Manuel erklärt: Wenn wir vom Staat reden…

On 12. April 2012, in Videos, Voluntarismus, by FreiwilligFrei

Ein weiteres kleines Video zur Erklärung: Wenn wir als Voluntaristen vom Staat sprechen, meinen wir natürlich nicht die Menschen die in diesem Staat leben. Wir sind nicht gegen die Bürger sondern gegen das Konzept eines Gewaltmonopols, welches der Staat bzw. die Regierung darstellt. Kurz gesagt sind wir gegen jede Art von Herrschaft. lg Manuel

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7 Responses to Manuel erklärt: Wenn wir vom Staat reden…

  1. Viginti Tres sagt:

    Die Verdinglichung von Konzepten ist ein intellektueller Taschenspielertrick und ihr solltet es besser wissen und nicht drauf reinfallen. Um logisch korrekt argumentieren zu können müssen die Begriffe erst klar definiert werden. Die Definition muss dem Gesetz der Logik folgen, dem Identitätsgesetz: A ist A und nicht B oder C. Wie in einem anderen Video festgestellt wurde ist eine Währung nicht automatisch Geld. Ohne die Definitionen und deren logische Implikation zu kennen machen auch so absurde Ideen wie RBE „sinn“.

    Definiert man den Staat über seine „Organe“, Verfassung oder Menschen so gleicht kein Staat dem anderen und es ist unmöglich das Für und Wider des Staates zu argumentieren da sein Wesen nur von diesen Dingen abhängen würde (die auch noch periodisch veränderlich sind). Ein Blick auf die amerikanische Geschichte (und die Konstitution) sollte reichen um einzusehen, dass dieser Weg im Sand verläuft. Der Staat war auf dem Papier „gut“, ihren Architekten und ersten Verwaltern möchte ich mal Gutherzigkeit unterstellen, die Umsetzung sah aber anders aus.

    Der Staat ist ein Konzept und existiert nicht in der realen Welt, weil der Schein seiner „Existenz“ nur durch Handlungen der Individuen, die sich auf dieses Konzept berufen, aufrechterhalten wird. Schlicht gesagt: So wie ein Einhorn „existiert“ der Staat nur in unserem Kopf, würde morgen jeder das Konzept verlernen, würde er nicht mehr „sein“.

    Eine widerspruchsfreie Definition des Staates auf konzeptioneller Ebene fällt dagegen leicht: Es ist ein territoriales Monopol auf alle endgültigen Entscheidungen (Rechtsprechung). Die alternativ verwendeten Definitionen (Gewaltmonopol, Steuern, potentielle Willkür etc.) sind implizit. Von diesem Standpunkt lässt sich die Entstehung von Herrscherklassen, Krieg und Korruption viel leichter argumentieren. Und viel wichtiger: Es zeigt, dass das Wesen des Staates ein Detruktiver ist, vollkommen unabhängig von der Aufrichtigkeit seiner Verwalter oder seinen Strukturen.

    • FwF-sandman sagt:

      Hi Viginti,

      „Es ist ein territoriales Monopol auf alle endgültigen Entscheidungen (Rechtsprechung).“

      Und das Monopol auf Besteuerung, um Hoppes Definition komplett zu machen. 🙂

      Das ist auch meine Lieblingsdefinition, weil sie die Machtlosigkeit der Menschen so deutlich zeigt.
      Wenn der Staat die letzte Entscheidung trifft, tut er das eben auch, wenn er selbst Teil des Konfliktes ist. Dafür müssen die Menschen auch noch bezahlen.

      Guter Hinweis, Danke.

    • FwF-Manuel sagt:

      Auch von mir vielen Dank für die gute Ergänzung!

    • Erwin sagt:

      Hallo Viginti,

      mir gefällt deine analytische Zerlegung und Definition der Erscheinung „Staat“ unbandig gut. Kannst du einem Nichtstudierten ein paar Literaturtipps zur „analytischen Philosophie“, vielleicht speziell in Anwendung auf soziologische Erscheinungen, geben? Danke! Erwin

      • Viginti Tres sagt:

        Hi Erwin,

        „analytische Philosophie“ ist wirklich nur gesunder Menschenverstand. Jeder kann mit ein wenig Übung diese Beziehungen selbst nachvollziehen. Das Schwierige ist, wie im oberen Posting erwähnt, die Begriffe exakt und allgemeingültig zu definieren. Wie Stefan Molyneux sagte, würde es in der Ethik keine abweichende Meinung geben, wenn alle Begriffe exakt und widerspruchsfrei definiert wären. Und widerspruchsfreie Identifikation ist die eigentliche Kunst der Logik. Kaum jemand hat die Kunst so beherrscht wie Ayn Rand, „The Virtue of Selfishness“ und ihre Interviews auf Youtube sind sehr zu empfehlen.

        Zur soziotheoretischen Anwendung ist Hans Hermann Hoppe die beste Anlaufstelle (wie oben erwähnt habe ich seine Definition von Staat übernommen). „Marxist and Austrian Class Analysis“ ist ein knappes und sehr gutes Essay zur Zwei-Klassengesellschaft und der damit verbundenen Staatsentsentstehung. Die Ausgangsposition seiner Argumentation gilt auch im Mainstream als geschichtlich gesichertes Wissen (Unterwerfungstheorie).

        • Erwin sagt:

          Hallo Viginti,

          allerherzlichsten Dank für deine Antwort!
          „Analytische Philosophie ist wirklich nur gesunder Menschenverstand.“ Ich habs gewußt! 🙂 Und trotzdem will das gesunde Denken geübt und trainiert werden – um zu wachsen! Ein gesundes, erwachsenes Denken, dazu „das Herz am rechten Fleck“ und Vertrauen in die schöpfungsgegebene Intuition: So ausgerüstet könnte der Voluntarismus – könnten wir – an den Start gehen. Na dann bis dahin!
          PS: Einen herzlichen Gruß an dieser Stelle auch an Manuel und alle andern Fleißigen von FreiwilligFrei!

  2. Christian G. sagt:

    Die Lügen der Finanzminister!
    Die deutsche Staatsverschuldung kennt seit Jahrzehnten nur eine Richtung: Aufwärts! Diverser Versprechen dt. Finanzminister zum Trotz – TINA

    http://www.youtube.com/watch?v=AXpFSjlj0E0

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