Praxgirl: Praxeologie Episode 8 – Zeit

On 8. Januar 2012, in Ökonomie, Videos, by FreiwilligFrei

Hallo Leute, Praxgirl hier.

In der letzten Lektion ging es um die praxeologische Kategorisierung der menschlichen Werteskala, und wie die Praxeologie die menschlichen Präferenzen definiert.

In dieser Lektion erörtern wir die nächste praxeologische Kategorie der Handlung, die Zeit. Das Konzept der Zeit ist wesentlich, um das universelle Gesetz der Handlung zu verstehen. Die Zeit ist das Konzept, welches die Praxeologie von allen anderen Lehren über die menschliche Handlung trennt. Ohne Zeit wäre die Betrachtung der Handlung wie die Mathematik. Das würde bedeuten, dass alle Beziehungen und Konsequenzen der Praxeologie koexistierend wären. 1 plus 1 macht ein Ding nicht 2, es ist lediglich eine andere Möglichkeit zu beschreiben, was 2 ist. Aber zusammen mit der Handlung ist die Zeit eine wesentliche Funktion in der eine Sache der anderen folgen muss, und die müssen als Ursache und Wirkung verstanden werden, oder mit anderen Worten….Veränderung.

Handlung ist der reale Effekt, welcher Veränderung in unserem Universum produziert. Das Konzept der Wandlung schliesst das Konzept der Zeit mit ein. Wenn wir von einer Handlung sprechen, beziehen wir uns auf die Zeit vor der Handlung (Vergangenheit), die Zeit; die während der Handlung verstrichene Zeit (die Gegenwart), und die Zeit nach der Handlung (die Zukunft).

Durch Handeln wird dem Menschen die Zeit bewusst. Er kann sich überlegen wie die Dinge waren und wie sie nach seinen Wünschen sein sollen.

Handlung deutet immer auf die Zukunft hin. Es ist der Wille, Unbehagen, das beim nicht Handeln bleiben würde, zu beseitigen. Veränderung unserer Situationen planend wird uns die Zeit bewusst.

Unser Zeit-Bewusstsein ist immer mit unseren Handlungen verbunden. Unser Zeitgefühl unterscheidet sich somit von der maschinell gemessenen Zeit. Die Zeit, die wir mit Uhren messen ist immer Vergangenheit. Handlung geschieht immer in der Gegenwart, aber die Gegenwart im Begriff der Handlung unterscheidet sich von dem, was wir auf die Bewegungen der Atome oder Planeten durch den Raum beziehen.

Die Zeit ist auch knapp für uns. Sobald wir mit der Handlung beginnen, müssen wir mit unserer Zeit haushalten, genau wie mit unseren knappen Ressourcen.

Zeit unterscheidet sich von unseren physischen Gütern, mit denen wir in unserem Leben haushalten, indem sie logischer Weise nicht unbedeutend in Bezug auf unsere Handlung ist.

Auch wenn Du im Garten Eden wärst, und unbeschränkt Ressourcen zur Verfügung hättest, müsstest Du Zeit sparen. Du müsstest Prioritäten setzen. Obwohl Du ohne Arbeitsaufwand mit allem versorgt wärst, müsstest Du den Konsum einteilen, da es Bedürfnisse gibt, die nicht gleichzeitig befriedigt werden könne. Zum Beispiel kannst Du nicht gleichzeitig lesen und schlafen.

Aufgrund der Unvereinbarkeit der zu befriedigenden Umstände, kann die Handlung eines Individuums nicht im selben Augenblick geschehen. Handlungen können in rascher Folge oder eine Handlung kann mehreren Zielen dienen, aber zwischen zwei Handlungen muss immer eine der anderen folgen. Dann wäre es auch unzutreffend eine Handlung, welche mehrere Zwecke miteinbezieht, als eine Zufälligkeit mehrerer Handlungen zu bezeichnen.

Aus der Tatsache, dass ein Individuum nicht gleichzeitig zwei Handlungen ausführen kann, ergibt sich die logische Konsequenz, dass Handlungen bezüglich der Werteskala voneinander unabhängig sind. Die Werteskala ist nur ein Mittel für Aussenstehende, den Sinn einer Handlung zu erkennen. Es wäre nicht korrekt eine Handlung als irrational zu bezeichnen, indem man diese mit realen Handlungen eines Individuums vergleicht, welche früher geplant waren.

Folgende Überlegung als Beispiel:

Wenn John A gegenüber B und B gegenüber C bevorzugt, dann müsste er logischerweise A gegenüber C bevorzugen. Aber wenn er C gegenüber A bevorzugt, würde jemand behaupten, dies sei nicht konsistent und somit nicht rational.

Diese Kritik schlägt fehl, denn weil diese beiden Handlungen nicht gleichzeitig geschehen, ist es unzutreffend, eine einheitliche Werteskala (in der A B und B C vorangeht, zu erstellen
Zwei Handlungen beweisen zwei verschiedene Wertungen.

Hoffentlich ist nun die Wichtigkeit der Zeit ersichtlich. Handlung bringt Veränderung, und die Folgen der Idee zu handeln erfordern ein menschliches Zeitkonzept. Es zeigt, dass das Entdecken mathematischer Modelle, um menschliches Verhalten vorauszusagen, absolut trügerisch ist. Agierend sind wir eigentlich zwangsläufig immer planend und handelnd für eine bessere Zukunft, und dadurch wird die Zeit eine eindeutige unzweifelbare Wahrheit.

Wir sehen uns in der nächsten Lektion.

 

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