt gibt es da noch mehr…ergo : Ich lebe mein Leben so, in der Gewalt KEINE Rolle mehr spielt….denn Gewalt ist nur ein anderer Ausdruck von Angst, Moral dient unter anderem als Deckmäntelchen um das wahre Wesen von Gewalt zu verdecken…ANGST…ohne Angst ist erst ein Zusammenleben, und zusammenexistieren von Menschen möglich….AHIMSA

  4. Chris sagt:

    Setzen wir alle Prämissen voraus, dann sind wir hier einer Meinung. Selbstverteidigung mit gewaltsamen Mitteln ist ja auch heute schon gesetzlich geschützt (Recht auf Selbstverteidigung).

    Wenn meine Selbstbestimmung zunichte gemacht werden soll, dann kann ich mich aber auch diesem Versuch der Herrschaftsausübung verweigern, d.h. ich verweigere den Gehorsam und wehre dadurch den Angriff ab. Das grundlegende Prinzip ist in jedem Fall, dass ich meine Selbstbestimmung erhalten will.

    Interessant ist übrigens der Gedanke, den Angriff zu ertragen bzw. auszuhalten. Dies kann von Bedeutung sein, wenn man auch in Zukunft noch mit dem Aggressor zusammenleben und -arbeiten will. Zudem kann man sich immer noch dem Herrschaftsanspruch verweigern.

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