Infolge eines Kommentars in einem sozialen Netzwerk habe ich mir ein paar Gedanken zu dem Thema „Arbeitssklaven der dritten Welt“ gemacht. Zunächst möchte ich darstellen, wie meine Ansichten diesbezüglich sind und im Anschluss anhand eines Beispiels auf die Schädlichkeit der staatlichen Interventionen eingehen.

Hierbei teile ich die Sichtweise von Ludwig von Mises: Sofern Menschen nicht zu einer Arbeit gezwungen werden, muss man davon ausgehen, dass sie sich freiwillig dazu entschieden haben. Bei einer Entscheidung wählen Menschen immer zwischen verschiedenen Alternativen und entscheiden sich dann a priori für jene Alternative, wovon sie sich den größten Nutzen erhoffen. Für viele Menschen in den Entwicklungsländern stellt das Aufnehmen von Arbeit einen Fortschritt gegenüber ihrem jetzigen Statusquo dar, sonst würden sie dies nicht tun. Die neuen Arbeitsstellen ermöglichen vielen von den einfachen bäuerlichen Strukturen, die nicht selten gerade für das Überleben der eigenen Familie gereicht haben, einen größeren Wohlstand zu erreichen.

Für uns ist das Wahrnehmen solcher Arbeitsangebote vielleicht unverständlich, da wir solchen Arbeitsbedingungen nicht zustimmen würden und diese uns ausbeuterisch vorkommen. Wir müssen aber die Menschen vor Ort und dessen Lebensumstände betrachten. Ihnen wird hiermit die Chance geboten, sich beispielsweise zwischen selbstständiger Landwirtschaft und dem Nachgehen von bezahlter Arbeit, zu entscheiden. Diese Entscheidung hatten sie zuvor nicht oder nicht in diesem Ausmaße. Wenn sich nun insgesamt feststellen lässt, dass sich der Anteil der arbeitenden Bevölkerung in den besagten Ländern gegenüber dem Anteil der selbstständigen Landwirten/innen verändert, und dies ohne staatliche Interventionen bzw. Zwang geschieht, so muss angenommen werden, dass sich die Menschen für diese Arbeit freiwillig entschieden haben, da sich hierdurch ihr Wohlstand allgemein vergrößert. Sonst würden sie sich nicht dafür entscheiden.

Andere staatliche Interventionen wie Mindestlöhne, Kündigungsschutz etc. führen dazu, dass sich die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme für die Menschen in der dritten Welt erst gar nicht stellt bzw. nicht in dem Umfang stellt, als sie dies ohne solche Mindestarbeitsbedingungen gestellt hätte. Es würden sich keine oder nun weniger Unternehmen finden lassen, welche unter solchen Arbeitsbedingungen Leute beschäftigen können. Diese Wirkungen sind allerdings allesamt nicht sichtbar, sie würden sich vielmehr ausschließlich ohne Interventionen vollziehen und sind daher nicht zu ermitteln bzw. festzustellen, sondern nur zu erahnen (deswegen halte ich auch alle Studien über die Auswirkungen von Mindestlöhnen für Anmaßungen von Wissen).

Der französische Ökonom Frédéric Bastiat nannte diesen Umstand „Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas„, was man sieht und was man nicht sieht. Die verschiedenen Entscheidungsalternativen, für welche sich der einzelne Mensch zuvor entschieden hat (hier: die Alternativen zur Arbeitsaufnahme), sind für andere Personen nicht sichtbar. Sichtbar sind nur die Entscheidungen die getroffen und nach welchen gehandelt wurde.
Staatliche Interventionen führen aber dazu, dass sich entweder solche Alternativen gar nicht erst anbieten oder dass die Erwartungen bestimmter Alternativen falsch eingeschätzt werden (durch Subventionen). Die staatlichen Interventionen täuschen dann zunächst künstliche Nachfrage nach bestimmten Gütern & Dienstleistungen vor, welche real gar nicht vorhanden sind. Dies führt anschließend zu einem Überangebot von diesen Gütern & Dienstleistungen. Eine solche Manipulation zieht ernsthafte Folgen nach sich. Es werden dauerhaft Güter & Dienstleistungen hergestellt und damit Ressourcen (Arbeit, Rohstoffe, Zeit) verbraucht, die gar nicht in diesem Maße nachgefragt werden und die nun für die Herstellung anderer, den Menschen für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse ursprünglich wichtigeren, Güter & Dienstleistungen nicht mehr zur Verfügung stehen.
Erst das Ende der staatlichen Interventionen zeigt dies schonungslos auf. Dabei werden die negativen Folgen von staatlichen Interventionen zumeist nicht als Übel der Intervention, sondern als Scheitern des Marktes interpretiert.

Hierzu ein Beispiel:
Nach einer Privatisierung muss sich das betroffene Unternehmen bzw. der betroffene Wirtschaftszweig an die reale Nachfrage richten. Da die Finanzierung mittels Steuermittel, also einer Zwangsabgabe, welche von allen (nicht nur durch die Nutznießer) zu bezahlen sind, wegfällt, bleibt nur noch die Möglichkeit die Finanzierung auf der Grundlage von freiwilligen Verträgen durchzuführen. Natürliche Bereinigungen die hierauf folgen, werden von einem Großteil als negativ wahrgenommen; sie sind für die Menschen sichtbar und scheinbar konkret mit der Privatisierung in Verbindung zu bringen.
Wofür nun das Steuergeld, welches nun den Menschen zu Verfügung bleibt und ehemals für die Finanzierung des Staatsbetriebs aufgewandt wurde, verwendet wird, wird hingegen nicht beachtet; es ist für die meisten Menschen unsichtbar und spielt auch mit der Privatisierung scheinbar keine Rolle.
Diese Annahme ist jedoch falsch:
Nach der Privatisierung könnte sich beispielsweise statt des Bahnbetriebs eine Busverbindung etablieren, welche (unter Berücksichtigung des nun zur Verfügung stehenden Geldes) günstiger betrieben wird, als der Bahnbetrieb. Die Menschen hätten dann auch mehr Geld für den Erwerb von anderen Gütern & Dienstleistungen, welche sie präferieren, übrig. Neue Geschäfte eröffnen aufgrund der nun erhöhten Nachfrage, wodurch die Konkurrenz verschärft wird und es so zu weiteren Preissenkungen kommt. Die Kaufkraft der Menschen erhöht sich, da allgemein weniger für die gleichen Produkte aufgewendet werden muss.

All dies sind unsichtbare, verpasste Möglichkeiten, welche durch staatliche Interventionen verhindert werden. Frédéric Bastiat mahnt uns nicht umsonst:

„Im Bereich der Ökonomie ruft eine Handlung, eine Gewohnheit, eine Einrichtung, ein Gesetz nicht nur eine einzige Wirkung hervor sondern eine Reihe von Wirkungen. Von diesen
Wirkungen ist nur die erste direkt, sie zeigt sich gleichzeitig mit ihrer Ursache, man sieht sie.
Die anderen entwickeln sich erst nach und nach, man sieht sie nicht; glücklich wenn man sie
vorhersieht.“1

Wir sollten daher nicht den Fehler begehen, staatlich in die Ökonomie der Entwicklungsländer einzugreifen oder solche Eingriffe zu fordern, da wir niemals die verpassten Möglichkeiten erfahren werden, welche sich ergeben, wenn wir die Menschen das machen lassen, was sie am besten können: Friedlich miteinander zu handeln und freiwillig zusammenzuarbeiten.

Siehe:
1 Frédéric Bastiat: Der Staat – die große Fiktion, S. 107 oder auf „www.bastiat.de“  

 

Ein weiterer super Kommentar aus unserer Facebookseite, den wir für veröffentlichungswert hielten.

Vielen Dank an den Autor : Tobias Müller

 

17 Responses to Staatliche Interventionen züchten Arbeitssklaven in der dritten Welt

  1. Mona Lizani sagt:

    Sklaven sind wir überall, nur die „Umstände“ sind in der „1. Welt“ etwas besser, so dass der Sklave denk er sein Eigentümer…auch Staat. Ohne Staat wird sich da mix ändern, es wird nur noch „unsozialer“ für die die kein Eigentum ihr Eigen nennen können. Bevor wir den Staat verdammen, sollten wir wirklich eine Alternative haben.

  2. Ret Marut sagt:

    Nein, kein Mensch begibt sich freiwillig in die Fänge der Lohnsklaverei. Taten dies die Menschen einst, um mit dem kargen Lohn ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ist ihnen mit der Ausweitung des Niedriglohnsektors nicht einmal dies vergönnt. Auch trägt deine Argumentation gegen den Mindestlohn z.B., nicht im mindesten zur Befreiung von der Arbeit, bzw. zur Aufhebung des Lohnsystems bei, was ein Herzensanliegen eines jeden Anarchisten sein sollte. Und es ist vielmehr umgekehrt: Die Beschäftigung von Arbeitsklaven, ja gar von Kindern in den Entwicklungsländern, ist nur möglich, weil es keinen weltweit verankterten Mindestlohn gibt.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      kannst du uns bitte erklären, wie man die höhe des weltweiten mindestlohns im verhältnis festlegen würde?
      was würdest du mit den armen menschen machen, die wegen des mindestlohns keine arbeit bekommen ?

      • Miguel sagt:

        Durch einen maximallohn zum beispiel, ist ja nicht so das die Arbeit plötzlich wegfallen würde wenn ein mindestlohn eingeführt wird, oder?

        • Christian Felix sagt:

          Doch, die Arbeit fällt weg. Im wirtschaftlichen, wie auch im physikalischen Sinne.
          Wenn der Kunde für eine Garage 10K zu zahlen bereit ist, die Materialien 8K kosten und 1K für den Unternehmer sind, wird die Leistung bei einem Lohn für die Angestellten über 1,0K nicht ausgeführt werden. Daran ändert auch ein Maximallohn nichts. Ein Mindestlohn für Arbeitnehmer funktioniert nur über ein Mindesteinkommen der Unternehmer, was wiederrum nur mit einem ‚Mindestpreis‘ zu realisieren ist.

    • Bastii sagt:

      „Auch trägt deine Argumentation gegen den Mindestlohn z.B., nicht im mindesten zur Befreiung von der Arbeit, bzw. zur Aufhebung des Lohnsystems bei, was ein Herzensanliegen eines jeden Anarchisten sein sollte.“

      Wer hat denn behauptet, dass Voluntarismus / Anarchismus Befreiung von Arbeit als Ziel hat? Es gibt kein Ziel, es gibt nur die Grundregel, dass Gewaltinitiierung falsch ist. Dein Herz mag vielleicht nach Befreiung von Arbeit streben, dass gilt aber noch lange nicht für jeden. Anarchie ist kein magisches Wunderland, wo Leute aufeinmal nicht mehr arbeiten müssen. Ohne Staat wird das Arbeiten sehr herausfordernd, da es keinen Wohlfahrtsstaat gibt, von dem man bei Arbeitslosigkeit dann gestohlenes Geld geschenkt kriegt.

      Naja und zum zweiten Teil brauch ich nicht viel sagen, eine Weltregierung mit Weltmindestlohn löst die Probleme auf keinen Fall.

  3. Brentis sagt:

    Ja schön, aber etwas kurz gedacht.

    Dieser Diskurs ist in der Tiefe Ende der 70er Jahre etwa von Dieter Senghaas geführt worden, der lang, breit und deutliche aufgezeigt hat, das der weltweite Imperialismus (Ein Staat bewtimmt über die Wirtschaft eines anderen,..) dazu geführt hat, das die sogn.
    „3. Welt“ ausschließlich dazu benützt wird, um den sogn. „Reichtum“ der 1.Welt zu sichern, herzustellen, zu befördern und zu unterstützen. Seit den ersten Kolonialisten/Eroberen und „Entdeckern“ geht ein Beutezug der westliche Nationen um die Welt, der plündert, raubt, zerstört und ausbeutet und Arbeitskräfte wie Ressourcen der 3. Welt zum Gewinn und Erhöhung des Profits der 1.Welt (und darin der oberen, elitären Schichten) benützt.

    Es gibt keine nennenswerte Entwicklungshilfe, es gibt nur geplante, gezielte Ausbeutung Zerstörung und Raub wie Unterwerfung de noch lebendigen Arbeitskraft der Menschen, die da ihnen Land Boden und Subsistenzmöglichkeiten geraubt wurden, (gut erklärt im 1.Band des Kapitals von Marx, im Kap. über die „ursprüngliche Akkumulation“..) nicht anders um ihr Überleben „kämpfen “ können.

    Es gitb keine Freiwilligkeit in der Lohnarbeit der unterdrückten Massen, nirgends auf der Welt, wer anderes behauptet, sieht nur wie sich Menschen gebeugt und geknrchtet, einem allgegenwärtigen Status quo angepasst haben, der sie wie Vieh verwertet, benützt und niederhält, eienmMenshcen unwürdigen Leben, dem sie sich mangels besseren Wiederstands weiterhin noch beugen müssen

  4. Mike sagt:

    Diene Argumentation hinkt meiner Ansicht nach, meiner Meinung nach begeben Menschen sich nicht wegen dem „größeren Nutzen“ in Beschäftigungsverhältnisse, die man gemeinhin als Lohnsklaverei bezeichnen kann, sie haben einfach keine Alternative. Bestehen keine Alternativen kann man gewiß nicht von einer Entscheidung sprechen.
    Anstatt vom größeren Nutzen zu sprechen, solltest Du eher vom Zwang zum Überleben sprechen, dies träfe meiner Meinung nach den Punkt viel eher. Über die Probleme, gerade was die afrikanische Landbevölkerung/ Bauern betrifft muß ich mich ja hier nicht auslassen, Mißernten durch Dürren, Kriege die ein Wirtschaften unsicher oder fast unmöglich machen, hochsubventionierte Agrarprodukte aus den nördlichen Breitengraden, die die dortige Preisstruktur vernichten und den Menschen ein Leben als Bauer kaum noch ermöglichen.
    Letztendlich ist es doch im Großteil der Fälle keine Entscheidung der einer reinen Nutzenserwägung entspringt, sondern Zwang und nichts anderes!
    Die einzige Entscheidung ist doch die zwischen Hungern oder eben Arbeit zu menschenunwürdigen Bedingungen ( die Definition selbiger hat wohl gewiß nichts mit den Lebensumständen zu tun).
    Menschenwürde bedeutet eben in allererster Linie, daß man keine alternativlosen Entscheidungen zu treffen hat! Denn in einer solchen Position ist es doch offensichtlich, daß man erpressbar ist! Und dies wird tatsächlich gnadenlos ausgenutzt!
    Was den Eingriff in die Volkswirtschaften betrifft, selbstverständlich muß man helfen, dies gebietet alleine schon die Menschlichkeit, ich zumindest wäre nicht bereit Menschen elendig verhungern oder sie ausbeuten zu lassen, nur um zu sehen wie sich die Sache in der Folgezeit entwickelt!
    Betrachtet man die Entwicklungshilfe einmal kritisch, dann muß man doch feststellen, daß noch nie wirklich versucht wurde gerade den afrikanischen Kontinent auf eigene Beine zu stellen ( man vergleiche z.B.nur die Ausgaben der G20 Staaten für Rüstungsgüter mit der im gleichen Zeitraum bewilligten Entwicklungshilfe, wohl wissend das diese Beträge ein Witz sind und nie und nimmer genügen um etwas zu bewirken). Bis jetzt lief es doch grob gesagt so ab, daß NGO’s die Feuerwehr spielten und versuchten das extremste Leid zu lindern, der berühmte Tropfen auf den heißen Stein eben, während staatliche Entwicklungshilfe/ Kredite hauptsächlich in die Hände korrupter Eliten floßen um so den Status Quo aufrecht zu erhalten und sicherzustellen, daß große Konzerne weiter an die heiß begehrten Rohstoffe herankommen! Man stelle sich vor Afrikas Bevölkerungen kämen endlich mal aus ihrem Überlebenskampf heraus und könnten sich dann mal Gedanken über andere Dinge wie Demokratie oder die Ausbeutung ihrer Länder machen. Ich bin der festen Überzeugung, dies wäre gewiß nicht im Interesse so mancher Regierungen der reichen Industriestaaten. Man braucht sich doch nur anzusehen wie die Sache z.B. in Lybien oder dem Irak lief. Anhand dieser Beispiele kann man schon erkennen welche Interessen der Außenpolitik vieler Industriestaaten zugrunde liegen!

    • DerZonk sagt:

      Guter Kommentar,

      wenn man die Wahl hat zwischen verhungern oder unter unmenschlichen Bedingungen Arbeiten, wählt man sicherlich Zweiteres.

      Bin ich als Aussenstehender unzufrieden mit dieser Situation, bleibt mir nur eins. Ich muss eine weitere Alternative schaffen. Dazu muss ich natürlich wirtschaftlich stabil handeln, sonst gehen mir schnell die Mittel aus. Wenn ich jetzt aber ein wirtschaftlich stabiles Konzept habe, bei welchem ich dem Arbeiter (also in diesem Fall der ärmlichen Afrikanischen Bevölkerung) mehr Geld bezahle und ihm besser Arbeitsbedingungen zur verfügung stelle, wird ja jeder Arbeiter bei mir arbeiten wollen. Ich habe also einen Marktvorteil. Die am besten qualifizeirten Arbeitnehmer kommen zu mir und ich bin produktiv und vermutlich hab ich auch ein gutes Image, was wirtschaftlich übrigens auch einen großen Nutzen hat. Ich wachse und kann mehr Leute einstellen. Die Konkurrenz muss nachziehen, sonst verdränge ich sie vom Markt. Resultat, die Lebensbedinungnen und er Wohlstand aller steigt allmählich an.

      Warum aber passiert das nichtt? Es gibt ja annscheinend genung Menschen (siehe die Kommentare hier als Beispiel) die die Situation in der 3. Welt nicht mögen und bereit wären etwas dagegen zu unternehmen(unternehmen — Unternehmen, wassn Wortspiel 😀 )

      Die Antwort ist einfach. Intervention vom Gewaltmonopol. Und das beschreibt ja der Artikel und das kritisieren wir hier auf dieser Seite.

    • Tobias Müller sagt:

      Hallo Mike,
      Ausgangspunkt für meine Argumentation ist eine voluntaristische Gesellschaftsordnung. Berücksichtigt man dies, so kann deine Aussage:
      „Diene Argumentation hinkt meiner Ansicht nach, meiner Meinung nach begeben Menschen sich nicht wegen dem “größeren Nutzen” in Beschäftigungsverhältnisse, die man gemeinhin als Lohnsklaverei bezeichnen kann, sie haben einfach keine Alternative.“
      nicht als wahr (im Bezug auf Logik) angenommen werden, weil sie voraussetzt, dass Menschen zuvor nicht gehandelt haben müssen. Dies ist aber a priori nicht möglich. Menschen können nicht nicht handeln. Tatsächlich müssen sie vor der Arbeitsaufnahme bereits einen Weg gefunden haben, ihr Überleben zu sichern und danach zu handeln, sonst würden sie nicht mehr leben und sich die Entscheidung bezüglich der Arbeitsaufnahme für sie nicht mehr stellen.
      Da sich die Entscheidung aber stellt, müssen wir annehmen, dass der betroffene Mensch sich nur deshalb für die Aufnahme einer solchen Arbeit entscheidet, weil er hierdurch sich erhofft, seine persönlichen (und damit auch familiären) Lebensbedingungen gegenüber der jetzigen Situation zu verbessern. Wenn jemand weis, dass er durch die Arbeitsaufnahme schlechter gestellt wäre, warum sollte er dann sich hierfür entscheiden? Das ist einfach nicht logisch, er wäre ja schlechter gestellt als zuvor.

      „Anstatt vom größeren Nutzen zu sprechen, solltest Du eher vom Zwang zum Überleben sprechen, dies träfe meiner Meinung nach den Punkt viel eher. Über die Probleme, gerade was die afrikanische Landbevölkerung/ Bauern betrifft muß ich mich ja hier nicht auslassen, Mißernten durch Dürren, Kriege die ein Wirtschaften unsicher oder fast unmöglich machen, hochsubventionierte Agrarprodukte aus den nördlichen Breitengraden, die die dortige Preisstruktur vernichten und den Menschen ein Leben als Bauer kaum noch ermöglichen.“
      => All deine hier genannten Beispiele (warum die afrikanische Landbevölkerung Probleme hat) haben ihren Ursprung in staatlichem Handeln. Subventionen der Landwirtschaft oder Kriege würde es in dieser Form in einer voluntaristischen Gesellschaft nicht geben. Diese sind auch, wie ich in meinem Artikel beschrieben habe, staatliche Eingriffe in die Gesellschaft, also staatliche Interventionen. Kriege würde es nicht geben, da sie nicht nur nicht finanzierbar wären oder die Akzeptanz der Bevölkerung fehlen würde, nein, vielmehr würden sich kaum Menschen finden, die aktiv den Krieg führen und persönlich unterstützen würden. Die Menschen müssten nämlich zuvor auch eine Entscheidung zwischen Krieg und Frieden treffen. Krieg bedeutet für die Menschen Unsicherheit, Gewalt und Tod. Frieden als andere Alternative hingegen würde Sicherheit, Schutz und Frieden auf der Basis von freiwilligen Verträgen bedeuten.
      Selbst außerhalb der moralischen Betrachtung müssen wir annehmen, dass Menschen aufgrund der Opportunitätskosten (Alternativkosten) bei der Entscheidung zwischen Krieg und Frieden, Frieden als Entscheidung wählen. Wer sichert im Krieg das individuelle Einkommen, welches für das Überleben und die Befriedigung der Bedürfnisse benötigt wird, sofern es keinen Staat gibt, welcher den Krieg, und damit die Soldaten, finanziert? Dass eine voluntaristische Gesellschaft zum Krieg neigt, wäre daher auch außerhalb der Ethik nicht logisch begründbar.
      Subventionen würde keiner freiwillig zahlen.

      Bezüglich der Missernten und Dürren ist anzumerken, dass gerade der Markt (also die Gesamtheit aller individuellen Entscheidungen der Menschen und das daraus resultierende Handeln) Lösungen gefunden hat, die das daraus resultierende Leid vermindern und stellenweise verhindern. Neben Lagerhaltung und globalem Handel, sind hier das durch Erfahrung gewonnene und weitergegebene Wissen und daraus resultierend der technologische Fortschritt / die Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft zu erwähnen. Eben dies ermöglicht es uns mittlerweile 7 Mrd. Menschen weltweit zu ernähren. Staatliche Interventionen (Subventionen in der Landwirtschaft) beeinträchtigen diesen Prozess und führen zu Leid, da sie die Umverteilung und den Verbrauch von Ressourcen durch Zwang fördern.

      „Was den Eingriff in die Volkswirtschaften betrifft, selbstverständlich muß man helfen, dies gebietet alleine schon die Menschlichkeit, ich zumindest wäre nicht bereit Menschen elendig verhungern oder sie ausbeuten zu lassen, nur um zu sehen wie sich die Sache in der Folgezeit entwickelt!“
      => Es liegt in deinem eigenen Ermessen dahingehend etwas zu unternehmen und selbst freiwillig tätig zu werden, um die Welt ein bisschen „gerechter“ zu gestalten. Ich verstehe meinen Beitrag darin, mögliche Konsequenzen von staatlichem Handeln für die betroffenen Menschen aufzuzeigen, um hierdurch möglicherweise ein Umdenken der Menschen zu erreichen, was womöglich dazu führen kann, dass irgendwann in der Zukunft eine kritische Masse erreicht wird, welche staatliche Interventionen inform von Subventionen der Landwirtschaft nicht unterstützten, da sie erkannt haben, dass hierdurch das Leid der Bevölkerung in der sog. dritten Welt nur vergrößert und nicht gelindert wird.

      Dem Rest des Kommentars kann ich nur zustimmen. Hier werden meines Erachtens wieder die Auswirkungen von staatlichen Interventionen beschrieben…

      ps.: Sorry für Rechtschreibfehler oder Satzunstimmigkeiten, habe aber jetzt keine Zeit mehr Korrektur zu lesen :(.

      Beste Grüße
      Tobias Müller

  5. Miguel sagt:

    Ich sehe hier mehrere missverständnisse. Zum einen sehe ich nicht das die Menschen dort freiwillig ihr Landwirtsdasein aufgeben um mehr Lebensqualität zu erlangen, ist es nicht eher so das durch Güter die in der EU hochsubventioniert werden und nach afrikaexportiert werden. die Preise der dort produzierenden Bauern gedrückt werden (Beispiel Milchpulver, Tomaten aus Spanien usw.) was die Bauern dazu zwingt ihre Tätigkeit aufzugeben um als billiglöhner ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Des weiteren wird durch große Monokuluren Ackerflächen der kleinen Bauern unwirtschaftlich da die Böden durch den Dünger ausgelaugt werden und das wasser von großkonzernen in die Sojaproduktion geleitet wird. Somit bleibt den Bauern keine Wahl.
    Gerne würde ich deinen letzten Satz unterschreiben, aber leider ist es so das wir mit unseren Unternehmen längst in das Wirtschaftssystem Afrikas eingefallen sind. Wir haben uns als EU fanggebiete vor Afrika gesichert, so das die Fischer kaum noch was zum fischen haben, wir überschwemmen Afrika mit Biliigmilchpulver, Kleidunng usw. und machen damit ihren lokalen markt kaputt, wir handeln mit Lebensmittelpreisen und machen es somit den Menschen unmöglichmit einem Stapillen lebensmittelpreis zu rechnen! Leider sind wir für das Elend verantwortlich und damit auch dafür Hilfe zur Selbsthilfe zu Leisten und damit mein ich nicht einfach Hilfgüter und Geld rüber zu schicken, da gehört mehr dazu ….

    • Free Man sagt:

      Na und? Der Stärkere setzt sich durch. Sollen die Afrikaner doch mit besseren Geschäftsmodellen dagegen halten.

      • Miguel sagt:

        Bessere Geschäftsmodelle? Mit einer Infrastruktur gegen null und einem lächerlichen Kapital gegen die Wirtschaftsgroßmächte? ist das dein ernst? mit besseren Geschäftsmodellen gegen korrupte Politiker die Afrikasbodenschätze durch lächerliche Verträge mit den Industrienationen veräußern? Sorry, das kann nur ein schlechter Witz sein!

    • DaniQ sagt:

      Am besten ist ihnen geholfen, wenn wir ihre Unterdrücker entmachten!
      Und mit Unterdrücker meine ich nicht nur die lokalen Diktatoren…

  6. Keule49 sagt:

    Hallo,

    auf den ersten Blick klingt Dein Beitrag ganz gut, auf den zweiten Blick hat er aus meiner Erfahrung viele Tücken und endet nicht schlüssig.

    Ich behaupte, generell, gleich wo auf dieser Welt, wird der private Besitz von Produktionsmitteln, sei es Grund und Boden, seien es Maschinen, Autos, Bergwerke, Computertechnik, die Anderen, ‚Arbeitnehmern‘, leihweise zur Nutzung überlassen wird, immer zu einem Ungleichgewicht der Verteilung des erzielten Ergebnisses führen.

    Die Geschichte hat uns bis dato immer gelehrt, daß die menschliche Gier, ich weiß nicht, ob dies eine genetisch bedingte Eigenschaft ist, immer zum Versuch für sich selbst einen möglichst hohen Anteil aus dem gemeinsam erzielten Ergebnis heraus zu saugen.

    Folge: ein Ungleichverteilung der Werte.

    Mit Werten läßt sich wiederum Macht stabilisieren, nicht für die armen Schlucker, deren zugeteilter Anteil am Ergebnis gerade reicht den Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern für die, die sich einen viel größeren Anteil am Produkt unter den Nagel reißen, diesen nicht in toto für den Lebensunterhalt benötigen und damit in die Lage versetzt werden sich mit dem Überschuß „persönliche Macht zu erkaufen“.

    Die Blutspur dieser Leute zieht sich durch die Geschichte.

    Also mein Fazit: die Probleme dieser Welt sind unter dem von Dir gewählten Blickwinkel „Privatwirtschaft“ versus „Staatliche Verteilung“ nicht lösbar.

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