Warum ich den Staat ablehne

On 29. Februar 2012, in Gesellschaft und Politik, by FreiwilligFrei

Ein wichtiger Wert, den freiwilligfrei vertritt ist die Freiheit aller Menschen. Jeder darf tun und lassen, was er möchte, solange er nicht die Freiheit eines anderen damit zerstört.
Und die allermeisten Menschen entsprechen diesem Prinzip: Wir zwingen unseren Arbeitgeber nicht, dass er uns einstellt, wir zwingen unsere Lebenspartner nicht, bei uns zu bleiben und wir haben uns auch nicht die Gegenstände gestohlen, die wir besitzen. Solche Angelegenheiten werden einvernehmlich geregelt, das heißt, freiwillig.

Dementsprechend würden wir zutiefst entrüstet dagegen protestieren, wenn jemand uns zwingen würde, einen bestimmten Beruf zu ergreifen, einen bestimmten Partner zu heiraten oder Waren zu kaufen, die wir gar nicht haben wollen. Dies wäre abscheulich für uns, weil ein anderer uns seinen Willen aufzwingen würde, entweder indem er Gewalt anwendet oder androht, oder indem er uns hinter unserem Rücken bestiehlt.

Ich halte also fest:

1. Es ist unmoralisch, wenn eine Person einer anderen mit Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung ihren Willen aufzwingt.

Auch wenn in unserem Alltag Gewalt keine nennenswerte Rolle spielt, so gibt es doch jemanden, der uns alle ständig bedroht. Wer kann das sein?

Ich rede vom Staat.

Wer seine Vorschriften, seine Forderungen, seine Verbote nicht einhält, bekommt es mit der Staatsgewalt zu tun, die letztlich auf Polizei und Armee beruht.

Doch was genau ist der Staat? Viele Menschen arbeiten für ihn, und dennoch ich habe ihn noch nie getroffen. Wenn ich ihn mal treffen würde, na, der könnte was erleben!
Nehmen wir mal einen Bürgermeister. Der ist doch wohl der Staat, oder? Aber wenn er sein Amt abgibt, ist er sicherlich nicht mehr der Staat. Mal ist er der Staat, mal ist er es nicht. Irgendwas stimmt da nicht. Was ist da los?

Folgende Definition schafft Ordnung:

2. Ein Staat ist eine gedachte (oder juristische) Person, deren Entscheidungen und Handlungen mit Gewalt abgesichert sind.

Da gedachte Personen nicht wirklich handeln können, muss immer eine natürliche Person die gedachte Person verkörpern und ihr Leben verleihen. Das ist dann der Amtsträger. Ohne Amtsträger ruht das Amt; mit ihm lebt es wieder auf.

Für meine Definition ist es unerheblich, durch welche Prozedur ein Amtsträger in sein Amt kommt, sei es durch Wahl oder Putsch oder durch Geburt. Staatlichkeit wird hier nur durch die Gewaltabsicherung der staatlichen Handlungen definiert. Ein Staat, in dem alle freiwillig mitmachen, wäre nach dieser Definition kein Staat, sondern eine staatenlose Gesellschaft.

Nun schaffe ich noch eine Verbindung zwischen den Sätzen 1. und 2. Wie sieht das dann aus?

3. Gedachte Personen, also auch Staaten, unterliegen denselben moralischen Prinzipien wie natürliche Personen.
Für natürliche Personen gelten immer dieselben moralischen Prinzipien, auch wenn sie ein Amt tragen und damit eine gedachte Person zum Leben erwecken.

Ich hoffe, Satz 3 ist einleuchtend. Dass er wahr ist, hängt damit zusammen, wie man Satz 1 über die Unmoral von Zwingen begründet. Wenn Zwingen immer unmoralisch ist, dann gilt das für alle Handelnden, egal ob das gedachte oder Amtsträger oder Normalsterbliche sind.

Aber, könnte man einwenden, man kann sich doch eine Gruppe von Personen vorstellen, die einen Verein gründen und vereinbaren, dass die Beiträge des Vereins auch mit Gewalt eingetrieben werden können. Die Gewaltanwendung wäre doch hier in Ordnung, oder etwa nicht? Die Entgegnung lautet hier, dass die Vereinsmitglieder der Gewaltandrohung zugestimt haben. Dadurch wird ihnen nicht ein fremder Wille aufgezwungen, sondern eine Zusage, die sie gegeben haben, eingelöst. Durch die freiwillige Mitgliedschaft ist die Gewaltanwendung der Beitragseintreiber nicht unmoralisch.

Wie steht es nun mit der Gewaltandrohung des Staates oder seiner Amtsträger?

4. Die Staatsangehörigkeit wird nicht durch Beitritt erworben, sondern unfreiwillig. Der Staat betrachtet mich als Mitglied, bloß weil ich hier geboren bin. Aber selbst wenn ich kein Mitglied bin, setzt er seine Regeln mir gegenüber mit Gewalt durch.

Damit gelange ich ohne Weiteres zu meiner Schlußfolgerung:

5. Alles staatliche Handeln ist unmoralisch.

Daher lehne ich den Staat ab, und zwar jeden Staat.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Anwendung von Gewalt geächtet ist, auch wenn sie vom Staat ausgeübt wird.

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34 Responses to Warum ich den Staat ablehne

  1. Heikophilo; kleine Ungenauigkeit in deinem sonst guten Artikel. In der BRD beantragt jeder seine Mitgliedschaft (Ausweis) freiwillig und unterschreibt damit freiwillig die Regeln, die im Wirtschaftsunternehmen BRD GmbH aufgestellt wurden. Scheisse wa?
    Wir haben alle freiwillig diesen Kack unterschrieben. Noch jung und unwissend zwar aber zumeisst doch freiwillig und viele auch mit einem gewissen Stolz in der Brust.
    Sehr unmoralisch das staatliche Handeln. Eigentlich bräuchten wir alle bloß kündigen.
    Personenstandserklärung abgeben und alle Ausweise abgeben.
    Auf unserem letzten pdv Infoabend hatten wir einen Gast, der war in staatl. Selbstverwaltung. Der war hier organisiert http://deutsches-amt.de/
    Das Ganze ist natürlich auch wieder staatlich organisiert aber freiwillig und auf kleiner Stufe, man kann auch wieder austreten. Sehr interessant das Thema.

    • FwF-sandman sagt:

      Hi Jens, das mit der staatlichen Selbstverwaltunginteressiert mich. Wenn Du mal Infos bekommst von irgend jemandem, der das erfolgreich durchgezogen hat, würd ich mich freuen, wenn Du mir einen Hinweis gibst, wo ich diese Infos bekommen kann.

    • kirlean sagt:

      Hmm das seh ich anders als ich 16 wurde ging ich zum bürgerservice unserer stadt ,und frage dort nach was passiert mir wenn ich KEINEN PERSONALAUSWEIS beantrage da ich mit diesem staat nicht konform bin. die antwort kam promt „ich bin mit dem vollendeten 16 lebensjahr VERPFLICHTET einen personalausweis bei mir zu tragen,um mich ausweisen zu können, da ich sonst eine straftat begehe“ und nun erzähle mir ich habe diesen ausweis freiwillg beantragt weil es mir ja angeblich frei stehen würde, und zum ZEB die mag ich auch nicht MENSCHENRECHTE schön und gut aber die verteten die meinung das eine andere kultur eine vorhandene übernehmen ja sogar ersetzen darf ,und jemand der seine eigene kultur verteidigen will gegen die menschenrechte geht,…. hört sich das nach menschenrechten an??

  2. Klaus-Nikolaus Röth sagt:

    Jeder Staat und alle Staaten der Welt bestehen aus Menschen und diese machen es aus, ob der Staat in dem man lebt, Gut oder schlecht ist, Lebensfremd/feindlich oder zum Wohle des Volkes, also den Menschen ist. Ihr seht, daß Leben funktioniert eben anders, als man uns gelehrt hat.

    Schaut mal auf : http://www.raum-energie-forschung.de oder auf Politaia google dann oben auf Wissenschaft, die Seite dann herunterziehen und auf Global Scaling/Genesis-Sympostium mit Dr. Hartmut Müller klicken und Fime ansehen und hören.

    Die Besten Grüße

    Klaus-Nikolaus

  3. Habnix sagt:

    GG Art.20 Abs.4,

    berechtigt uns,die Bürger von Berlin zu Informieren das sie in Gefahr sind,wenn sie weiter in Berlin wohnen und arbeiten und das,wenn sie nicht mehr in Berlin wohnen und arbeiten ihre Selbstbestimmung,Mitbestimmung,Freiheit und Demokratie wieder gewinnen können und der Gefahr die von Politiker für Berlin ausgeht entkommen können.

    Aufklärung der Berliner Bevölkerung ist jetzt notwendig.

    M.f.G

    Habnix

  4. Gustav sagt:

    ..jaja, wenn nur jeder diese Moral, von der du sprichst, besitzen würde.
    So ist es leider aber nicht.. ganz und garnicht! Ich kenne nur sehr wenige Menschen, über die ich behaupten würde, sie besäßen Moral in annehmbarer Menge. Leider ist der Mensch ein Egoist oder wird zu diesem gemacht.

    Hoffentlich gehört es noch zur Evolution, dass der Mensch langsam aber sicher Moral erlernt. Ich denke aber nicht, da die Morallosen leider die mächtigere Stellung der Gewalt eingenommen haben und hiermit die Evolution (mal wieder) ausgehobelt haben. Oder ist genau DAS die Evolution?
    ..jaja, Philosophie.

    • FwF- infokriegerBerlin sagt:

      eben gerade weil nicht jeder gut ist, ist ein staat nicht zu bevorzugen; siehe:

      Die Widerlegung des Staates: 4 Argumente gegen eine Regierung

      • Heiko Cochius sagt:

        Dass diese Moral gültig ist und auch von allen als gültig angesehen wird, sieht man daran, dass niemand darüber spricht, dass der Staat im wesentlichen Gewalt ist, zuallerletzt der Staat selbst. Diese gewaltige Tatsache wird durchgängig mit Formulierungen der Freiwilligkeit oder Vernünftigkeit verwischt: Beispiel: „seinen Beitrag leisten“ für den Vorgang, dass einem Steuern abgenommen werden. „Bildung gestalten“ für den Vorgang, dass Kindern und Eltern vorgeschrieben wird, was sie zu tun haben. „Eine vernünftige Regelung herbeiführen“ für die Auferlegung eines fremden Willens.

        Dass die Regierenden lieber lügen, sie seien gut, zeigt, wieviel Angst sie davor haben, dass alle sehen können, dass sie Böses / Gewalt tun.

    • DaniQ sagt:

      „..jaja, wenn nur jeder diese Moral, von der du sprichst, besitzen würde.“

      Moral besitzt man nicht. Sie existiert, unantastbar, unumstößlich und universell gültig. Heiko’s Moral ist absolute und objektive Wahrheit.
      Man kann sie nicht besitzen. Man kann sie verstehen und anwenden.

  5. fritz sagt:

    die brd ist kein staat, hat kein volk, kein staatsgebiet, keine verfassung, es gibt in der brd nur juristische personen ohne menschenrechte, das GG gilt nur unterhalb des HGB! kein gesetz ohne gültige verfassung! die BRD ist nicht mal rechtsfähig! das ist alles eine riesen sauerei!!!

    • Heiko Cochius sagt:

      Fritz, das sind interessante Zusammenhänge, die du da beschreibst. Die juristisch saubere Gestaltung der Gewalt ist mir jedoch weniger wichtig als die Gewalt selbst.

    • liberäterenovize sagt:

      es spielt keine rolle wie es ist. sondern wie es gehandhabt wird. außerdem ist egal ob mich eine ngo, gmbh oder ein staat ausraubt. die meisten staatsrechtler auch herr prof. dr. albrecht schachtschneider sind der auffassung, dass die brd ein staat ist weil er eben ein volk und ein staatsgebiet hat. das es nicht die grenzen von 1937 sind, ist eine andere frage jedoch würd die brd allgemeinhin als staat anerkannt also hilft es wenig dies anzuzweifeln. der libertäre will eh entweder so wenig staat wie möglich oder eben garn keinen staat.

  6. zap sagt:

    Hallo Heikophilo,

    der Staat ist in erster Linie ein Unternehmen was sich auf Ausbeutung und Bevormundung von Menschen spezialisiert hat. Ein Unternehmen mit Gewaltmonopol, das die Menschen Ausbeutet und Bevormundet und das über allen anderen Unternehmen steht. Will nun irgendein Unternehmen (z.b eine Bank) die Menschen ausbeuten und bevormunden, kann es das nicht selbst machen, denn Ihm fehlt es an Gewalt, sondern z.B die Bank muss zum Unternehmen Staat gehen und mit Ihm paktiren, damit der Staat diesem Unternehmen die Möglichkeit gibt, die Menschen auszubeuten und zu bevormunden. Das macht der Staat mithilfe von Gesetzen, willkürliche Regeln die mit Gewalt durchgesetzt werden. Verstösst ein Mensch gegen diese Gesetze wird er bedroht, erpresst, eingesperrt, geschlagen oder ermordet. Der Staat kann nur mit Gewalt überleben, und er muss jeden mit Gewalt zwingen sich Ihm zu unterwerfen, selbst kleinen Kindern droht der Staat mit Gewalt und Represalien.Er kann es sich nicht mal leisten, das ein 5 jähriger ihm trotzt, das macht sofort Schule und der ganze Staat bricht zusammen. So wenig Rückhalt hat er in der Bevölkerung. Er muss überall die Menschen in Angst und Schrecken halten um sie zu beherrschen. Er muss ständig Zwietracht unter den Menschen sähen um selbst nicht von den Menschen gehasst zu werden. Dazu hat der Staat eine Marketingabteilung, die heisst Regierung. Diese Abteilung ist bemüht, die wahren Motive des Staates zu verdecken und wird nicht müde die Menschen zu überzeugen, wie besorgt die Regierung doch ist um das Wohl der Menschen ist… Kollektivistische Staatskonzepte, wie der Sozialismus , Faschismus oder die Demokratie werden den Menschen von Vertretern staatlicher Parteien mit Propaganda schmackhaft gemacht und vom Leben gezeichnete Menschen werden Politiker. Die meisten von Ihnen, aalglatte Pinguine direkt aus dem Arsch der Gesellschaft gezogen und mit einem Schokoguss übergossen um den Gestank zu übertünschen. Aber wenn man sich zu sehr annährt, dann riecht man es ganz deutlich aus welchem Holz diese Leute geschnitzt sind. Das ganze heutige system des Staates züchtet Lüge, Arroganz, Gewalt und Zwang in Perfektion. Gleichzeitig plappern die Massenmedien ständig von Moral und allen möglichen individuellen Menschlichen Werten von denen der Staat und seine Untertanen sich immer weiter entfernen. Diese ganze gesellschaftliche Moraldiskussion ist eine Blase hinter der sich nur eine Ideologie verbirgt, die von der eigenen kollektiven Erbärmlichkeit ablenken soll. …. Also ich stimme dir zu, mir gefällt der Staat auch nicht…. wir sollten Ihn so schnell als bald loswerden 😉

    • heikophilo sagt:

      Ich stimme dir fast ganz zu, nur, dass der Staat keinen Rückhalt in der Bevölkerung genießt, sehe ich anders. Es gäbe einen Aufstand, wenn der Staat bald weg wäre, die Leute würden in Angst und Schrecken sein und sofort eine kundige und entschlossene Führung haben wollen. Daher schätze ich, dass es noch ein Weilchen dauert, so 150 Jahre, bis wir den Staat lossind.

      • nl sagt:

        Ist doch merkwürdig, dass du den Staat loswerden, aber ihn noch 150 Jahre behalten willst.

        • FwF-sandman sagt:

          Wir wären ihn gerne schneller los. Wenn Du eine vernünftige Lösung hast, wie es schneller geht, immer her damit.

          • nl sagt:

            per Sezession natürlich. Jetzt werde ich sicher zu hören kriegen, das sei ja nicht „vernünftig“, weil wir keine Mittel hätten. Nur die werdet hier in 150 Jahren auch nicht anders haben. Und dann heißt es in 150 Jahren immer noch, jau, die nächsten 150 Jahre wird das nix.

            But who does know? Der Ostblock ist auch in kurzer Zeit kollabiert. Der Punkt ist, das solche Prognosen nichts bringen. Man muss schon mit einer anderen Einstellung da ran gehen.

          • FwF- infokriegerBerlin sagt:

            wieso sollen wir das nicht vernünftig finden? wir finden es eher nicht vernünftig, sich anzumaßen nur eine lösungsmöglichkeit für realistisch zu halten und alles andere schlecht zu machen.

            außerdem sagen wir nicht, daß sich 150 jahre nichts ändern wird und dann plötzlich nach 150 jahren alles ändern wird…
            vielleicht dauert es nur die hälfte …vielleicht nur ein viertel so lang…auf jeden fall ist es ein prozeß und es dauert mindestens eine generation…weshalb wir das glauben, sieht man an der „die bombe im gehirn“ reihe.

            wir rennen jedenfalls nicht durch die gegend und verschleudern unsere energie damit, andere ideen schlecht zu machen ohne selber was auf die beine zu stellen…
            wir stecken unsere energie in produktive dinge, um unsere idee zu pushen und das würde ich auch jedem mit auf den weg geben, der wirklich was ändern will…
            aus rummäkeln ist bisher keine sezession entstanden.

            wir wünschen jedem viel glück, der das selbe ziel hat wie wir, auch wenn er einen anderen weg geht…erst ein wettbewerb der ideen wird das ziel schneller hervorbringen.

            ich habe von dir bisher leider keine konstruktive kritik gesehen… und auch habe ich nicht mitbekommen, daß du eigene erfolgreiche projekte vorzeigen kannst…
            man könnte glauben, daß du die kommentare hier aus neid und frußt da läßt, weil du selber nichts auf die reihe bekommst…aber soweit will ich garnicht gehen, ich denke positiv und glaube, daß du versuchst konstruktiv zu sein und ich es nur nicht verstehe.
            wenn überhaupt nehme ich deinen neid, als bestätigung für unsere arbeit, denn den muß man sich ja sprichwörtlich erarbeiten…
            danke, denn sowas motiviert, weiter so zu machen 😉

      • zap sagt:

        Ja, wir haben beide recht, denn der Rückhalt den der Staat in der Bevölkerung hat, ist verdrängte Angst vor Strafe und alles andere als Solidartät und echter bewusster Rückhalt. Um die Angst unterdrückt zu halten, rationalisieren, idealisieren und verherrlichen die Menschen die Gewalt und die Macht des Staates und mit der Zeit verlieben sie sich in diese Autorität, wie in einem Rausch. Der Staat kann nun mit ihnen machen was er will und je irrationaler und gewalttätiger der Staat auftritt, desto grösser die unterdrückte Angst und damit der falsche Rückhalt um diese Angst unten zu halten.
        Rationalisierungen von der Notwendigkeit des Staates, Stolz auf das Kollektiv und das bisher erreichte, Idealisierungen von Moral und Sittlichkeit und dessen Schutz durch den Staat müssen gebetsmühlartig aus allen Rohren wiederholt werden.
        Aber der Staat ist immer mehr darauf angewiesen, diese Angst immer weiter zu vergrössern, denn jeder Mensch drängt instinktiv zu Bewusstsein. Das heisst immer mehr Gewalt und Irrationalität muss das Individuum schlucken und sich damit immer mehr für den Staat euphorisieren um die Angst unbewusst zu halten. Aber je euphorischer der Liebesrausch wird, desto depressiver ist das Erwachen.
        Der Staat kann bald keinerlei andere Meinungen zulassen, überall muss er gewalttätig alles gleichschalten, und sei es nur eine winzige Minderheit von einer Person gegenüber 1000 oder 100000, die eine kontroverse Meinung in die Öffentlichkeit bringt, bedeutet es eine grosse Bedrohung für den Staat und seine Apologeten. Deswegen ist es von allergrösster Wichtigkeit für den Staat alle öffentlichen Medien und Publikationen zu kontrolieren und zu zensieren. Eine nicht gerade entspannte Situation und ein Haufen unnützer Arbeit. Meines erachtens, kann man nicht von einem wirklichen Rückhalt in der Bevölkerung sprechen. Eher von einem Volk, das die Hosen voll hat. Die Hosen voll vor einem freien und selbsverantwortlichen Leben. Oder vielleicht doch Rückhalt ? wie man es sieht.

        150 Jahre noch ? oder 2000 Jahre noch ? kann es nicht auch sein, dass es in 150 jahren noch schwerer wird den Staat loszuwerden ? wie war es vor 500 Jahren, war es dort einfacher den Staat loszuwerden als jetzt ?

        Eine Fantasie : Der Staat ist wie eine unnütze wachsende Fettschicht. Wie wird man diese wachsende Fettschicht los ? …. stück für stück, wir nennen es abspecken oder abnehmen, aber immer langsam und mit Zeit, sonst wird es sehr ungesund.

        Aber damit der Staat abnimmt muss man ihm die Gewalt und die Macht des Staates Stück für Stück abnehmen, bis bei den Menschen, die Angst Stück für Stück bewusst wird und aus Ihnen entweichen kann, ohne die Menschen in einen Angstschock zu versetzen.

        Ich denke es gibt viele Wege, z.B diese Webseite auf der man frei denken und schreiben kann ohne dafür verurteilt zu werden.

        • FwF-Manuel sagt:

          Hallo zap,

          vielen Dank für diese tollen Worte, ich kann dir nur zustimmen!

          Es liegt in den Händen von Menschen wie dir und uns allen hier etwas zu verändern, Kommentare wie deiner ermutigen mich sehr, mit unserer Arbeit hier bei FwF die richtige Richtung eingeschlagen zu haben.

          Wie heisst es so schön: gemeinsam sind wir stark!

          lg Manuel

        • Molot sagt:

          Frederic Bastitat hat, glaube ich, das Dilemma am besten auf den Punkt gebracht:
          “ Der Staat, das ist die große Fiktion ALLER, auf Kosten aller Anderen zu leben“.

  7. Reinhardt sagt:

    Handelt eigentlich ein Staatsfunktionär unmoralisch, wenn er die Initiierung von Gewalt nicht direkt ausübt? Also ist nun bspw. die Kanzlerin oder ein Finanzbeamter unmoralisch oder der Polizeibeamte bzw. Vollzugsbeamter, der die Steuern gewaltsam eintreibt?
    Die Antwort würde mich sehr interessieren. Danke 🙂
    Gruß von Reinhardt

    • heikophilo sagt:

      Nein, das kommt darauf an. Wenn er die Anwendung von Gewalt anordnet oder Leute der Gewalt ans Messer liefert, ist das meistens unmoralisch. Wenn z.B. die Frau vom Schulamt feststellt, dass ein Kind nicht eingeschult worden ist, wird sie die Eltern anschreiben, etc. Wenn das alles nichts hilft, wird sie den Gewaltapparat anwerfen müssen, indem sie z.B. einen Bußgeldbescheid beantragt. Das ist unmoralisch, weil sie jemanden bedroht, auch wenn sie nicht selber losgeht, und die schulverweigernde Familie mit einer Waffe besucht.
      Wenn dagegen eine Jugendamtsfrau ein völlig verwahrlostes und unterernährtes Kind an sich nimmt gegen den Widerstand der Eltern (meintewegen mit Unterstützung der Polizei, so übt sie staatliche Gewalt aus. Da ich der Meinung bin, dass das legitime Gewalt ist, um den Schaden für das Kind abzuwenden, finde ich es eine ehrenwerte Tat. Man muss also immer überlegen, ob in einer rationalen Gesellschaft die Staatsfunktion auch exisiteren würde. Und ich bin sicher, dass es immer Wege geben wird, Eltern Kinder wegzunehmen, wenn die Eltern offensichtlich unfähig sind, für ein gutes Aufwachsen der Kinder zu sorgen und sich anders nicht erweichen lassen, das Kind herzugeben. Ich will damit nicht das ganze Jugendamt in Schutz nehmen, und auch nicht jede Kindesherausnahme rechtfertigen, aber die Aufgabe ist im Prinzip eine gute Sache, obwohl sie mit Gewalt verbunden sein kann. Aber jemanden, der in der Poststelle vom Finanzamt sitzt und Steuerbescheide verschickt, würde bei mir nicht in den Bereich von Unmoral fallen, wohl aber der Finanzbeamte, der Steuerbescheide erstellt, weil auch er die Gewaltmaschine auslöst, wenn der Steuerbescheid nicht befolgt wird.

      • Reinhardt sagt:

        OK, aber – wie Du sagst – den Gewaltapparat loszuschicken (wie die Frau vom Schulamt) ist doch im Prinzip nichts anderes als jemanden zu bestechen, eine Straftat zu begehen.
        Wenn ich beispielsweise einem Mann Geld biete, wenn er Person XY schlägt, dann handelt dieser unmoralisch wenn XY schlägt, ich jedoch moralisch, da ich niemanden angreife. Ist das nicht vom Prinzip her dasselbe wie das, was die Frau vom Schulamt macht? Somit wäre diese Frau doch nicht unmoralisch, es sei denn, sie würde die Vollzugsbeamten ihrerseits zwingen, Gewalt anzuwenden.

        Bestechung wird von libertären Philosophen ja übrigens nicht als unmoralisch gesehen.

        • FwF- infokriegerBerlin sagt:

          ich wollte nur mal einwerfen, daß man die stimmigkeit von moraltheorien, nicht an einzelnen instanzen festmacht.
          es ist hilfreicher, wenn man erst die passende moraltheorie hat, sie auf ihre stimmigkeit überprüft und dann erst instanzen daran prüft.

          • Reinhardt sagt:

            Danke. Ich meine aber, dass ich genau das getan habe, indem ich feststelle, dass Bestechungen an sich nicht unmoralisch sind. Dieses Prinzip wende ich dann auf zwei unterschiedliche Personen (Instanzen) an, nämlich die beiden oben erwähnten Beispiele.
            Wenn ich mich irre, so weise man mich bitte darauf hin ^^

        • heikophilo sagt:

          Ich würde da so sehen:
          Die Frau vom Schulamt gibt den Namen eines Säumigen an jemanden, der dafür bezahlt wird, dass er Gesetze durchsetzt, genauso wie sie. Sie muss also davon ausgehen, da sie nicht in einer völlig korrupten Verwaltung arbeitet, dass dieser Jemand sein Versprechen, Gewalt anzuwenden, das er mit dem Arbeitsvertrag abgegeben hat, erfüllt. Das ist moralisch eine andere Situation als Bestechung. Bei Bestechung versuche ich ja, jemanden von seinem Versprechen, dass er öffentlich abgegeben hat, abzubringen, während ich bei meinem Amtskollegen darauf vertraue, dass er sein Versprechen hält.
          Trotzdem finde ich den Versuch, jemanden zur Gewalt anzustiften mit Geld oder durch soziale Konsequenzen, unmoralisch. Es kommt darauf an, ob ich eine Kausalkette in Gang setze, die dabei endet, dass jemandem Gewalt angetan wird. Wenn ich mit jemandem mit gefestigtem Charakter darüber spreche, wie gerne ich sehen würde, dass jemandem Gewalt angetan wird, ist das noch keine Anstiftung. Wenn ich aber sage, ich lade dich nicht zu meinem Geburtstag ein, wenn du dem nicht eine haust, und ich weiß, dass der Angesprochene sehr viel dafür tun würde, um zu meinem Geburtstag zu kommen, dann bin ich für die Gewalt mit verantwortlich, und dann wäre mein Handeln umoralisch.

  8. José María sagt:

    Hallo Heikophilo

    Ich möchte da mal ein paar kritische Worte zu deinem Text anbringen. Deine Definition von Staat, „Ein Staat ist eine gedachte (oder juristische) Person, deren Entscheidungen und Handlungen mit Gewalt abgesichert sind.“ ist meiner Meinung nach zwar gut, um deine These zu stützen, aber natürlich nicht die einzige Definition.

    Benutze ich z.B. die Definition Rousseau’s, ist der Staat nicht mehr und nicht weniger als die Summe seiner Bürger.

    Sprich, Du bist der Staat! Also hast du auch die Möglichkeit, ihn entsprechend deinen Vorstellungen anzupassen oder auch abzuschaffen. Falls du jedoch keine Mehrheit für dein Anliegen findest, hättest du dich der Mehrheit zu fügen, weil du sonst die freie Meinung einer Mehrheit ignorierst und somit deren Freiheit beschneidest, und das willst du ja nicht, oder?

    Um den Gedanken fortzuführen: ich bezweifle, dass du eine Mehrheit finden wirst, die den Staat abschaffen möchte. Weshalb? Weil kein Staat Anarchie bedeutet. Und was bedeutet das wiederum? Nicht ist geregelt, alles ist frei, wie du es wohl nennen würdest. Das bedeutet aber auch, dass kein Privatbesitz mehr geregelt ist und du deine neugewonnene Freizeit ziemlich sicher damit verbringen dürftest, dein Hab und Gut vor den Menschen, welche mit weniger Moral ausgestattet sind, zu schützen. Ich weiss nicht, ob das die Freiheit ist, von der Du sprichst. Ich weiss aber wie es ist, in einem solchen Staat zu leben – in Kolumbien gab und gibt es vor allem in ländlichen Gegenden das Problem, das der Staat quasi inexistent war/ist. Oder schau mal, was z.B. in Somalia abgeht. Das ist ein aktuelles gutes Beispiel eines nichtexistierenden Staates.

    Was ist die Folge davon? Menschen mit Besitz schliessen sich zusammen, um gemeinsam ihr Hab und Gut zu schützen. Das ist eine natürliche Handlung, um die eigenen Ressourcen besser einzusetzen. Zusammen ist man stärker und man erhält mehr FREIZEIT und FREIHEIT. Und dieser Vorgang führt, wenn man ihn zu Ende denkt, wieder zu einer Art Staatsgebilde. Wenn das ganze jedoch unkontrolliert oder von Menschen mit wenig Skrupel durchgezogen wird, endet dies in der Bildung von privaten Militäreinheiten (siehe auch die Entstehung von Paramilitärs in Kolumbien, welche ursprünglich von Firmen und reichen Bürgern ins Leben gerufen wurden, um ihr Hab und Gut gemeinsam zu schützen, weil der Staat dazu nicht in der Lage war).

    Was passiert im Übrigen, wenn keine Umverteilung von finanziellen Mitteln, welche in unserer Welt wenn überhaupt, nur der Staat vollzieht, geschieht? Fleissige, reich geborene oder vom Glück begünstigte Menschen haben Vermögen und können mit diesem arbeiten, Menschen ohne finanzielle Mittel haben kaum Möglichkeiten, aus dieser Situation raus zu kommen. Betreibt der Staat nun keine Umverteilungspolitik, werden diese Menschen gezwungen, aus überlebenstechnischen Gründen kriminell zu werden. Dies wird die Freiheit der Habenden einschränken, denn wenn man sich nicht mehr sicher fühlen kann, ist man nicht mehr frei. Irre mal nachts in einer Südamerikanischen Grossstadt durch ein Armenviertel, und du weisst, wovon ich spreche. Wer übernimmt also ohne Staat diese Umverteilungsfunktion? Du kannst diese Leute „vom Schicksal benachteiligt“, oder wie gewisse Leute es tun, „Staatsschmarozer“ nennen, Fakt ist, diese Leute befinden sich, wie du und ich, auf diesem Planeten und sie wollen überleben. Kleine Zusatzfrage: Was hältst du von einem staatlichen Grundeinkommen für die nicht-arbeitende Bevölkerung? Ich spreche hier nicht von Arbeitslosengeldern, sondern von einem echten Einkommen. Würde dies nicht eine Erhöhung der Freiheit bedeuten, weil gewisse Menschen dann nicht mehr zwangsläufig in die Kriminalität abrutschen würden? Und ein weiterer Gedanke: bekanntlich gibt es nicht genügend Arbeitsplätze für jedermann. Wäre es keine Überlegung wert, Menschen zu entschädigen, welche freiwillig auf bezahlte Arbeit verzichten? Ihr Dienst an der Gesellschaft besteht darin, dass sie keinen arbeitswilligen Personen die Arbeit streitig machen und sich mit einem staatlichen Grundlohn, anstelle des höheren Leistungslohns, zufriedengeben. Aber solche „Spielereien“ an den „Freiheitsparametern“ würden sich wohl nur innerhalb eines Staatsgebildes durchführen lassen, einzelne lose Elemente wären dazu kaum in der Lage.

    Also nenne diesen Zusammenschluss von Parteien Staat oder wie du willst, aber ohne ein solches Gebilde würde heutzutage in letzter Konsequenz niemand leben wollen – ausser einer Elite, welche keine moralischen Skrupel besitzt, ihr Hab und Gut mit Privatarmeen zu schützen und das Elend der Welt zu ignorieren. Je besser dieses Gebilde geregelt wird, desto sicherer fühlen sich die „Mitglieder“. Was jedoch nicht heisst, dass es durchaus zu viele Regelungen geben kann und dass viel Unfug getrieben wird, da stimme ich dir nämlich bei. Ich mache mir z.B. grosse Sorgen betreffend Privatsphäre und Abschaffung der Bürgerrechte, seit 9/11 wird diese meiner Meinung nach systematisch untergraben, und somit auch ein Teil der Freiheit. Wie kann man das zu verhindern versuchen? Ich glaube, die Lösung liegt auf der Hand, aktiv (Staats-)Politik betreiben, denken, aufklären, aktiv sein! Mitmachen/Handeln bewirkt mehr als ignorieren!

    Als kleine Anmerkung: deine Gedanken sind mir nicht ganz fremd. Ich war vor ein paar Jahren auch der Meinung, dass man der Freiheit Willen den Staat abschaffen sollte. Nachdem ich mich jedoch jahrelang mit dem Thema beschäftigt habe, und aufgrund meiner Auslandserfahrungen, welche ich unter anderem auch aufgrund dieses Themas realisiert habe, habe ich meine Meinung diesbezüglich revidiert. Geblieben ist meine kritische, hinterfragende Geisteshaltung gegenüber Staat, Staatenbunden, Wirtschaft etc..

    Bin gespannt auf deine Antwort!

    Liebe Grüsse
    J.M.

    • heikophilo sagt:

      Ich habe keine solche Auslandserfahrung wie du, und es tut mir ehrlich leid, dass du in solchen unsicheren und beängstigenden Verhältnissen leben musstest. Natürlich ist auch für mich die Sicherheit vor Verbrechen ein wichtiges Anliegen, und ich möchte nicht, dass arme Leute, die sich keine Privatarmee leisten können, im Prinzip rechtlos sind.
      Nun könnten wir lange darüber diskutieren, wie sicher es im Armenviertel ist, und für wen. Ein Drogenhändler, der in das Gebiet von jemand anderem eindringen will, riskiert vielleicht sein Leben. Aber der Betreiber vom Lebensmittelladen ist möglicherweise hoch angesehen und würde nie angegriffen, wenn er sich aus Streit raushält.
      Wir werden uns da wahrscheinlich nicht einig werden. Ich schätze, dass es jede Menge Fehlinformationen darüber gibt.
      Ich habe mal eine Studie über Somalia gesehen, die die ersten 10 Jahre nach Zusammenbruch der Zentralregierung untersucht hat. In diesen 10 Jahren hatte Somalia im Vergleich zu seinen Nachbarländern in punkto Kindersterblichkeit, Wasserversorgung, Ärztequalität, Handybesitz, Ausbildung, pro-Kopf-Einkommen nicht nur aufgeholt, sondern es hat sie überholt.

      Das soll jetzt nicht heißen, dass ich es gut fände, dass die Regierungen überall auf der Welt zusammenbrechen sollen, aber es zeigt, dass diese schlechte Anarchie sooo schlecht gar nicht ist. Man muss schon genauer hinsehen.

      Der ordentliche Weg zur Anarchie wäre natürlich, dass alle Menschen begreifen, dass es unmoralisch ist, Gewalt auszuüben, und dass Leute, die sich anmaßen, andere mit Gewalt rumzukommandieren, sich lächerlich machen und nicht ernst genommen werden können. Das wird noch etwas dauern, aber die nächsten Generationen, die gerade heranwachsen, machen mir mit ihrem Selbstbewußtsein sehr viel Mut. Ein solches Wegfallen des Staates wäre viel geordneter als das, was in Somalia passiert ist.

      Natürlich würde es Privatarmeen geben. Es gäbe aber keine so kranken Gewinnmöglichkeiten mit Kokain, wie es sie jetzt gibt, weil es nicht verboten wäre, es anzubauen. Mit den Gewinnmöglichkeiten schwindet auch die Lust, einen Privatkrieg mit der Konkurrenz zu führen, was heute für viele Tote sorgt (ich habe keine Ahnung über die wahren Zusammenhänge, so denke ich mir das nur). Das Schöne an Privatarmeen ist, dass sie von denen bezahlt werden müssen, die sie auch einsetzen, und Kämpfen und Schießen ist verdammt teuer. Daher bin ich überzeugt, dass in einer Gesellschaft, in der Gewaltfreiheit als universeller Wert akzeptiert ist, Privatarmeen nicht zu Angst und Entrechtung beitragen würden, sondern zu Sicherheit und Gerechtigkeit.

      Was ist sagen will, ist, dass man Kolumbien und Somalia nicht mit einer Situation vergleichen kann, die nach einer moralischen Entwicklung zur Gewaltfreiheit in Deutschland bestehen würde.

      Ich glaube nicht, dass Armut kriminell macht. Kriminalität in der Form, dass man Fremden, die reich aussehen, mit Waffen etwas wegnimmt (ich denke an das Armenviertel in der südamerikanischen Großstadt), wird durch Traumatisierungen, gewalttätige und erniedrigende Behandlung durch die Eltern verursacht. Es gibt viele arme Leute, die für einen Hungerlohn arbeiten, um zu überleben, und die niemals auf die Idee kommen, sich mit Gewalt zu bereichern. Daher bin ich auch davon überzeugt, dass in einer Gesellschaft, die aufgrund einer moralischen Entwicklung den Staat hinter sich läßt, Kinder nicht traumatisiert werden und gewalttätig behandelt werden. Es wird fast überhaupt keine Kriminalität geben.

      Ich bin auch davon überzeugt, dass moralische Menschen sehr mitfühlend sind und großzügig. Wenn ich mir ansehe, wieviel für die Tsunami-Opfer in Indonesien oder sogar im reichen Japan gespendet wurde, oder wie groß die Hilfsbereitschaft bei der Elbe-Flut war, habe ich keine Bedenken, dass von dem viel größeren Wohlstand, der durch den Wegfall des Staates entsteht, genug freiwillig abgegeben wird an die, die wirklich in Not geraten sind. Man muss sich immer vor Augen halten, dass wir total viel von unserem Wohlstand für soziale Zwecke über Steuern abgeben (müssen), und trotzdem spenden die Leute noch richtig viel. Allerdings würde diese Hilfe in der von mir vorausgesehenen Zukunft nicht bedinungslos sein, vermute ich: Man möchte Leute nicht von Hilfe abhängig machen, sondern sie wieder auf eigenverantwortliche Füße stellen, daher wäre die Hilfe begrenzt und an die Bemühungen des Hilfebedürftigen geknüpft, wie zum Beispiel Mikrokredite heute auch schon. Abgesehen von der Gewalt, die einen bedingungslosen Grundeinkommen zugrundeliegen würde im heutigen System hätte ich auch Bedenken, dass es die Leute abhängig macht. Aber wer einen Fonds dafür auflegt, der sich aus Spendengeldern finanziert, dem würde ich applaudieren und der hätte meinen Segen.

      Du schreibst: Bekanntlich gibt es nicht genügend Arbeitsplätze für jedermann. Das ist „bekanntlich“ nicht der Fall. Wenn jemand einen mobilen Chauffeurservice für 5 Euro in der Stunde anbieten würde, würde der Bedarf an Chauffeurdienstleistungen in die Höhe schnellen. Leute, die heute selber fahren, würden sich nun fahren lassen. Es gäbe mehr Arbeit. Was ich damit sagen will: Es gibt immer genug Arbeit, die Ideen, wie man sich das Leben durch anderer Leute Arbeit versüßen könnte, gehen einem nie aus. Es ist nur die Frage, wie teuer die Arbeit ist.

      Umverteilen ist Gewalt, das ist immer falsch. An Arme spenden, da bin ich sofort dabei.

      Noch eine Bemerkung zu deiner einleitenden Bemerkung: Wenn der Staat die Summe aller Bürger wäre, könnte man ihn gar nicht abschaffen, ohne zu morden. Also irgendwas hast du da nicht bedacht, oder? Außerdem kann die Summe aller Bürger keinen gemeinsamen Willen haben, auch eine Mehrheit dieser Bürger nicht. Nur einzelne Personen können einen Willen haben, und selbst die sind sich nicht immer ganz mit sich selbst einig.
      Deshalb habe ich erheblich etwas gegen Leute, die mir den Willen einer willkürlichen Gruppen von Leuten aufzwingen wollen. Es tut mir leid, wir können nur freiwillig eine Gesellschaft bilden, und das will auch jeder. Die Gewalt spaltet die Gesellschaft eher und läßt die Mächtigen am meisten profitieren, auch deswegen muss sie aufhören.

  9. No slave sagt:

    der kaiser von china fragte eins kunfuzius , wie er am besten sein volk regiert !?!
    kunfuziuis antwortete ihm ,
    ihn dem du ihnen lernst sich selbst zu regieren !!!
    ich habe den sklaven status bei mir aufgeheoben !!!
    es kann , und darf nicht sein , das unsere ahnen in hunderten kriegen , schlachten,
    kaempfen ihr leben ,fuer freiheit und demokratie liesen,
    damit ich heute als MENSCH unter Sachrecht laufe,
    weniger rechte als ein tier dadurch habe,
    ich will nur eins zum bedenken geben,
    wer alle rechte abgibt , nicht fuer seine rechte kaempft, hat sie auch nicht verdient !!! genau so arbeitet die Deutschland GMBH !!!!
    und die grossen ereignisse,veraenderungenen die die weltgeschichte bewegte um formte,ging immer von einer kleiner anzahl von menschen aus !!!

    ich verstehe alle die angst vor der bitteren wahrheit haben , aber ihr habt die wahl …
    feur eure rechte einzustehen,oder sie weiterhin aufzugeben,und weiter Sklave / Spielball des systems zu bleiben.

    kleine geschichte (polik purr) uns wird schon als kinder beigebracht ,
    in der familie und der schule – kindergarten ..
    1-nicht zu luegen
    2-zu teilen
    3-andere zu achten
    4-zu helfen sich zu unterstuezen,
    das volk / die menschen sind in der lage sich selbst zu regieren,man muss nur wissen was es heissen soll sich zu regieren,
    wenn wir nur nach den menschenrechten leben wuerden in der gemeinschaft,
    die wenn man genau drauf achtet,,,, die 10 gebote und 7 todsuenden wieder spiegln,,,, die menschen in einklang leben koennten !!!!

    LG No slave

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