Es ist vollbracht! Endlich kann man mit ein paar vernünftigen Überlegungen begründen, dass das Märchen von moralischen Pflichten genau das ist: ein Märchen. Es nützt den Herrschenden und geht auf Kosten der Untertanen.
Seit Jahrtausenden haben sogenannte Autoritäten, also zum Beispiel Eltern, Lehrer, Stammesälteste, Kirchenführer, Regenten und nicht zuletzt die Philosophen uns eingeredet, dass wir moralisch dazu verpflichtet sind, das zu tun, was sie uns sagen. Die Menschen, also zum Beispiel Kinder, Schüler, Stammesangehörige, Gläubige, Untertanen und gewöhnliche Leute haben viel zu lange auf sie gehört, und sich mit dem Gefühl untergeordnet, es müßte so sein. Aber die Autoritäten haben nur Märchen erzählt und die Menschen betrogen. Keine Begründung einer moralischen Pflicht war jemals logisch stimmig. Moral war immer nur der sehr erfolgreiche Versuch, Menschen auszubeuten, indem man ihr Bedürfnis ausnutzt, gut zu sein.
Wenn man Moral aber ausnahmsweise einmal logisch widerspruchsfrei definiert, was Stefan Molyneux getan hat, stellt sich heraus, dass uns niemand etwas vorschreiben kann und dass wir niemandem etwas schulden: keinen Gehorsam, keinen Kriegsdienst und keine Steuern. Wir sind alle frei, und niemand kann uns etwas vorschreiben. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Zum Video: Nachdem ich die Selbstbestimmung als unantastbares moralisches Prinzip begründet habe, gelange ich über einen kurzen Weg zur Begründung des Gewaltverbots und zu der moralischen Richtigkeit des Eigentums an Sachen.
Also: Lass dir nichts vorschreiben im Namen der Vernunft, lass dich nicht bedrohen im Namen der Vernunft, lass dir nichts wegnehmen im Namen der Vernunft. Leute, die dir Vorschriften machen und dabei von Moral reden, Leute, die dich bedrohen und dabei von Moral reden und Leute, die dir etwas wegnehmen und dabei von Moral reden, sind die schlimmste Art von Ganoven: Sie reden dir ein, dass dir gar kein Unrecht geschieht, während sie dich ausnehmen.
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Wie leitet man ab, dass man in seinen logischen Überlegungen nur zwischen Fremdbestimmung und Selbstbestimmung vergleicht? Man könnte ja ebenso noch explizit die willkürliche Staatsbestimmung festlegen. Das wäre zwar ziemlich unangenehm (so wie heute eben), aber es würde nicht zu einem logischem Widerspruch führen. Der Staat würde dann für sich selbst bestimmen und Beamte einstellen.
Ach Mist, aber der Staat muss erst gegründet werden… und dazu brauchen die Gründer eine Selbstbestimmung… Ich dachte gerade ich hätte einen Fehler gefunden…
Hallo,
Auf der Seite Freitum.de (http://www.freitum.de/2012/03/anarchokapitalismus-und-utopie.html) heißt es Rothbard zufolge:
“Die Frage, ob die Anwendung des Rechts (bspw. der Konsum von Drogen) moralisch oder unmoralisch ist, hat nichts mit der Frage zu tun, ob man prinzipiell ein Recht auf etwas hat oder nicht.”
Wird hier Moral anders definiert als Ihr das tut? Ist es nicht so, dass Freitum.de bzw. Rothbard das, was Ihr als Moral bezeichnet, als “Recht” definiert, und folglich das ethische/sittliche Handeln als Moral bezeichnet?
Dies scheint mir doch die allgemein gängige Verwendung des Begriffs der Moral zu sein, also nicht was erlaubt oder nicht erlaubt ist, sondern was der Handlung die letztendliche “Schönheit” verleiht.
Irre ich mich?
Vielen Dank für Eure Mühe. Gruß Reinhardt
Ich habe das Freitum-Zitat nachgelesen. Es ist erkennbar, was Rothbart mit Recht meint – nämlich Naturrecht. Das ist im Prinzip dasselbe, was ich in den Moralvideos mache. Aus vernünftigen Überlegungen, ausgehend davon, wie der Mensch ist, komme ich zu Prinzipien, was immer besser ist; ich sage dazu moralisch objektiv gut, Rothbart sagt dazu Naturrecht. Man hat ein Recht auf sich selbst, auf seine Arbeit, auf sein Eigentum und kein Recht, andere zu zwingen, formuliert Rothbart, und ich sage, das sind moralische Prinzipien. Was Rothbart jetzt mit “moralisch” meint, ist mir nicht klar.
Manchmal wird zwischen deskripiver Moral und normativer Moral unterschieden. Deskriptive Moral beschreibt, welche moralischen Gepflogenheiten eine Gesellschaft hat, so eine Art Völkerkunde. Normative Moral wäre die Disziplin, die versucht, gültige Prinzipien aufzustellen, das ist eher das, was ich versuche, auch wenn ich nicht glaube, dass moralische Prinzipien Normen sind.
Das mit der Schönheit, was du geschrieben hast, habe ich nicht verstanden.
Wenn moralische Prinzipien deiner Ansicht nach keine Normen sind, was sind sie dann?
Ein moralisches Prinzip gibt wieder, welche Handlungsklasse immer besser ist als eine andere. Damit ist noch kein Sollen begründet.
Siehst du nicht, dass das Wörtchen “besser” bereits ein Sollen impliziert?
Zumindest dann, wenn es losgelöst von Interessen gesetzt wird. Sonst könnte man natürlich sagen: “besser für mein Ziel” oder “besser im Hinblick auf die Erfüllung einer bestimmten Präferenz”. Doch das meinst du offensichtlich nicht.
Hallo Heikophilo,
Danke für Deine Antwort.
Mit der “moralischen Schönheit” habe ich gemeint, dass eine Handlung nicht nur moralisch ist (sprich das Non-Aggression-Principle beachtet), sondern sogar “gut”, also in etwa tugendhaft. So sind aggressive verbale Beleidigungen zwar moralisch erlaubt, aber nicht unbedingt gut/schön, ebenso (laut Rothbard) z.B. Abtreibung rechtlich/moralisch erlaubt, jedoch nicht unbedingt ehrenwert bzw. sittlich.
Ich denke diese Eigenschaft einer Handlung, die über das bloße “Recht” hinausgeht und praktisch deren “Schönheit” beschreibt, meint Rothbard mit “Moral”.
Genau das ist auch die allgemeine Verwendung dieses Begriffs im Sprachgebrauch; beinahe überall, wo dieses Wörtchen “Moral” gebraucht wird: Moralische Verantwortung, Moralische Dekadenz, etc., womit fast nie die bloße “Berechtigung” einer Handlung gemeint ist, sondern wie gesagt deren ethische Bewertung…
Wenn ich es richtig verstanden habe, unterscheidet Stefan Molyneux gerade zwischen Moral (spricht Berechtigung), Ethik (Schönheit der Handlung) und Ästhetik (subjektive Präferenzen) von Handlungen.
Diese Uneinigkeit in den Begriffsdefinitionen selbst unter Voluntaristen und das ganze Begriffswirrwarr verwirrt mich ziemlich und wirkt denke ich eher abstoßend auf Neulinge….
MFG Reinhardt
Hallo, Reinhardt!
Kleine Korrektur: Moral ist für Molyneux “universell zu bevorzugendes Verhalten”, also die Berechtigung. Ästhetik ist für ihn eben die “moralische Schönheit”, die man nicht erzwingen kann (oder “sollte”; können tut man das ja schon). Subjektive Präferenzen bestimmen für ihn lediglich, was in die Kategorie der Ästhetik hinein fällt. Ethik ist keine gesonderte Kategorie in seinem Gedankengebäude, sondern eher mit Moral identisch und zugleich die Bezeichnung für die philosophische Disziplin als solche.
@Reinhardt: Rothbards “Ethik der Freiheit” fand ich in dem Zusammenhang absolut unbefriedigend. Er führt Recht und Moral einerseits zusammen, indem er von “gerechtem Recht” (“just law”) und “Naturrechten” (“natural rights”) spricht, sagt dazu aber ohne weitere Erläuterung, dass das, was nach seiner Philosophie rechtens ist, nicht unbedingt moralisch gut sein muss. Das ist etwas, was ich absolut nicht nachvollziehen kann an der libertären Naturrechtslehre, dieses Zusammenwerfen von Moral und Recht bei gleichzeitiger Trennung. Wenn etwas Naturrechtmäßiges nicht gut ist, dann ist es doch kein “right” mehr, sondern eben ein “wrong”.