Moral 1 – Was ist das? Eine Begriffsdefinition

On 10. Februar 2014, in Philosophie, Videos, by FreiwilligFrei

Moralische Theorien kann man zu den mächtigsten Waffen zählen, die der Mensch jemals erfunden hat. Mit ihnen wurde seit jeher die Herrschaft von Menschen über Menschen begründet, und der Glaube an sie hat den Tod von Millionen verursacht. Wegen der unglaublichen Macht moralischer Theorien ist Moral ein umkämpfter und oft missbrauchter Begriff.

 

Jeder, der mit diesen geistigen Massenvernichtungswaffen hantiert, verdient daher zunächst das Misstrauen, ob er nicht in die lange Reihe derer gehört, die Moral für ihre eigenen Zwecke ausgebeutet haben.

 

Auch wir Voluntaristen begründen unser Ideal von einer freiwilligen Gesellschaft moralisch. Wir sind davon überzeugt, dass es immer moralisch falsch ist, Gewalt auszuüben, solange man nicht angegriffen wird.

Weil auch wir uns auf moralische Argumente stützen, sind wir den Nachweis schuldig, dass wir wissen, wovon wir reden und dass unsere Argumente nicht nur einfach unseren subjektiven Vorlieben oder Abneigungen dienen. Wir sollten in der Lage sein zu zeigen, dass unsere Argument tatsächlich objektiv richtig sind und dass wir zu wahren Schlussfolgerungen kommen.

 

Das folgende Video ist der Beginn einer Videoserie über Moral. Im Teil 1 mache ich meinen Begriff von Moral klar und zeige, inwiefern sie objektiv und absolut ist. Daraus folgt dann, dass es falsch ist, die Geltung moralischer Theorien als relativ oder als subjektiv anzusehen. Das wird unser Startpunkt für weitergehende Schlussfolgerungen sein.

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Moral 2 – Wahrheit ist objektiv und absolut besser als Falschheit

Moral 3 – Eine rationale Begründung libertärer moralischer Prinzipien

Moral 4 – Selbstverteidigung ist in Ordnung

 

Videoempfehlung:

 

 

3 Responses to Moral 1 – Was ist das? Eine Begriffsdefinition

  1. Dantez sagt:

    Schade, gerade wenn es spannend wird, endet das Video. *g*

    Diese Definition von Moral enthält imho einen semantischen „Trick“. Dadurch, dass du Moral als allgemeingültige und von subjektiven Interessen unabhängige Regeln definierst, wird die Frage, mit welchen Mitteln man ein Ziel erreicht, natürlich zu einer amoralischen Frage gemacht. Doch ich könnte ja auch einfach behaupten, es gäbe keine allgemeingültigen Regeln, sondern nur gute und schlechte Ziele, auf die wir unser Handeln und unsere Handlungsregeln ausrichten sollten oder eben nicht. Es kommt dann lediglich darauf an, ob die Ziele moralischer Natur sind. Dazu muss man nicht mal moralischer Relativist sein (wie im Video suggeriert), es reicht dazu bereits aus, Konsequentialist zu sein, also z.B. eine utilitaristische oder auch egoistische Position zu vertreten. Freilich müsste ich genauso erst einmal zeigen, warum denn meine Ziele besser sind, wenn ich wollte, dass jemand meinem Ansatz folgt.

    Wenn man Ziele als moralisch definiert, werden aus technischen Fragen jedenfalls durchaus moralische Fragen, denn die Mittel, um ein so verstandenes moralisches Ziel zu erreichen, könnten ja anderen Zielen widersprechen, die ebenfalls als moralisch definiert wurden. Wenn ich also z.B. sowohl Eigentumsrechte als auch Gesundheit als wünschenswerte und gleichgewichtige Ziele setze, kann ich Enteignung zur Gesundheitsfürsorge nicht moralisch unterstützen, obwohl ich keine deontologische Position vertrete! Ich würde natürlich damit NORMEN vertreten, aber eben nur, weil sie bestimmte Folgen haben. Technische Fragen wären in diesem Kontext wichtig, um Verhalten moralisch zu beurteilen, und sie wären nur dann moralisch irrelevant, wenn keine anderen moralisch definierten Ziele von möglichen Maßnahmen betroffen werden könnten. Könnten sie es, muss ich auch meine Maßnahmen darauf abstimmen. Außerdem wäre natürlich jede Maßnahme unmoralisch oder mindestens neutral, die das gesetzte Ziel nicht erreicht oder gar behindert.

    (Randnotiz: Ich bin Konsequentialist, aber kein Utilitarist, und einige konsequentialistische Positionen müssten neutrale Handlungen eigentlich sogar für inexistent erklären, da sie ihren Adressaten konsequenterweise permanent zu moralischen Handlungen verpflichten müssten, und wären deshalb nur in einem utopischen Paradies unbegrenzter Möglichkeiten ohne Raum, Zeit und Knappheit umsetzbar, aber das ist eine andere Sache und macht sie prinzipiell auch erst einmal nur unpraktikabel und absurd für die alltägliche Anwendung, nicht falsch. Obwohl ich dennoch denke, dass die Beweislast bei denen liegt, die so eine Moral ernsthaft als objektiv vertreten.)

    Der Punkt ist, bei Ethik geht es erst einmal nur, wie du am Anfang auch gesagt hast, um die Frage: „Was soll ich tun?“ Diese Frage kann man direkt über methodisch hergeleitete Regeln beantworten oder aber über Ziele, von denen solche Normen dann erst abgeleitet werden. Man muss immer im Hinterkopf behalten, welche Definition oder Vorstellung von Moral man hat, und warum man diese hat, während man argumentiert. Allgemeingültige Regeln ungeachtet individueller Interessen zu formulieren, ist ein Ansatz, ja, aber nicht der einzig denkbare. Wie auch immer, der Ansatz würde natürlich überzeugen, wenn man zeigen könnte, dass gewisse Normen vernünftig oder sinnvoll sind. Ich bezweifle allerdings, dass man derartige Gründe finden kann, ohne auf die individuellen und aufgeklärten Interessen derjenigen Rücksicht zu nehmen, die diese Normen vertreten sollen.

    Denn Interessen sind, wie ich das sehe, das einzige Faktum, das für menschliche Handlungsgebote oder -verbote von Belang sein kann, da ich mir kein (Nicht-)Sollen vorstellen kann, dass nicht bloß eine verallgemeinernde Abstraktion von einem (Nicht-)Wollen ist und einfach wie bei der goldenen Regel auf andere übertragen wird. Selbst wenn sich eine Methodik finden ließe, um Regeln auf Allgemeingültigkeit zu prüfen, hätten so gefundene Regeln nur Relevanz für mich, wenn sie auch meine Interessen betreffen würden. Ich bin aber offen für Gegenargumente, die diese Auffassung widerlegen – und gespannt auf das nächste Video zu dem Thema.

  2. heikophilo sagt:

    Vielen Dank für den erfrischend sachlichen und differenzierten Kommentar.
    Du kannst auf dem youtube Kanal von freiwilligfrei schon das nächste Video sehen, dann, aber spätestens nach dem dritten Teil, der noch nicht geschossen ist, würde mich interessieren, ob du meinst, dass die Unterscheidung von Handlungen und Zielen, die dir so wichtig ist, noch relevant ist. Meine Vermutung ist, „meine“ (Stefan Molyneux ist der Urheber) Argumentation funktioniert genauso für Ziele, aber genau habe ich das nicht durchgedacht.
    Ich hätte Interesse, das gründlich zu diskutieren, würde das aber lieber im Forum tun als hier in der Kommentarsektion, daher würde ich es sehr begrüßen, wenn du dich (evtl. anonym, falls gewünscht) anmeldest und zum Artikel ein Diskussionsthema startest.

  3. […] Heikophilo | Quelle: http://www.freiwilligfrei.info/archives/2439 Moral Teil 1 | Was ist das? Eine Begriffsdefinition (13.02.2012 […]

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