Wir weisen in regelmäßigen Abständen auf die Auswirkungen von Angst, Missbrauch, Liebesentzug, Schlägen und anderen Stresssituationen auf die Entwicklung  von Kindern hin. In diesem Video sehen wir, dass diese Zusammenhänge schon 1992 bekannt waren.  John Stossel ist mit der Kamera dabei und zeigt uns wie Eltern ihren Kindern beibringen, dass man z.B. seine Geschwister nicht schlägt.

Die Eltern erreichen damit nur, dass die Kinder Gewalt als legitimes Mittel zur Konfliktbewältigung akzeptieren. Auch sie werden später ihre Kinder mit Gewalt disziplinieren.

Wenn wir unsere Gesellschaft verändern wollen, müssen wir unseren Umgang mit unseren Kindern verändern. Sonst haben wir keine Chance.

 

11 Responses to Eine Lektion, die sie nie vergessen

  1. Politische_Ponerologie sagt:

    wir gehören glücklicherweise zu den wenigen länder (es sind genau 16), die die prügelstrafe gesetzlich abgeschafft haben. unter globalen gesichtspunkten gesehen haben kinder aber immer noch nicht viel zu lachen. 106 länder haben bis heute die prügelstrafe in schulen nicht ausdrücklich verboten (dazu zählt auch die usa – in ca. der hälfte der bundesstaaten ist körperliche züchtigung noch erlaubt).

    und jeder sollte sich bewusst machen, dass nach einer hochrechnung aus dem jahr 2000 von UNICEF weltweit noch 80-90% der kinder teilweise massiver gewalt in schulen und dem elternhaus ausgesetzt sind!!!!

    lasst uns aber auch die unsichtbaren misshandlungen nicht vergessen, die auch hier in d. noch sehr weit verbreitet sind..

    >>Wenn ich diese unsichtbaren Verletzungen Mißhandlungen nenne, stoße ich häufig auf Widerstand und laute Empörung. Diese Gefühle kan ich gut nachempfinden, weil sich sie sehr lange teilte. Ich hätte früher heftig protestiert, wenn man nir gesagt hätte, daß ich ein mißhandeltes Kind gewesen war. Erst jetzt weiß ich mit Bestimmtheit, dank Träumen, meiner Malerei und nicht zuletzt dank der Botschaften meines Körpers, daß ich als Kind über Jahre seelische Verletzungen hinnehmen mußte, aber dies als Erwachsene sehr lange nicht wahrhaben wollte. Wie so viele andere Menschen habe ich gedacht: „Ich? Ich wurde doch nie geschlagen. Die paar Klapse haben ja kaum eine Bedeutung gehabt. Und meine Mutter hat sich doch so viel Mühe mit mir gegeben.“ (Alice Miller, „Die Revolte des Körpers“)<<

    • Völlig richtig. Neben offenen körperlichen Verletzungen gibt es die seelischen Verletzungen, das Runtermachen, die Abwendung, das Ignorieren u.v.m. Nein, ich muss mein Kind nicht schlagen, um es zu verletzen. Jeder von uns weiß wie sehr Worte verletzen können …

  2. isomorph sagt:

    Wir gehören zwar glücklicherweise zu den Ländern, bei denen die Prügelstrafe abgeschafft wurde, aber auch traurigerweise zu den Ländern, bei denen dies per Gesetz geschehen ist.

    Und wenn ich nur diesen kurzen Ausschnitt von Alice Miller lese, frage ich mich unweigerlich, was sie vor hat? Etwa alle Eltern überwachen lassen, damit auch ja niemand sein Kind auch nur antatscht?

    Und solch eine UNICEF Studie, würde ich als schlechten Witz auffassen.

  3. Zef sagt:

    „Wenn ein Vater recht seiner väterlichen Überlegenheit sich bewusst ist, so wird er desto sorgfältiger sich darum bekümmern, auf welche Weise er das Kind zum Gehorchen bringt; aber mittelmäßige Eltern, die mit ihren Kindern sich fast herumschlagen, müssen natürlich auf jeder Weise sehn, die Kinder zum Gehorsam zu bringen, auf jeder Weise, selbst wenn das Kind verdorben würde dadurch, dass es auf diese Weise gehorchen lernte“ (Kierkegaard, Buch Adler).

    „Wird es einem Kind dagegen nicht wie gehörig vergönnt, unschuldig mit dem Heiligsten zu spielen, soll es existierend streng in entscheidende christliche Bestimmungen hinein gezwungen werden: so wird ein solches Kind viel zu leiden haben.

    Eine solche Erziehung wird entweder die Unmittelbarkeit in Missmut und Angst stürzen, oder die Lust und die Angst der Lust in einem Maße erregen, wie es nicht einmal das Heidentum gekannt hat“ (Kierkegaard, Unwissenschaftliche Nachschrift)

    „Menschen muss man behutsam behandeln, deshalb darf der Mensch erst allmählich seine Aufgaben erhalten“ (Kierkegaard, Einübung im Christentum).

    > Sonst haben wir keine Chance

    Siehe hierzu auch:
    Die „Identifikation mit dem Aggressor“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Identifikation_mit_dem_Aggressor

    Anders kann ich mir übrigens auch die Staatsgläubigkeit so vieler Menschen kaum erklären.

    „Im Historischen Atlas des 20 Jahrhunderts … kann man erfahren, dass politische Regime im 20. Jahrhundert ungefähr 170 Millionen Menschen (jeweils eigene Bürger und Fremde) umgebracht haben“ (Roland Baader).

  4. Andi Fischer sagt:

    Es geht ja nicht um Prügel allein. Es geht auch um den kleinen Klaps. Mir gefällt an de Beitrag, dass er dies deutlich macht. Jeder ist mal wütend. Das weiß ich als Vater zur zu gut. Doch der Klaps macht eben den Unterschied nicht.

    Was den Unterschied meines Erachtens macht ist, dass Kinder älter werden, sich entwickeln, und lernen. Wer also einen Klaps verhindert – egal ob es der Klaps des großen oder kleinen Geschwisters gegen das andere ist oder der eigene Klaps – nutzt die eigene Stärke gegen die Wut, die sich in Aggression Luft machen will.

  5. politische_ponerologie sagt:

    @isomorph:

    zitat: Und wenn ich nur diesen kurzen Ausschnitt von Alice Miller lese, frage ich mich unweigerlich, was sie vor hat? Etwa alle Eltern überwachen lassen

    das ist absoluter quatsch – wenn du die artikel und bücher von alice miller kennen würdest wüsstest du das. ihr geht es darum, dass die spirale des leids endlich durchbrochen und nicht auf immer und ewig an die nächste generation weitergereicht wird. nur so kann unsere gesellschaft langfristig gesunden…

  6. politische_ponerologie sagt:

    @Zef:
    zitat:
    Siehe hierzu auch:
    Die “Identifikation mit dem Aggressor”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Identifikation_mit_dem_Aggressor
    Anders kann ich mir übrigens auch die Staatsgläubigkeit so vieler Menschen kaum erklären.

    ja das seh ich ähnlich..

    alice miller erwähnt in einem ihrer bücher übrigens eine empirische untersuchung, die auf gesprächen mit über vierhundert zeitzeugen aus der ns-zeit beruht. der einzige faktor, der die retter von den tätern und mitläufer unterschied, war tatsächlich der erziehungsstil ihrer eltern.

    „Meine Pädagogik ist hart. DAS SCHWACHE MUSS WEGGEHÄMMERT WERDEN. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine GEWALTTÄTIGE, herrische, unerschrockene, GRAUSAME Jugend WILL ICH. Jugend muß das alles sein. Schmerzen muß sie ertragen. ES DARF NICHTS SCHWACHES UND ZÄRTLICHES IN IHR SEIN.“ (Hitler) http://www.alice-miller.com/bucher_de.php?page=9a

    • Zef sagt:

      @ politische_ponerologie
      >“Meine Pädagogik ist hart…“ (Hitler).

      Dazu auch: Anita Eckstaedt. Nationalsozialismus in der zweiten Generation. Psychoanalyse von Hörigkeitsverhältnissen.

      Den obigen Gedanken weiter verfolgend, wird „Staatgläubigkeit“ nun gar zur „Staatshörigkeit“.

      „Das Erfassen des Staatsgedankens muss bereits mit dem Beginn des Verständnisses durch die Schule erzielt werden“ (Hitler, Punkt 20 seines Programms von 1920)

      Was für ein Drama!
      gerade für empathisch „begabte Kinder“ (Alice Miller).

  7. politische_ponerologie sagt:

    „Wenn man ein Kind erzieht, lernt es erziehen. Wenn man einem Kind Moral predigt, lernt es Moral predigen, wenn man es warnt, lernt es warnen, wenn man mit ihm schimpft, lernt es schimpfen, wenn man es auslacht, lernt es auslachen, wenn man es demütigt, lernt es demütigen, wenn man seine Seele tötet, lernt es töten. Es hat dann nur die Wahl, ob sich selbst oder die anderen oder beides.“ (Zitate aus: Am Anfang war Erziehung – von Alice Miller)

  8. F.iasko sagt:

    Du sollst nicht merken, was man dir angetan hat und was du damit anderen antust.
    (Alice Miller)

    Bücher von Alice Miller sind sehr zu empfehlen.

    lg

  9. isomorph sagt:

    @po_po: natürlich kannte ich Alice Miller noch nicht, und auch mit diesem Thema, habe ich mich bisher bestenfalls oberflächlich befasst. Natürlich habe ich mich, dank dir, über Alice Miller informiert und sie nun in meine Leseliste aufgenommen.
    Danke nochmals dafür!
    Es scheint auch nur logisch, dass jahrelange `Erziehung` folgen für das geamte spätere Leben hat. Besonders sympathisch an Alice finde ich auch ihren Stil und die These, man könnte Psychosen durch Kunst und Malerei begegnen.
    Da scheint doch was dran zu sein:

    http://www.youtube.com/watch?v=DCEfWHm6m08

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