Die Waffe im Raum

On 20. Juli 2013, in Philosophie, by FreiwilligFrei

Die Waffe im Raum
von Stefan Molyneux


Eine der schwierigsten – und wesentlichen – Herausforderungen für Verfechter des freien Willens ist die ständige Notwendigkeit auf „die Waffe im Raum“ hinzuweisen. In politischen Debatten kann es sehr schwer sein, die endlosen windigen Abstraktionen zu durchdringen, die zur Vertuschung der grundlegenden Tatsache verwendet werden, dass die Regierung Waffen benutzt, um Menschen zu zwingen, das zu tun, was sie nicht tun wollen, oder sie daran zu hindern, zu tun, was sie tun wollen. Höre ich Menschen zu, die nicht dem Prinzip der Willensfreiheit folgen, wünschte ich oft, ich hätte einen „Regenschirm gegen Euphemismen“, um das anhaltende Versprühen fettiger Worte und Redensarten abzuwehren, die bestimmt sind dazu, die simple Gegebenheit staatlicher Gewalttätigkeit zu verschleiern. Wir hören ununterbrochen Unsinn über „Soziale Wohltaten“, die „Umverteilung von Einkommen“, die „Erziehung der Kinder“ und so weiter – endlose Versuche, den nackten Gewehrlauf des Staates in einem Berg von sirupartigen Metaphern zu verbergen.

Es ist ein ermüdender, aber nichtsdestotrotz wesentlicher Schritt, Menschen immer wieder daran zu erinnern, dass der Staat nichts anderes ist als eine Behörde für Gewalt. Wenn jemand spricht über „den Wohlfahrtsstaat zur Hilfe der Armen“, müssen wir auf die Waffe im Raum hinweisen. Wenn sich jemand gegen die Entkriminalisierung von Marihuana einsetzt, müssen wir auf die Waffe im Raum hinweisen. Wenn jemand die Senkung von Steuern befürwortet, müssen wir auf die Waffe im Raum hinweilen – auch wenn damit eine Kugeln herausgenommen wurde.

Derart viel politische Sprache ist dazu bestimmt, die einfache Realität staatlicher Gewalttätigkeit zu verschleiern, dass Libertarismus sich manchmal anhören dürfte wie eine kaputte Schallplatte. Wir müssen, wie dem auch sei, unaufhörlich die Euphemismen abschälen, um die sozial sanktionierte Brutalität zu enthüllen, die an der Wurzel einiger unserer zutiefst eingebetteten sozialen Einrichtungen verborgen ist.

Ich war vor kurzem mit einer Frau in eine Debatte verstrickt, bei der es um öffentliche Schulen ging. Wie selbstverständlich nannte sie einen Grund nach dem anderen, warum öffentliche Schulen von Vorteil sind, wie wunderbar sie für benachteiligte Kinder sind, wie wichtig sie für soziale Stabilität seien usw. usf. Jeder dieser Punkte – und viele mehr – hätte Stunde um Stunde des hin und her verschlingen können, und hätte umfangreiche Forschung und komplizierte philosophische Argumentation erfordern müssen. Aber es gab wirklich keine Notwendigkeit dafür – denn alles, was ich tun musste, war immer wieder zu sagen:

„Die Frage ist nicht, ob öffentliche Schulen gut oder schlecht sind, sondern sie ist vielmehr, ob mir gestattet ist anderer Meinung zu sein, ohne beschossen zu werden.“

Die meisten politischen Debatten sind tatsächlich derart schlicht. Die Menschen verfallen nicht in hitzige Debatten darüber welches Restaurant das beste ist, weil der Staat nicht allen ein bestimmtes Restaurant vorschreibt – und auf diejenigen schießt die versuchen, ein konkurrierendes Restaurant zu eröffnen. Die Wahrheit ist, dass mir die Meinung dieser Frau zu Erziehung vollkommen egal sein könnte – so wie ihr meine Meinung zu Erziehung vollkommen egal sein könnte – aber wir gezwungen sind zu debattieren, weil wir nicht berechtigt sind, gegensätzliche Auffassungen zu haben, ohne dass einer von uns beschossen wird. Das war das Wesen unserer Debatte, und solange dies unberücksichtigt blieb, konnten wir damit keinen Blumentopf gewinnen.

Hier ist ein weiteres Beispiel. Ein Zuhörer meiner Sendung ‚Freedomain Radio‘ schrieb im Nachrichten-Forum folgenden Kommentar:

Wenn Sie sagen „Regierung A funktioniert nicht“, ist was Sie wirklich sagen, dass die Art wie sich Individuen in jener Gesellschaft verhalten, in gewisser Weise mangelhaft ist. Es gibt viele Themenstränge in diesem Forum, bei denen es um die tatsächliche Debatte geht. Die Gegenargumente dieses Themenstrangs konzentrieren sich alle auf staatliche kontra marktwirtschaftliche Gesellschaftsformen. Die Regeln der Definition eines freien Marktes basieren alle in einer bestimmten Ebene auf Interaktionen, genau wie auch bei staatlichen Formen. Behaupten Sie nicht, dass eine Regierung Andere durch Waffengewalt zwingt, wenn es in Wirklichkeit einzelne Menschen mit Waffen sind, sondern zeigen Sie stattdessen, wie auf die andere Art und Weise weniger Waffen eingesetzt werden, um Andere zu zwingen, oder wie diese Waffen Andere in förderlicherer Art und Weise zwingen könnten.

Ich antwortete auf diese Weise:

Aber – und es tut mir leid, wenn ich Sie missverstehe – staatliches Handeln ist Gewalt, und darum bin ich nicht sicher, wie ich Ihren Absatz interpretieren soll. Lassen Sie mich eine andere Verwendung von Gewalt einsetzen, um meine Verwirrung zu zeigen:

Wenn Sie sagen Vergewaltigung funktioniert nicht, ist was Sie wirklich sagen, dass die Art wie sich Individuen in jener Gesellschaft verhalten, in gewisser Weise mangelhaft ist. Es gibt viele Themenstränge in diesem Forum, bei denen es um die tatsächliche Debatte geht. Die Gegenargumente dieses Themenstrangs konzentrieren sich alle auf Vergewaltigung kontra Partnersuche. Die Regeln der Definition von Partnersuche basieren alle in einer bestimmten Ebene auf Interaktionen, genau wie auch bei Vergewaltigung. Behaupten Sie nicht, dass eine Gruppe von Vergewaltigern Andere durch Waffengewalt zwingt, wenn es in Wirklichkeit einzelne Vergewaltiger sind, sondern zeigen Sie stattdessen, wie es auf die andere Art und Weise weniger Vergewaltiger gäbe die Andere zwingen, oder wie diese Vergewaltiger Andere in förderlicherer Art und Weise zwingen könnten.

Erkennen Sie meine Verwirrung?

Vielen Dank!

Es ist ein sehr hilfreiches Anzeichen für die Zukunft der Gesellschaft, dass diese Euphemismen existieren – in der Tat, ich würde nicht an die moralische Überlegenheit einer staatenlosen Gesellschaft glauben, wenn es diese Euphemismen nicht gäbe! Wenn die Leute, jedes Mal, wenn ich darauf hingewiesen habe, dass ihre politischen Positionen es alle erfordern, dass ich beschossen oder verhaftet werde, sie nur knurren würden: „Sicher, damit habe ich kein Problem – in der Tat, wenn Sie weiterhin nicht meiner Meinung sind, werde ich selbst auf Sie schießen!“ – dann würde ich es sehr schwer haben, für eine staatenlose Gesellschaft einzutreten!

Doch in mehr als 20 Jahren des Diskutierens dieser Frage habe ich noch keine einzige Seele getroffen, die mich entweder selbst beschießen wollte oder jemand anderes mich beschießen lassen wollte. Diese Tatsache tröstet mich sehr, weil es genau erklärt, warum diese Euphemismen so wesentlich zur Erhaltung und Steigerung der Staatsmacht sind.

Der Grund, dass unaufhörlich Euphemismen verwendet werden, um „die Waffe im Raum“ zu verschleiern, ist die schlichte Tatsache, dass Menschen Gewalttätigkeit nicht mögen. Die meisten Leute werden fast alles tun, um eine gewalttätige Situation zu vermeiden. Selbst die blutrünstigsten Unterstützer der Irak-Invasion hätten es schwer gehabt die These zu rechtfertigen, dass jeder, der gegen die Invasion war beschossen werden solle – weil es dabei gerade um dieses Grundrecht ging, überhaupt erst in den Irak einzudringen! Aber wie kann ich das Recht haben, mich der Invasion des Irak zu widersetzen, wenn ich gezwungen bin, sie mittels Besteuerung zu bezahlen? Das ist doch ein lächerlicher Widerspruch, ganz genau wie zu behaupten, dass ein Mensch ein Recht auf freie Meinungsäußerung hat, und gleichzeitig, dass er für das Aussprechen seiner Gedanken verhaftet werden sollte. Wenn ich das Recht habe mich der Invasion zu widersetzen, kann ich doch nicht gleichzeitig gezwungen werden, sie zu finanzieren. Wenn ich gezwungen bin, sie zu finanzieren, dann ist jedes Recht, das ich habe um zu „widersprechen“ reine Einbildung.

Im Grunde reduzieren sich dann alle libertären Argumente auf eine einzige, schlichte Aussage:

„Leg die Waffe nieder, dann reden wir.“

Dies ist der Kern der Moral von beidem: Libertarismus und Zivilisation. Zivilisierte Menschen schießen nicht aufeinander, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind – anständige Leute schwenken nicht mit Waffen in des Anderen Gesicht und fordern Unterwerfung oder Blut. Politische Führunspersönlichkeiten wissen das sehr genau – ich würde sagen, besser als viele Verfechter des freien Willens es tun – und verschleiern somit unaufhörlich die Gewalt ihrer Handlungen und Gesetze mit Schönfärberei und euphemistischen Ausflüchten. Soldaten werden nicht ermordet, sie „fallen“. Der Irak wurde nicht besetzt, sondern „befreit“. Politiker sind nicht unsere politischen Gebieter, sie sind „Diener des Volkes“, und so weiter und so fort.

Obwohl das Prinzip der Willensfreiheit allgemein als eine radikale Lehre verstanden wird, ist die primäre Aufgabe des Verfechters des freien Willens unaufhörlich die grundlegende Realität zu bekräftigen, dass fast jeder bereits ein Verfechter des freien Willens ist. Wenn wir schlicht dabei bleiben, die Leute zu fragen, ob sie bereit sind, auf andere zu schießen, um ihr Ziel zu erreichen, können wir Sie sehr schnell davon überzeugen, dass das Prinzip des freien Willens nicht eine abstrakte, radikale oder zerfranste Philosophie ist, sondern eine einfache Beschreibung der Grundsätze, nach denen sie ihr Leben bereits leben. Wenn Sie gefeuert werden, denken Sie, dass Sie Ihren Vorgesetzten als Geisel halten sollten, bis er Ihnen den Job zurück gibt? Nein? Dann haben Sie bereits eine Haltung der Willensfreiheit bezüglich Gewerkschaften, Tarifen und Subventionen für Konzerne. Wenn Sie Ihren Sohn im Teenageralter in Ihrem Keller beim Rauchen von Marihuana erwischen, würden Sie auf ihn schießen? Nein? Dann haben Sie bereits eine Haltung der Willensfreiheit bezüglich Drogen-Gesetzen. Sollten diejenigen, die Krieg aus Gewissensgründen ablehnen, erschossen werden? Nein? Dann haben Sie bereits eine Haltung der Willensfreiheit hinsichtlich staatlicher Besteuerung.

Wie bei wissenschaftlichen Methoden ist die größte Stärke des Prinzip der Willensfreiheit dessen kompromisslose Einfachheit. Die Vollstreckung von Eigentumsrechten führt zu einer ungeheuer komplexen Wirtschaft, doch die guten Sitten bei Eigentumsrechten ist sehr einfach – würden Sie auf einen Menschen schießen, um sein Eigentum zu stehlen? Die gleiche Komplexität ergibt sich aus der einfachen und universellen Anwendung des Nicht-Aggressions-Prinzips. Es ist so einfach, sich in betörender Komplexität zu verlieren, und zu verlernen grundlegende Prinzipien zu verkünden.

Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit geheimnisvollen Details. Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit der Geschichte der Zentralbanken und der Wirtschaftlichkeit eines Mindestlohns. Bleiben Sie einfach dabei, auf die Waffe im Raum hinzuweisen, immer und immer wieder, bis die Welt endlich beginnt aufzuwachen und sie mit Entsetzen und Abscheu zu Boden fallen lässt.

englische Quelle: http://www.lostlibertycafe.com/index.php/2010/12/11/the-gun-in-the-room/
aktualisierte Quelle: http://freedomain.blogspot.com/2006/11/gun-in-room.html

ins Deutsche übersetzt von Andi Fischer

 

16 Responses to Die Waffe im Raum

  1. Kukfuk sagt:

    chapeau!

    in gleichnissen sollten die menschen denken und reden.

    sehr guter artikel!

  2. DaniQ sagt:

    gefällt mir!

  3. stefan sagt:

    Du hast recht, Gewalt existiert viel, wo Leute noch gar nichts merken, weil sie sich daran gewoehnt haben. Es ist eben „normal“ seine Kinder auf die Schule zu schicken, sich Krankenversichern und in Euros zu zahlen. Nur wehe dem, der eben anders denkt, dann wird Gewalt ausgeuebt. Die Frage ist aber , wie begegnet man Gewalt?? Du schreibst in deiner Def., Gewalt soll man nicht ausueben, es sei denn als Selbstverteidigung oder als Widergutmachung (Rache)!!! Da kann man ja jede Gewalt begruenden. z.B.Ich musste den Polizisten erschiessen, weil er mir meine Kinder wegnehmen wollte, die ich nicht zur Schule schicken wollte. Der Teufelskreis von Gewalt laesst sich nur von der radikalen Nichtgewalt loesen bis hin zur Aufgabe des Rechts auf Selbstverteidigung und Rache.

    • Andi Fischer sagt:

      @stefan: Ich bin nicht sicher, WEN Du hier ansprichst und auf welche Definition Du bezug nimmst. Autor des Textes oben ist Stefan Molyneux. Im fwf-Forum gibt es ferner einige weitere Beiträge von mir selbst.

      Inhaltlich: Ich (hier in der Rolle des Übersetzer) kann mich nicht erinnern jemals Gewalt zur Wi(e)dergutmachung befürwortet zu haben. Selbstverteidigung allein kennt keinen Teufelskreis, denn sie dient ja der Abwehr. Selbstverteidigung muss zudem nicht Gewalt beinhalten, sondern ist auch ohne Gewalt möglich (situationsbedingt). Solltest Du den Artikel weiter diskutieren wollen, so tue dies bitte im Forum [1] und kommentiere hier mit einem Link zum Themenstrang, den Du dazu eröffnest. Ich würde mich sehr freuen, den Artikel mit Dir und anderen zu diskutieren.

      [1] http://freiwilligfrei.yooco.de/forum/artikel-404321-f.html

  4. C.Row sagt:

    Sehr guter Artikel!

  5. Timo Ollech sagt:

    Dazu frage ich doch direkt mal: sind private Waffen auch nur ein Jota besser als staatliche? Jede Waffe lässt sich benutzen, um andere gegen ihren Willen zu etwas zu zwingen – dazu ist sie schließlich da (Jagdwaffen mal ausgenommen).
    Vor dem Hintergrund und angesichts des derzeitigen globalen Waffenarsenals frage ich mich doch ernsthaft, wie realistisch die von euch angestrebte Gesellschaft tatsächlich ist.

    • michael sagt:

      niemand hat gesagt, das waffen schlecht sind…
      ein gewaltmonopol ist schlecht.

      wir wissen selber nciht, wie die gesellschaft aussehen wird.
      nur wissen wir, daß es üebrhaupt als gesellschaft bezeichnet werden kann.
      denn eine erzwungene gemeinschaft via gewalt(monopol), ist keine gesellschaft, genauso wenig, wie man siene verwandten in den keller sperren und fesseln kann und es ein familienfest nennen kann.

    • FwF-sandman sagt:

      Was meinst Du mit realistisch? Meinst Du: Schnell umsetzbar?

      Was hat das alles mit dem Gegenstand „Waffe“ zu tun?

      Wir bevorzugen freiwillige und kooperative Beziehungen zwischen Menschen gegenüber aufgezwungenen Beziehungen. Es ist uns also völlig egal, wer Waffen hat und warum. Die Frage ist doch nur, ob eine Waffe benutzt wird, um den Weg der freiwilligen Kooperation, der Argumentation zu verlassen (indem man ungerechtfertigte Gewalt und Zwang ausübt)

      Wir finden nur Beziehungen „gut“, die auf Freiwilligkeit beruhen, ob wir nun im heutigen Staat leben oder irgendwann in einer PRG (Privatrechtsgesellschaft), ist dabei egal. Auch in einer PRG kann es ungerechtfertigte Gewalt geben. Die Justiz wird sich dann aber genau an diesem Fakt orientieren. Das wird zu einer Gesellschaft führen, die allen kooperativen Subjekten die größte Chance auf Nutzenmaximierung gewährt. Was ist denn daran auszusetzen?
      Realistisch ist das alles noch lange nicht, solange die Menschen Sozialismus (das Leben auf Kosten anderer) NACHFRAGEN. Chancen zur schnellen Umsetzung könnte nur eine Sezession bieten, kommt die nicht dauert das Generationen.

  6. Timo Ollech sagt:

    Um es noch mal auf den Punkt zu bringen: findet ihr sowas hier in Ordnung, nur weil es kein Staat ist? http://disinfo.com/2013/06/inside-monsantos-rural-police-state/

  7. Edgar sagt:

    „Sollten diejenigen, die Krieg aus Gewissensgründen ablehnen, erschossen werden? Nein? Dann haben Sie bereits eine Haltung der Willensfreiheit hinsichtlich staatlicher Besteuerung.“

    Ist das in Amerika so? In Deutschland kommt man bei Steuerverweigerung doch ins Gefängnis und das Eigentum wird gepfändet, oder? Ist schlimm genug, aber derartige Übertreibungen schwächen die eigene Position, finde ich.

    • michael sagt:

      ??
      was passiert, wenn du dich konsequent gegen die räuberische erpressung wehrst?
      geh mal die einzelnen schritte durch bitte.

      • freedomforce sagt:

        Das ist in etwa so, als wolle man argumentieren, dass es keine Zwänge gäbe, weil man schließlich immer die Option hat, sich erschießen zu lassen oder zu verhungern. Die Optionen sind allerdings nicht gleichwertig, sie sind mit unterschiedlichen Kosten verbunden.

  8. Nullte_Instanz sagt:

    Sehr schöner Text!

    Leider fällt trotzdem immer wieder auf das die Leute es sich ziemlich einfach machen. Zieht man das Argument heran ob sie nun selber bereit wären Gewalt anzuwenden kommt in der Regel ein klares nein.
    Die Tatsache das man sich bei KONSEQUENTER Verweigerung, im besten Fall mit schwerste Verletzungen im Krankenhaus wiederbefindet und im schlimmsten Fall erschossen wird, wird im wahrsten Sinne des Wortes verdrängt!
    Geht man nämlich diesen Aspekt schritt für schritt durch, erreicht man schnell eine Grenze bei der die Leute einfach „resignieren“. „Ja dann zahl ich halt das Parkticket, das Bußgeld, die Steuernachzahlung… Bevor ich ins Gefängnis gehe ist das ja die bessere Option…“ Darauf hinzuweisen, das man ja erst besuch bekommt bevor man ins Gefängnis geht, weil sie ja noch so großzügig sind und dir das Taxi Geld ersparen, ist soweit noch klar.

    Würde ich jetzt an der Tür klipp und klar NEIN sagen, von mir aus bis in kleinste Detail erkläre warum ich weder bezahle, noch mich einsperren lasse, dann würden diese Gewaltbrüder mir schon zeigen welche Rechte ich habe… Die Gewalt würde in diesem Moment Proportional zunehmen, sie würden zuerst versuchen mich mit Handschellen oder Kabelbinder zu fixieren, wehre ich mich durch drehen und winden werden sie härtere Maßnahmen ergreifen (Schlagstöcke), nun befinde ich mich schon in der Situation der Lebensgefahr und ergreife vielleicht ebenfalls einen Gegenstand in meiner Reichweite und verteidige mein Leben, daraufhin werden sie die notwendige Konsequenz ziehen (vielleicht müssen) und mich erschießen…
    Auch die Polizisten befänden sich in solch einer Situation unterumständen in Lebensgefahr, was ja die Rechtfertigung für die Waffengewalt ist! Das sie sich nun Letzen Endes selber in diese Situation manövriert haben, und das lediglich weil sie blind irgendwelchen willkürlichen Anordnungen folgen, die von Menschen ausgesprochen wurden, die selber NICHT den nötigen schneid aufbringen um ihre Forderungen selber einzufordern ist scheinbar irrelevant.

    Immer wenn ich das Argument der „letzten Konsequenz“ des Staates aufbringe, bekomme ich zu hören: „Ja das würde ja niemand so machen, die allermeisten bezahlen „Freiwillig???“ ihre Strafe und wenn sie es nicht können, dann gehen sie eben „Freiwillig???“ mit ihnen mit ins Gefängnis… Es würde doch niemand darauf ankommen lassen, so weit zu gehen um sein eigenes Leben zu riskieren. Das wäre ja völlig unverhältnismäßig!“
    Und genau an dem Punkt „beißt“ sich die Geschichte selbst. Warum erkennen so viele die Unverhältnismäßigkeit, wenn es darum geht sein Leben gegen unrecht zu verteidigen, aber nicht das die ausgeübte Konsequenz des Staates (Gewalt anzuwenden) um ein vielfaches unverhältnismäßiger ist?

    Das ich mir von den Schergen, nicht die Fresse polieren lasse, wegen einem 15€ Bußgeldticket das ich nicht zahlen will, nur weil ich um 3 Uhr morgens irgendwo in der Walachei mit 7km/h geblitzt wurde, ist klar. Doch nur weil ich das bezahle heißt das noch lange nicht das ich das auch einsehe, man hat ja niemanden überzeugt nur weil man ihn zum Schweigen bringt. Doch seine Augen vor dieser Tatsache zu verschließen und immer noch irgendeine ach so kluge Rechtfertigung für die Durchsetzung von Gewalt finden zu wollen, ist mir schier unbegreiflich. Die besagte „Waffe im Raum“ wird scheinbar als natürlich oder selbstverständlich angesehen…

    Gruß Phil

  9. isomorph sagt:

    Gott ist das gut! Danke Phil!

    Mein Kompliment, du hast es verdient 😉

    http://globalefreiheit.de/konsequenz.htm

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