Wir hatten schon sehr lange vor, uns mal mit Oliver Janich zu unterhalten. Als Journalist hat er für viele große Zeitungen ,wie Financial Times Deutschland, Süddeutsche Zeitung, Euro/Finanzen und Euro am Sonntag geschrieben und auch mit Kolumnen im Focus Money für Aufsehen gesorgt. Sein Buch „Das Kapitalismuskomplott“ ist Pflichtlektüre, wenn man Antworten auf die wichtigsten und aktuellsten Fragen unser Gesellschaft sucht. Wie funktioniert Macht? Was ist Geld? Wer kontrolliert das alles und warum? Zur Zeit ist er als Vorsitzender der Partei der Vernunft für die Freiheit unterwegs.

Heute fand dieses Gespräch nun endlich statt, und wir haben einige Geheimnisse von Oliver erfahren. Wir kennen jetzt nämlich einige seiner Spitznamen.

Wir haben einen sehr entspannten Oliver Janich erlebt und einige interessante Themen in Bezug auf  Gemeinsamkeiten und Unterschiede besprochen.

Für uns war es eine sehr kurzweilige und angenehme Unterhaltung. Viel Spaß!

.

 

32 Responses to FreiwilligFrei im Gespräch mit Oliver Janich

  1. Grobian sagt:

    Wenn es um das Thema geht, ein freier Markt würde Monopole schaffen, würde ich Herrn Janich empfehlen, einfach mal die Situation in D. genauer zu beschreiben. Das stört mich nämlich immer an seiner Argumentation. Er behauptet immer, in einem freien Markt können keine Monopole entstehen, erklärt dann aber nicht warum das so ist.

    Ich hab das mal versucht zu erklären, siehe http://www.pharus-forum.de/t2645f116-Schuldenkrise-Es-ist-Zeit-fuer-einen-neuen-Kapitalismus-10.html, #105

  2. Marc sagt:

    ab Minute 1:05 – 1:06 …
    Zur Frage des Begriffs würde ich „Staatshörige“ vorschlagen.

    • FwF-sandman sagt:

      Hörigkeit hat noch mehr Abhängigkeit in sich, wobei ein Jünger mehr aus freien Stücken begehrt, weil er von etwas überzeugt ist. Meinst Du nicht, dass ein Höriger
      vielleicht so süchtig ist, dass er nicht mehr zu retten ist? Vielleicht passt Jünger aus dieser Betrachtung doch besser.
      Was meinst Du?

  3. PeterFDA sagt:

    Hallo Grobian,

    habe mir mal erlaubt, deinen Beitrag hier reinzukopieren, weil ich ihn sehr gut finde:

    „Man schaue sich die Situation in Deutschland an. Alle Oligopole und Monopole bei uns sind ausnahmslos durch staatliche Eingriffe/Interventionen geschaffen oder deren Entstehung begünstigt worden.

    Telekommunikation: Durch die Privatisierung der Telekom (ehemals Post) wurde ein quasi-Monopolist geschaffen, der den Markt beherrscht. Praktisch alle Telefonleitungen in D. gehören der Telekom. Diese wurden aber allesamt aus Steuermitteln finanziert und nun dem privatisierten Konzern sozusagen geschenkt. Hochrechnungen besagen, dass eine solche Infrastruktur zu bauen, heute ca. 200 Mrd. Euro kosten würde. Nicht einmal die Telekom selbst könnte das finanzieren. Ich selbst arbeite als Projektleiter bei einem DSL-Anbieter, glaubt mir, es ist unfassbar, wie sehr die großen vom Staat gehätschelt werden, Stichwort: Breitband-Initiativen und auch die neue Breitband-Fördermaßnahme Bayerns.

    Mobilfunk: 4 Konzerne. Andere Funkanbieter (davon gibt es eine ganze Menge in D.) erhalten aber von der Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) nicht die nötigen Frequenzen, um Mobilfunkdienste anbieten zu können. Die Bevorteilung der bestehenden Mobilfunker (Telefonica o2, Telekom T-Mobile, Vodafone, Eplus) ist hier wirklich eklatant.

    Energiesektor: Unsere vier Energieerzeuger waren auch ehemals eine Behörde. Diese haben nach Privatisierung Deutschland unter sich aufgeteilt. Auch deren Netze wurden aus Steuermitteln finanziert. Wie sollte ein rein privates Unternehmen ein solches Netz finanzieren, während unser bestehendes Erzeuger-Kartell fröhlich die Gewinne abschöpfen kann, ohne Investitionen amortisieren zu müssen. Atomkraftwerke: Versicherung und Entsorgung der Brennelementen bezahlt, dreimal darfst du raten, der Staat. Gleichzeitig möchte man die Atomkraft nun verbieten. Würde sich der Staat von vorn herein komplett heraus halten, wäre es äusserst fraglich, ob es für die Erzeuger überhaupt wirtschaftlich wäre, aufgrund der hohen Kosten (Versicherung und Entsorgung der Brennelemente) ein Atomkraftwerk zu betreiben.

    TV-Kabel-Netze: Auch vier Konzerne (Kabel-D, Kabel-BW, Unity Media, KMS), das mit den Netzen ist hier genau das selbe.

    Lebensmittelbranche: Hier sitzen die Geschäftsführer der Lebensmittelerzeuger (welche künftig genmanipulierte Pflanzen anbauen möchten) höchstselbst als Kontolleure in den Behörden, die diese Firmen kontrollieren sollen. Diese Behörden rühmen sich dann auch mit einer „100%-Genehmigungsrate“. Weiterhin werden hier nun wieder einmal strenge Regulierungen eingeführt, bspw. bei den Nahrungsergänzungsmitteln, die nun den selben Regulierungen unterworfen werden wie Medikamente. Ergebnis: Kein kleines Unternehmen wird sich ein Labor leisten können, um solche durch Regularien vorgeschriebene Tests durchzuführen. Der Markt wir quasi den Großkonzernen übergeben.

    Diese Liste könnte man ewig weiterführen. Nenne mir ein Monopol, Oligopol, Kartell, das nicht vom Staat geschaffen wurde.

    Die Gesundheitsbranche ist ohnehin bereits voll durchgeplant vom Staat: Leistung sowie Preis werden vom Staat diktiert, der Bürger zum Konsum dieser Leistungen per Gesetz gezwungen. Geht es eig. noch planwirtschaftlicher?

    Häufig werden diese Entwicklungen auch als Neoliberalismus bezeichnet, was natürlich nur eine Irreführung ist. In Wahrheit ist es korporativer Sozialismus; die Großkonzerne nutzen die Macht des starken Staates, um ihre Stellung als Monopol, Oligopol, Kartell zu zementieren. Überall, wo Macht sich bündelt, wird sie missbraucht. Daher ist ein echter Liberalismus der Alptraum unserer Eliten und muss, wo immer es geht, diskreditiert werden. Daher werden Liberale in der Öffentlichkeit immer in die rechte Ecke (was gemeinhin mit Ausländerfeinlichkeit gleichgesetzt wird) gedrängt.

    Letztlich gibt es tatsächlich nur 2 konträre Wirtschafts-/Gesellschaftssysteme: Sozialismus und Liberalismus. Alles andere sind nur unterschiedliche Ausprägungen dieser beiden Systeme. Und nahezu alle Systeme, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, gehören zum Sozialismus.“

    In dem Beitrag stecken meiner Meinung nach zwei ganz wichtige Thesen drin:

    1. Monopole entstehen erst durch Missbrauch des staatlichen Gewaltmonopols.
    2. Nahezu alles, was öffentlich diskutiert wird, gehört zum Sozialismus.

    Die zweite These würde ich etwas weiter fassen und ergänzen:

    Nahezu alles, was öffentlich diskutiert wird, gründet auf kollektivistischen Vorstellungen. Individualistische Konzepte (wie eine Philosophie der Freiheit, wie sie hier vertreten wird) werden als Egoismus, Narzissmus, Sozialdarwinismus usw. gebrandmarkt, obwohl für so eine Behauptung sowohl aus rein rationalen Überlegungen heraus und auch angesichts der Erfahrungen aus der Geschichte jegliche Grundlage fehlt.

    Ich denke, die Jungs von FreiwilligFrei wissen, dass gerade bei diesen beiden Themen – „Staat/Markt und Monopole“ sowie „Kollektivismus vs. Individualismus“ noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten ist und ich hoffe sehr, dass sie dranbleiben.

    Danke dir und viele Grüße,

    Peter

    P.S.: Jungs, korrigiert mich, wenn ich falsch liege 😉

    • FwF-sandman sagt:

      Du liegst natürlich völlig richtig. Ein toller Beitrag von Grobian.

      Was sollte uns davon abhalten, am Ball zu bleiben? Hmmmm, mal überlegen, nein, mir fällt nichts ein. 🙂

    • Grobian sagt:

      Freut mich, wenn meine Beiträge Zuspruch finden. Gerne dürft ihr in kopieren, korrigieren, etc. wie es euch beliebt.

      cheers

  4. netterEddy sagt:

    Cool, dass mit dem Stockholmsyndrom ist ein geiles Beispiel

  5. Tobias sagt:

    „Wir sind alle Sklaven in einem Arbeitslager,

    die einen wollen raus, die anderen Handschuhe,

    damit die Schwielen an den Händen abheilen“

    (Tobias Poley)

  6. zap sagt:

    Ein sehr gutes Interview, vielen Dank and Freiwilligfrei.

    Ich halte die PdV auch für die einzige wählbare Partei in Deutschland.
    Ich sehe Freiwilligfrei als voluntaristische Vordenker, die Ihrer Zeit voraus sind, jedoch nur sehr langfristig zu einer tatsächlichen Veränderung beitragen. Wir schlafen nicht Sonntags in der Oligarchie ein und Montags wachen wir plötzlich im Voluntarismus auf, etwas ähnliches sagte auch Sandman im Interview. Hier sehe ich nur die PdV, als Vorkämpfer der Freiheit im mühseligen Tagesgeschäft der Politik, zumindest soweit ich Parteien kenne. Welche Initiativen gibt es denn, die für die Freiheit so eintreten wie die Voluntaristen ausser die PdV ? Die Wissensmanufaktur, mit Ihrem Plan B ? Ich denke dass Andreas Popp sich einfach verzettelt hat und es fällt Ihm schwer nun zurückzurudern. wie Oliver schon sagte, alles wäre ganz anders gelaufen, wenn Leute wie Popp zufällig Hayek, Baader, Rothbard etc am Anfang gelesen hätten. Es gibt auch noch viele andere Gruppen mit ehrlichen Motiven.

    Um dem ganzen noch mehr Dynamik zu verleihen, könnte man einen Wettbewerb der Meinungen auf der webseite, in der man 3-5 Banner von Parteien, Gruppen, Initiativen, die sich einem solchen wettbewerb stellen etc plaziert und sie unter freiheitlichen Gesichtspunkten untersucht und bewertet. Diese Bewertungen kann man als Diskussionsansatz für Interviews eben dieser Gruppen, die dazu Stellung nehmen können verwenden. Man könnte über Online Wahl von interessierten jeden Monat oder jedes Quartal einen Sieger der Meinungen zu bestimmten Themen, die für das Verständniss des Voluntarismus wichtig sind, ermitteln und veröffendlichen. Ich würde sogut ich kann dabei auch gerne mithelfen und ich denke viele Schreiber aus dem Forum auch. Was wäre dagegen zu sagen ? wäre soetwas förderlich oder wäre es nachteilig ?
    liebe grüsse, zap

    • FwF-sandman sagt:

      Hi zap,

      könntest Du das noch etwas genauer erklären? Ich habe das mit dem Wettbewerb noch nicht verstanden.

      Gruß
      sandman

  7. zap sagt:

    Hallo Sandman,

    Die Idee gründet auf einem Wettbewerb der Meinungen.

    Ich stelle mir vor das auf einer Webseite z.B Freiwilligfrei auf der rechten seite ein Fenster ist über dem steht .

    Wettbewerb der Meinungen May 2012 – Thema z.B „Freiheit in der Erziehung bei 4 – 6 jährigen“
    Darunter die Banner der Bewerber die angeschrieben worden sind zum mitmachen.
    Wenn 3 Gruppen mitmachen dann geben diese Ihr Banner als kleines Bild, man kann es natürlich auch mit 5 oder mehr Gruppen machen, je nach Aufwand und Zeiteinsatz.
    Nehmen wir Z.B 3 Gruppen

    Initiative Kinderheim bla bla
    Piratenpartei
    PdV

    Um nur mal ein Beispiel zu nennen

    Freiwilligfrei macht einen Fragenkatalog mit z.B 5 gut gestellten und sinnvollen Fragen zu dem Thema und die Gruppen, die Teilnehmen antworten unabhängig voneinander zu den gleichen Fragen. Wichtig ist, dass die Gruppen völlig unabhängig und alleine die selben 5 Fragen ungestört und in ihrem sicheren Umfeld beantworten. Entweder über Skype oder auch nur schriftlich, je nachdem wie viel Arbeit man da investieren möchte. Die Antworten werden nicht kritisiert oder komentiert, einfach nur dokumentiert.

    Nachdem man die Antworten jeder einzelnen Gruppe zu den Fragen hat, wenn man auf das Banner klickt, kommt nun der Zuhöerer oder Leser zum Zug.
    Man kann sich seine Meinung bilden und eine Wertung abgeben.

    Man müsste sich noch eine gute Bewertungsstrategie überlegen, bei dem der Zuhörer auch qualitativ bewerten muss um in die wertung aufgenommen zu werden, d. h er schreibt kurz warum er diese Wahl getroffen hat. Ich denke hier sollte man noch etwas genauer nachdenken, wie man bewertet um nicht nur eine oberflächliche Bewertung zu haben, sondern einen Lerneffekt beim Leser oder Zuhörer zu bewirken und den Gruppen ein konstruktives Feedback zu geben. Aber diese Details kann man besprechen, wenn man der Meinung ist, dass ein solcher Wettbewerb sinnvoll ist.

    Der Gewinner des Wettbewerbs ist der Experte bei diesen Fragen. Man könnte deren Banner bis zum nächsten Wettbewerb kostenlos anzeigen und das positive ergebnis als Urkunde an die jeweilige Gruppe verschicken.

    So könnte es gelingen, einen echten Wettbewerb der Meinungen zu fördern ohne sich in endlose Diskussionen zu verrennen. Ich denke auch, das gute Antworten dort sich von selbst durchsezten können und alle Gruppen beeinflussen. Ein lernprozess kann ungehindert stattfinden.

    Ich hoffe, du verstehst worauf es hinauslaufen soll.
    gruss
    zap

  8. Fred sagt:

    Ich würde die PdV sofort wählen, wenn sie voluntaristisch wäre. Das wäre sogar ziemlich einfach, sie müsste einfach jedem Menschen das Recht auf individuelle Sezession zugestehen. Eine Art „Staats-Opt-Out“.

    • Bastii sagt:

      Da gibts dann aber ein Problem bei Mehrwertssteuer u.ä. steuern die in Preisen mit drin sind. Die müsste man dann zurückerstattet bekommen können, wobei dafür dann wieder einige Beamte beschäftigt werden müssen die auch über Steuern bezahlt werden.

      • Fred sagt:

        Die Mehrwertsteuer wird ja nicht vom Käufer, sondern vom Verkäufer abgeführt. Wenn dieser die Mehrwertsteuer abführen will, kann er entweder 19% seines Umsatzes abführen, seine Preise um 19% erhöhen, oder seine Preise im Vergleich zu heute um 19% senken. Du als Kunde entscheidest dann ja selbst welchen Preis du zu zahlen bereit bist.

  9. politische_ponerologie sagt:

    sollte eigentlich nicht jeder, der für den voluntarismus ist, die partei der vernunft unterstützen? ich denke jedenfalls, dass mit der unterstützung der pdv der beste aller anfänge gemacht wäre, damit der voluntarismus irgendwann wirklichkeit wird…

    den normalen menschen muss innerhalb des bestehenden systems einfach eine übergangslösung angeboten werden. ich denke ansonsten sind nur sehr wenige bereit sich mit dem voluntarismus zu beschäftigen. persönlich bekam ich schon mehrmals zu hören, dass das diskutieren über eine freiere gesellschaft doch nichts bringt, wenn man ausser vielleicht andere menschen drüber aufklären nicht viel tun kann. ich bin überzeugt davon, dass es eine entsprechende plattform braucht, die die massen akzeptieren können. immerhin befindet sie sich noch in dem rahmen der „demokratie“..

    viele grüße

    • nino sagt:

      Ja, ich finde auch das man die PDV unterstützen sollte auch wenn sie natürlich Zwang und Gewalt nicht (sofort) beseitigen kann. Jedoch reduziert sie die Verbrechen und bringt uns unseren Zielen deutlich näher.

      Überhaupt sollte man sämtliche alternative Konzepte (bspw. Andreas Popp) unterstützen, die für weniger Zentralisierung und mehr Macht in die Kommunen geben wollen. Dadurch steigen die Chancen, das manche Regionen, Städte etc. sich einfach abspalten (Sezession) und sich somit verstreut voluntaristische Gesellschaften gründen. Wenn diese erfolgreich sind werden andere Regionen nachziehen, wodurch sich die Idee verbreitet.

  10. Deep Thought sagt:

    Ich frage mich gerade wie man Monopole eigentlich genau definiert. Ich höre da irgendwie immer verschieden Definitionen. Manche setzen bei einem Monopol ja gleich Gewaltanwendung voraus, obwohl es ja auch durchaus ohne Gewalt passieren kann, dass ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung, nur von einem einzigen Unternehmen angeboten wird. Wenn ein Monopol aber ohne Gewalt entsteht und auch nicht versucht mir Gewalt Konkurrenten am Markteintritt zu hindern, dann ist doch auch ein Monopol nichts schlechtes.

  11. Deep Thought sagt:

    Okay, danke fürs Video, aber ich weiß jetzt immer noch nicht, was genau das Wort Monopol eigentlich bedeutet. Laut Wikipedia bedeutet das einfach nur, dass es für ein ökonomisches Gut nur einen Anbieter gibt. Wenn das stimmt, dann sind aber einige Behauptungen hier falsch. Manche schrieben in den Kommentaren nämlich, dass in einem freien Markt keine Monopole enstehen können. Natürlich ist es aus vielen Gründen unwahrscheinlich, dass so etwas passiert, aber möglich wäre es doch. (mir ist zumindest noch kein Argument bekannt, welches dies logisch ausschließt) Und wenn es so ein Monopol, welches keine Gewalt anwenden würde, geben würde, wäre das doch auch nicht schlimm, wie der Mann (wie heißt der eigentlich?) im Video ja auch erklärt. Das wollte ich jetzt nur nochmal klären, weil auch viele Libertäre, z.B. Ludwig von Mises, Oliver Janich und Hans-Hermann Hoppe behaupten, dass Monopole immer schlecht seien. Oder habe ich da irgendwas falsch verstanden?

    • FwF-sandman sagt:

      Es kann Monopole in einem freien Markt geben. Stelle Dir vor jemand erfindet etwas und bietet es als erster an. Schon haben wir ein Monopol. Stellt sich jetzt ein erkennbarer Erfolg ein und der Typ kauft sich einen Porsche, sagen sich einige findige Leute: „Oh, da lässt sich Geld verdienen!“ Einige von Ihnen wagen den Schritt und produzieren ein vergleichbares Angebot. Der Konsument kann nun entscheiden, welches dieser Produkte er kauft. Ein Monopol ist solange möglich, wie es das Produkt Alleinstellungsmerkmale bietet. Gibt es die nicht mehr, verschwindet das Monopol. Ein Monopol ist nur dann schlecht, wenn es mit Hilfe stattlicher Gewalt am Leben gehalten wird, indem der Staat den Wettbewerb per Gesetz verbietet.
      Heute gibt es Dienstleistungen, die von exakt solchen Monopolen angeboten werden: Geld, Gesetze, Recht, Lehrpläne, Krieg, usw.

      Einige dieser Produkte werden von den Menschen benötigt, wie Geld und andere werden weder benötigt, noch gewollt, aber dennoch produziert (Krieg).

      Das beste Mittel gegen Monopole ist und bleibt Wettbewerb. In einem freien Markt hat der Monopolist IMMER Wettbewerb, denn das Produkt kann den Menschen nicht aufgezwungen werden. Der Konsument hat zumindest die Wahl, zu Hause zu bleiben und das Produkt nicht zu kaufen. Anders ist es heute beim Recht oder dem Schulsystem. Der Konsument, auch wenn er des Rechtes und der Schule nicht bedarf, zahlt sie automatisch über die Besteuerung.

      Die Angst vor Monopolen ist verständlich, aber als Argument gegen einen freien Markt ungebräuchlich, im Gegenteil. Heute haben wir Monopole, sogar eines auf das Produkt „Gewalt“. Wenn wir jetzt sagen wir wollen eben dieses Monopol abschaffen, kommen die Leute und fragen besorgt, was denn dann mit den Monopolen passiert, die entstehen könnten. Merkwürdig, oder?

      • freedomforce sagt:

        Let’s go Sandman, und jetzt tangiert die Problematik die Frage des IP-Wahnsinns. Wenn es technisch gesehen kein geistiges Eigentum geben kann, daraus folgt, dass ein Raub dessen nicht möglich ist, ohne Weiteres voneinander kopiert werden kann, und am Ende das beste Produkt dominieren wird. 🙂

        Es wird niemand Dinge unterlassen, nur weil jemand Anders daraus profitieren könnte. Zum Einen, weil es kein universellen Masstab für Profitieren gibt, zum Anderen, weil es für ihn selbst Nachteile hätte. 🙂

        • FwF-sandman sagt:

          Diebstahl geistigen „Eigentums“ kann es rein logisch gar nicht geben. Es fehlt ja nichts nach der „Tat“. 🙂

      • Deep Thought sagt:

        Ich bin komplett deiner Meinung. Wahrscheinlich habe ich mich ungenau ausgedrückt und du hast mich nicht richtig verstanden. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass Monopole nicht schlecht sind (wie einige hier ja behauptet haben und auch einige bekannte Libertäre in ihren Büchern behaupten). Deswegen muss man nur vor staatlichen Monopolen Angst haben. Mich wundert nur, dass z.B. Hans-Hermann Hoppe oder auch Oliver Janich (die ich für sehr intelligente Menschen halte) behaupten, dass Monopole schlecht seien, was offensichtlich ja nicht stimmt. Ich bin übrigens selber schon überzeugter Libertärer, musst also nicht mehr versuchen mich zu überzeugen 😉

        • isomorph sagt:

          Hallo, im Forum sind wir mal der Frage nachgegangen, welche Monopole sich auf einem freiem Markt bilden und bestehen könnten. Nun ja, wir sind zu dem Schluß gelangt, kein einziges. Fällt dir eins ein? lg

          • Deep Thought sagt:

            Naja, man kann es bestimmt nicht mit hunderprozentiger Sicherheit sagen. Aber theoretisch möglich wäre es auf jeden Fall. Ich denke z.B. was die Bereiche Straßenbau, Strom- ,Gas- oder Wasserversorgung betrifft, könnte ein Monopol enstehen. Da dafür ja eine ziemlich große und auch teure Infrastruktur benötigt wird, ist es vor allem für kleine Unternehmen nicht leicht in den Markt einzusteigen. Außerdem ist ja auch schnell der Punkt erreicht wo es einfach keinen Sinn mehr macht oder sogar unmöglich ist, z.B. Straßen zu bauen. Die oben genannten Bereiche sind ja auch nicht sehr individualisierbar. Straßen sind nunmal Straßen und Strom ist Strom. Nicht wie z.B. Handys oder Autos, wovon es ja unendlich verschiedene mögliche Versionen gibt. Das heißt der Wettbewerb wird größtenteils kein Wettbewerb der Ideen sein, sondern nur darum gehen wer z.B. am günstigsten und zuverlässigsten einen Stromanschluss anbietet. Deswegen denke Ich, dass es in diesen Bereichen: Straßenbau, Strom- Gas-, Wasserversorgung Monopole geben könnte und dass diese auch über einen langen Zeitraum bestehen können.
            Oder was sagst du dazu?

          • Christian Felix sagt:

            Straßen sind sicherlich nicht sonderlich anfällig für konkurrenz, aber es ist ja gerade bei Gewerbeparks und abgelegenen Häusern nicht der Fall, dass nur ein Unternehmen das machen kann.

            Strom und Gas, wobei ich bei Gas zugebe, dass die Fördermöglichen eventuell zu stark auf einzelne Gebiete und damit eventuell Unternehmer beschränkt sind, gehören aber nicht dazu. Es gibt unheimlich viele Anbieter für dezentrale Energieversorgung. Capstone, Hyperion und viele mehr hätten das Zeug für zufriedene Kunden. Bei Wasser bin ich mir nicht sicher, aber größere Yachten haben ja fast alle Water Maker an Bord. Zumindest für Küstengebiete könnte ich mir das als realisierbar vorstellen.

          • isomorph sagt:

            Hallo Deep Thought,

            Hundertprozentig sicher nicht, das stimmt, aber auch die von dir genannten Bereiche wurden im Forum mehrfach diskutiert. Und soweit ich es verfolgen konnte, das sich dort Monopole bilden, mehr oder weniger logisch wiederlegt. Wenn überhaupt gibt es in einer wirklich freien Marktwirtschaft höchstens gewollte Monopole. Da gibt’s einige Freunde hier, die da äußerst bewandert sind. Hast du dich schon angemeldet? Ich kann nur sagen, es lohnt sich.

            Man muss halt erstmal schauen, ab wann ein Monopol anfängt. Bei Straßen zum Beispiel gibt es meistens ja noch Straßen daneben, Gleise, Flüsse, Flugzeuge usw. und Strom, Wasser und Gas lassen sich meist auch leicht alternativ bereit stellen. Strom durch Generatoren, Solar usw. Grundwasser kann jeder selber anzapfen, wenn es nicht mehr so wie heute verreglementiert ist, oder Trinkwasser im Internet bestellen, und Gas gibt es auch in Flaschen, und so weiter und so …

            Es dürfte schwierig werden im Voluntarismus, selbst in den von dir genannten Bereichen, ein ungewolltes Monopol zu etablieren. lg

  12. Deep Thought sagt:

    @isomorph
    Ja, ich gebe dir Recht, dass es im Voluntarismus wahrscheinlich keine Monopole geben kann. Ich bin noch nicht angemeldet, wo kann man sich hier denn anmelden? Habe da nichts entdecken können.

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